Year Of The Goat - The Unspeakable

Review

Galerie mit 11 Bildern: Year Of The Goat - Summer Breeze 2013

Drei Jahre nach ihrem denkwürdigen Debüt „Angel’s Necropolis“ holen YEAR OF THE GOAT mit „The Unspeakable“ zu ihrem zweiten großen Schlag aus. Zwischenzeitlich bei Napalm Records im Label-Stall zeigen sich die schwedischen Occult-Rocker spielfreudiger und experimenteller denn je.

Bereits mit der Vorabsingle „The Emma“ haben die sechs Herren gezeigt, wie man sich auch in Zeiten von unzähligen teufelsverehrenden Rockformationen ein Alleinstellungsmerkmal erspielt: Mit einer Mischung, die stets pendelt zwischen grooviger Eingängigkeit und dichter, düsterer Atmosphäre. Egal, ob man nun COVEN oder BLACK SABBATH als Einfluss bemüht: YEAR OF THE GOAT ist es gelungen eine ganz eigene Interpretation klassischer, okkulter Rockmusik abzuliefern – was „The Unspeakable“ eindrucksvoll unterstreicht. Daher verwundert es auch nicht, dass man stellenweise sogar den Mut aufbringt, das eigene musikalische Rezept punktuell zu erweitern: Insbesondere Titel wie „The Wind“ (ein poppiger Prä-Gothic-Rocker) oder „All He Has Read“ (mit deutlich progressiver Schlagseite) zeugen von dieser Entwicklung. Dass es auf der anderen Seite aber auch direkt rockig, mit leicht psychedelischem Einschlag geht, beweisen Nummern wie „Vermin“ oder „The Sermon“ (mit schönem SÓLSTAFIR-Gedächtnis-Lead zum Einstieg). Oder man nimmt das surreale „Riders Of Vultures“, das eine zerbrechliche Mischung aus Stadionrock mit markantem Gitarrensolo und Twin-Peaks-Verschrobenheit hervorzaubert. Stilistisch breit aufgestellt, aber doch nie wahllos sind die Schweden im Einsatz ihrer Mittel: Egal, ob es die einschmeichelnde Stimme von Frontmann Thomas Sabbathi ist, die beständig zwischen beschwörendem Sprechgesang und hymnenhaftem Klargesang wechselt, die dichten Backingvocals oder die punktuell eingesetzte Hammond-Orgel. Dabei gelingt es YEAR OF THE GOAT geheimnisvoll und melancholisch daher zu kommen, ohne jedoch in die große Depression zu verfallen – ein Kunststück, das im Hinterkopf „Hotel California“ von THE EAGLES oder den schamanischen Rock von THE DOORS anklingen lässt. Zugeben muss man aber auch: Manchmal trägt „The Unspeakable“ doch recht dick auf. Markanter Gesang, unterstützt von Chorus, Orgel und Effekten, das kann stellenweise doch ein wenig zu viel des Guten sein. Ebenso finden sich auch leichte Längen in eher unspektakulären Titeln wie „World Of Wonders“ und „Black Sunlight“ – alles kein Beinbruch und nur zu bemerken im direkten Vergleich zu der ansonsten hervorragenden Darbietung von YEAR OF THE GOAT.

Somit ist festzustellen: YEAR OF THE GOAT liefern auf „The Unspeakable“ ausgezeichnete Qualität und unterhaltsame, dichte und zeitlose Rockmusik ab – da summt selbst der Höllenfürst auf seinem Thron mit.

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25.07.2015

Iä! Iä! Cthulhu fhtagn!

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