Hasmik Hovhannisyan - Teil II
"Wir hatten eine Aktion, dass jeder mit einem Metalshirt, der zu uns kommt, einen Rabatt bekommt..."

Interview

Hat mit „Emissary of the Anunnaki“ ja in einem Fall schon geklappt. Es gibt ja auch schon andere Bands, die ebenfalls Comics haben. Kennst du etwa COHEED & CAMBRIA?

Ja, ich kenne die Band, höre sie aber eher weniger. Aber in letzter Zeit haben die auch wenig Comics raus gebracht, oder? Ich hab lange nichts mehr gehört.

Ich glaube mit dem neuen Album stehen potentiell auch wieder neue Comics an. Das neue Album hatte schon eine Graphic Novel in der Limited Edition mit dabei, glaube ich. Also wird es in Zukunft wohl mehr geben.

Wahrscheinlich. Es ist witzig, die Verbindung von Comics mit Metal ist ja nicht so neu. Selbst manche Bands die auf unserer Wunschliste standen, haben schon ihre eigenen Comics. Aber es geht immer um die Interpretation. Ich würde gerne neue machen, selbst wenn bestimmte Bands schon eigene Comics haben. Es gibt einfach zu viele Stories, die noch erzählt werden wollen.

Wenn wir über Comics sprechen, magst du Filmadaptionen von Comics, etwa das Marvel- und DC-Universe, die ja mittlerweile zu wahren Franchises geworden sind?

Ich denke es ist fantastisch, dass solche ehemaligen Nischenthemen heute ein so großes Publikum haben und in spektakuläre Filme übertragen werden. Ich muss aber zugeben, dass ich persönlich nie der Superheldenfan war, besonders in Comics. Aber ich liebe es, dass dieses Franchise so viele Leute weltweit begeistert und inspiriert.

Ich mein, ich bin ja selber auch in Filmproduktion involviert und für Leute, die mit diesen alten Comics aufgewachsen sind, diese nun im Kino sehen und ihre Kindheit ein Stück weit wieder erleben können, ist das schon toll. Auf diese Art können sie vielleicht ihre eigenen Kinder dazu bekommen, die Originalcomics zu lesen. Ich denke, es ist eine tolle Kultur, die ein gewisses Franchise für immer verändern kann.

Das kann ich nachvollziehen. Persönlich mag ich einige Comics oder ihre Reinterpretationen, nehmen wir BATMAN als Beispiel, der in verschiedenen Filmen auch unterschiedlich porträtiert wurde. Mangas oder andere Comics die später zu Filmen wurden, fallen mir da auch noch ein. Etwa WATCHMAN, das war auch ein Sleeper-Hit für mich.

Ja, das ist exakt das, was ich meine. Ich liebe zum Beispiel die „Saga“-Comicserie von Brian Vaughan, die ein so großes, fantastisches Universum beinhaltet und könnte mir vorstellen, das in Form eines Films eines Tages zu sehen. Ich denke nicht, in nächster Zeit einen solchen Film mit HY Productions stemmen zu können, aber wer weiß, vielleicht eines Tages…

Es muss ja keine große Produktion sein. Andere interpretieren Stoffe für Theater um oder Musik. Man könnte ja etwa die Comics von Metal Depot oder einer anderen Sparte nehmen und probieren mit bestimmten Charakteren daraus etwas zu erarbeiten. Die Musik mancher Metalbands ist ja auch inspiriert von alter Literatur oder Mythologie, wie etwa bei MELECHESH oder auch H.P. Lovecraft, der bei vielen Death- und Black-Metal-Bands als lyrische Inspiration auftaucht. Dieses Nehmen von Einflüssen und daraus etwas neues machen, ist das, was die Kunst für mich so toll macht. 

Ja, es gibt einfach so viele inspirierende Quellen der Inspirationen, mit denen gearbeitet werden kann. Diese ursprüngliche Story oder der Charakter kann dann zu etwas vollkommen Eigenem umgearbeitet werden.

Wo wir gerade bei Filmen sind: Du warst ja auf der Berlinale letztens, aber auch darüber hinaus, gibt es Empfehlungen oder wertvolle Filme, die du in letzter Zeit gesehen hast?

Ich war in der Woche vor der Berlinale in Rotterdam und hab dort viele Filme gesehen, von denen ich viele auch toll fand. Wenn ich mich auf einen beschränken müsste, würde ich sagen „Our Time (Nuestro Tiempo)“ von Carlos Reygadas, einem mexikanischen Regisseur. Er ist sehr lang, aber wirklich wunderschön und inspirierend.

Ein weiterer Film, dessen Message mich tief berührt hat, war „Capernaum“ von Nadine Labaki. Sonst hab ich nicht so viel gesehen im letzten und auch diesem Jahr oder zumindest nichts, was mich irgendwie tiefgehend getroffen hat. Also aus den letzten Jahren wären es diese beiden Filme.

Danke für die Empfehlungen, tatsächlich Filme die ich nicht kenne. Ich glaube, das ist auch ein großes globales Problem: Während es bei vielen Filmfestspielen hauptsächlich irgendwelcher Hollywoodscheiß oder europäisches Autorenkino rein schaffen, ist der Rest der Welt, der vielleicht auch Talente vorzuweisen hat und gute Stories erzählen kann, immer irgendwie außen vor. Auf diese Weise wäre es vielleicht gut, das stärker in die Köpfe der Menschen zu bringen.

Ja, ich denke die meisten Filme die man auf Festivals sehen kann sind oft die, welche die Filmliebhaber oder vielleicht auch Filmkritiker als wichtig für sich ansehen und konsumieren wollen, aber die aufgezählten Filme hätten ebenso eine Chance verdient, sie sind echt gut.

Ich hab eine Filmliste, die immer länger wird, auch wenn ich viele weg bekomme…

Ich habe dasselbe Problem, es gibt einfach zu viele gute Filme und zu wenig Zeit, um alles zu sehen, besonders wenn man noch mit der Arbeit beschäftigt ist und jedes Jahr einfach mehr und mehr heraus kommen.

Ich probiere selber ein Liste zu pflegen, um mich an die zu erinnern, welche ich sehen wollte. Zum Beispiel den „Lords of Chaos“-Film, den wollte ich unbedingt noch nachholen.

Hast du das Buch gelesen?

Nein.

Es war mehr eine Dokumentation, weniger in der Art, wie nun der Spielfilm ist. Es gab auch noch eine richtige Dokumentation als Film: „Until the Light takes us“. Ich hab allerdings weder das Buch gelesen, noch die Filme gesehen.

Mhm. Als wir an „Emissary of the Anunnaki“ arbeiteten, stießen wir auf einen Comic über die Anfänge und heute berühmt gewordenen Vorgänge im norwegischen Black Metal, der sehr interessante Graphic-Art hatte. Das war etwas, was wir uns vorher angeschaut haben, einfach um ein wenig Inspiration zu bekommen.

Der Stil war jetzt nicht so meins, passte aber für den Comic. Es war auch keine einfache Nacherzählung der Story der norwegischen Black-Metal-Szene, sondern schon eigen und mit Fiktion durchzogen, eine Re-Interpretation. Der Comic hieß glaube ich „Tales from the Black Circle“ oder so ähnlich.

Cool. Danke für die Empfehlungen und danke fürs Interview. Viel Erfolg auch weiterhin mit Metal Depot und den Comics!

Danke dir!

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Quelle: Hasmik Hovhannisyan
23.03.2019

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