Vulture - "The Guillotine"

Review

Galerie mit 14 Bildern: Vulture - Rock Hard Festival 2019

Hunde, VULTURE ewig leben? „The Guillotine“ ist ein Segen. Sie rasiert alles schmalnackige zwischen Wimp und Poser mit blitzendem Stahl und Wonne. Akkurat und gnadenlos. Denn was die Herren VULTURE hier mit ihrem ersten kompletten Album abliefern, saust so vernichtend auf alles (Alters-)Milde und Unechte, dass man auch als eigentlich Eingeweihter hektisch um sich blickend die Ohren anlegt. Die Attacken der „Guillotine“ geben jede Anwandlung von „Komm mal runter, is‘ nur Mucke“ dermaßen überlegen der Lächerlichkeit preis, dass man sich für knappe 40 adrenalingeschwängerte Minuten ernsthaft fragt, wie man jemals so weit gekommen sein konnte, die eine oder andere (vereinzelte!) Nacht ohne Kutte geschlafen zu haben.

„The Guillotine“ verbindet Überschall mit klassischer Wucht …

VULTURE nämlich prügeln nicht einfach in Überschallgeschwindigkeit drauflos. Das tun sie zwar mit Wonne und praktisch die ganze Zeit, ihr „High Speed Metal“ beeindruckt aber nicht nur wegen seines mörderischen Tempos, nicht mal in erster Linie. Was die „Guillotine“ vielmehr so scharf macht, ist die elegante Verschmelzung des klassischen Shredderns mit ebenso klassischem Heavy Metal.
So trifft in den Riffs alte kanadische Vollkaracho-Schule (RAZOR, EXCITER) auf die schwermetallische Durchschlagskraft von JUDAS PRIEST zu „Painkiller“-Zeiten. Wenn man Nietenzählerei betreiben will, findet man gerade mit Blick auf Letztere zudem einige liebenswerte Huldigungen im Detail. So erinnert beispielsweise das Intro von „Clashing Iron“ an dasjenige des priesterlichen „Ripper“, während sich das Einstiegsriff gleich darauf dem von „Metal Meltdown“ – Mutprobe unter Nachwuchs-Akkordfolgen? – gefährlich nahe wagt. Zugegeben, vielleicht ist das jetzt auch alles Quatsch, aber dass die neuen Stücke von VULTURE es überhaupt ermöglichen, derartig ins Fabulieren zu geraten, ist im Grunde schon ein Qualitätsmerkmal für sich.
Ebenso stark wie JUDAS PRIEST haben allerdings auch IRON MAIDEN ihre Spuren im Speed-Gewitter der „Guillotine“ hinterlassen. Neben einigen flinken melodischen Doppelleads ist hierfür vor allem der gut hörbare, warme, galoppierende Bass verantwortlich, der wie bei MAIDEN mehr ist als nur notwendiger Unterbau. Gleiches gilt für das mächtige Schlagzeug.
Der Gesang schließlich schlägt seine Haken mit viel Hall zwischen Don Doty (DARK ANGEL) und Paul Baloff (EXODUS), räumt dem spitzen Schrei als solchem aus Cyriis-prinzipiellen Gründen allerdings auch den gebührenden Platz ein.

… und VULTURE töten mit Power!

Wenn dann noch beachtet wird, dass die Stücke auf „The Guillotine“ als morbides Schleifchen einige wirklich gelungene und tatsächlich mal atmosphärische Retro-Horror-Intros umgebunden bekommen haben, bleibt kein Zweifel mehr: VULTURE töten 2017 mit Power!
Anspieltipps? Am geilsten sind das melodisch-einprägsame „Cry For Death“ mit seinem coolen Einstieg, das mächtig-bedrohliche „Clashing Iron“, das überdrehte und sprechend betitelte „Electric Ecstasy“, die erste Single „Vendetta“ und das thrashige „Triumph Of The Guillotine“. Außerdem das anfangs an MERCYFUL FATE-Horror erinnernde „(The Night Belongs) To The Dead“, der Album-Mittelpunkt „Adrian’s Cradle“ sowie das anrüchige „Paraphiliac“. Cut that head that doesn’t bang – all killers, no fillers!

17.08.2017

Der metal.de Serviervorschlag

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2 Kommentare zu Vulture - "The Guillotine"

  1. DieBlindeGardine sagt:

    Eieiei, ist der Gesang auf dem ganzen Album so wie im Video? Musikalisch zischt das ja ganz schön, aber die Vocals sind echt grenzwertig. Es gibt sowas wie „zuviel Hall“.

  2. ayzee sagt:

    Killer!
    Also ich hab noch nicht alles gehört. Aber das was ich gehört hab ist fett.
    Vendetta ist absolut großartig, 9 Punkte. Clashing Iron nicht ganz so großartig, 7 Punkte, und ganz klares The Ripper Zitat. Ich geb mal 9 Punkte in der Hoffnung, das der Rest des Albums so knallt wie Vendetta =)

    An meinen Vorredner: ich steh auf die Vocals, passen für mich 100% =) aber klar, der Stil ist absolut Geschmackssache, man liebt’s oder hasst es wohl.
    Stehe sonst viel auf Prog und Schräges, neue Opeth, Dillinger Escape Plan, Gorguts Obscura, Magma, Hirsch Effekt, ihr wisst schon.. aber wenn man Bocj auf Speed hat ist das verdammt cool.

    9/10