Toadeater - Bit To Ewigen Daogen

Review

Das unheilvolle Dreieck zwischen Münster, Bielefeld und Osnabrück bringt in letzter Zeit interessante neue Bands hervor. Neben NO SUN RISES oder MAYAK taten sich in den letzten beiden Jahren auch TOADEATER in der Disziplin des schwarztotangehauchten Post-Sektors hervor. Mit “Bit To Ewigen Daogen“ liegt nun schon ihr zweiter Streich vor.

Der Post-Black Metal des 2018er Debüt “Codex“ kam im Vergleich noch recht sludgig um die Ecke. Der Nachfolger legt den Schwerpunkt eher auf atmosphärische, leicht okkult wirkende Klänge. Dieser neuen Akzentuierung trägt auch die Produktion. Die fünf Songs klirren kälter und raumgreifender aus den Boxen.

TOADEATER muten einem die ein oder andere Kröte zu

Nach einem kurzen Intro rauscht und surrt “Conquering The Throne“ auf den Hörer los. Das Ganze erinnert stark an die Genregrößen von ULTHA mit einer Prise SCHAMMASCH. Nicht schlecht, aber letztlich passiert in den knapp neun Minuten zu wenig. Das gilt in ähnlicher Weise auch für “Crows And Sparrows“. Hinzukommt, dass das etwas nervige Zirkusmelodie-Grundmotiv einem ein wenig die Stimmung verleidet.

Das generelle Manko von “Bit To Ewigen Daogen“ liegt in solchen Schwankungen. Wer jetzt meint, dass das doch alles Geschmackssache ist, der möge einfach weiter hören. Der Einstieg von “Returning The Crown“ liefert nämlich den sofortigen Beweis dafür, dass es manchmal nur kleine Nuancen sind, die darüber entscheiden, ob ein Song vom Fleck weg überzeugen kann oder nicht. Dieser schafft es.

“Bit To Ewigen Daogen“ – Achterbahnfahrt im Ohr

Auch wenn sich auch hier ein paar kleine Längen einschleichen, läutet eine grandiose Melodielinie das flirrendes Finale ein, das die Geduld des Hörers belohnt. Der Rausschmeißer “To Close To The Sun“ hat dann trotz starker Momente Schwierigkeiten, das Niveau zu halten.

Alles in allem liefern TOADEATER eine stimmungsvolle, im Detail dann aber “nur“ solide Scheibe ab. In jedem Song blitzt immer mal wieder ein Aha-Moment auf, versiegt dann aber meist wieder in Passagen, die zu simpel und austauschbar sind. Da wäre mehr drin gewesen.

02.10.2020

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3 Kommentare zu Toadeater - Bit To Ewigen Daogen

  1. nili68 sagt:

    >versiegt dann aber meist wieder in Passagen, die zu simpel und austauschbar sind.<

    Für mich klingt fast alles im Black Metal mittlerweile zu simpel und austauschbar. Ich habe einfach schon zu viel gehört und da was zu finden, dass man nicht schon in besser oder haargenau so gehört hat, ist fast unmöglich. Krampfhafte Bemühungen um Originalität enden auch oft in ungewollter Komik (Dystopia weiter vorne). Blechblasinstrumente im Black Metal. Ich weiß nicht, wie das Geräusch einer furzenden Kuh diesen bereichern könnte und ja, ich kenne Sear Bliss.
    Wenn man gerade anfängt solche Musik zu hören oder einem Blastbeat und Geschrei reichen, ist man natürlich weniger kritisch und hört bei jedem Müll geniale Riffs raus, aber ich habe einen Anspruch, der kaum noch erfüllt werden kann, bzw. will mit weniger als 12/10-Alben nicht mehr meine Zeit verschwenden. 7 oder 0.. für mich keinrn Unterschied.

    Das war jetzt mehr ein ka­thar­tischer Rant, aber ich bin ja auch kein Reviewer. 😀

  2. Black Kali sagt:

    Ich weiß was du meinst… aber ist das nicht in so gut wie jedem Genre so? Außerdem wann kommt denn mal ein 12 von 10 Punkte Album raus? Da hast du dann wenns hochkommt einmal im Jahr ein Album was diesem Anspruch halbwegs gerecht wird…
    Ich vertreib mir gerne die Zeit mit Alben die halt genau genommen ziemlich 08/15 sind, weil nichts neues und schon hundertmal woanders gehört. Klar, ist das auch irgendwann ausgelutscht… das bringt die Zeit einfach mitsich. Aber als Konsequenz komplett drauf verzichten? Nein, danke! Dafür liebe ich zu sehr Musik.
    Übrigens zum Thema Blechblassinstrumente im Black Metal: hör dir die letzte White Ward an und häng dich nicht zu sehr am Konzept des Albums auf. Das wird der Musik nämlich in keinster Weiße gerecht und (das Konzept) macht in dem Fall finde ich auch echt Sinn bzw bringen die das authentisch rüber. Das ist sowieso das wichtigste und kann ein eigentlich mittelmäßiges Album durchaus höhere Punktzahlen einbringen.
    Außerdem müsste man sich auf die reviews verlassen und das ist sowieso immer mist, weil mir im Grunde keiner vorwegnehmen kann ob ein Album in meinen Augen gut oder schlecht ist

  3. nili68 sagt:

    Das war natürlich etwas überspitzt formuliert und ich meinte eigene Bewertungen. Verlassen tue ich mich da natürlich auch nicht auf andere.
    White Ward habe ich schon mal gehört, aber einen bleibenden Eindruck haben die nicht hinterlassen. Zu viele Längen, die Hauptschwäche bei eher postigen Sachen für mich, aber es ist klar, dass es keinen Konsens gibt, was nun geniale Alben sind. Das ist alles zu subjektiv.
    Ich will einfach mal wieder richtig von einem Album weggeblasen werden, nicht nur „Geht so, nicht übel..“. Das ich da so schwer was finde, hat aber vermutlich mehr mit mir zu tun, als mit dem Black Metal an sich.
    Sicher gibt’s das alles in jedem Genre, aber viele Genres sind auch einfach nur als Hintergrundbeschallung für Parties oder zum Headbangen gedacht. Da ist das egal..