Megadeth
Megadeth

Interview

Kaum eine Band hat in der Vergangenheit so für Furore gesorgt wie diese: MEGADETH. Von vielen bereits totgesagt, bieten sie allen Zweiflern weiterhin die Stirn und veröffentlichen großartige Alben. Auch das neue Werk „United Abominations“ reiht sich nahtlos in die MEGADETH Historie ein. Wir baten Mastermind Dave Mustaine um ein Gepräch…

MegadethDave, jedes MEGADETH Album garantiert großartigen, zeitgemäßen Heavy Metal. Was ist dein Motiv, dein Ansporn, immer wieder solche Hymnen auf deinen Alben zu kreieren?

In der Vergangenheit war mein größtes Motiv eigentlich, Geld für etwas zu essen zu verdienen (lacht). Heute treibt mich meine Kreativität an, gewisse Dinge zu erschaffen, auf die ich stolz sein kann.

Ich denke, dass dir das mit deiner neuen Scheibe „United Abominations“ mal wieder gelungen ist.

Vielen Dank. Mit dieser Scheibe verhält es sich wieder wie früher. Ins Studio gehen, die Platte aufnehmen, touren. Obwohl es eigentlich nicht immer toll ist, gerade aus dem Studio zu kommen, die Sachen zusammenzupacken und auf Tour zu gehen.

Ist der amerikanische Markt für MEGADETH eigentlich noch attraktiv?

Na klar!

Ich denke jedoch, dass es für traditionelle Metal Bands eine schwere Bürde ist, dort erfolgreich zu sein.

Nicht für MEGADETH. Es gibt immer noch ein paar Bands an der Spitze, die machen können, was sie wollen und trotzdem gut verkaufen. Ein paar von den Bands, die mit uns damals anfingen, gerieten in Schwierigkeiten. Nun, ich hatte eigentlich in meiner ganzen Karriere Schwierigkeiten (lacht). Ich glaube, ich würde es nicht mehr merken, wenn irgendwo ein Problem oder Schwierigkeiten auftauchen würden.

Dir machen solche Eventualitäten also nichts aus?

Nein, hindert mich Nachts nicht beim Schlafen (lacht).

Kommen wir noch mal auf eure neue Platte „United Abominations“, cooler Titel übrigens. Ist das eine bewusste Anspielung auf die vereinten Nationen?

Natürlich.

Okay, die neue Scheibe hat natürlich wieder den typischen MEGADETH Stil, jedoch wurden ein paar ganz neue Elemente eingebaut, z.B. „Sleepwalker“, welches mit Streichern beginnt.

Damit wollten wir eigentlich nur den Hörer erschrecken. Viele Leute meinten ja, dass wir keine richtige Metal Platte mehr machen könnten. Wir wollten den Leuten zeigen, dass wir es noch können, denn nach dem Intro gehen wir auch richtig los.

Stimmt, das tritt ordentlich Arsch. Ist eigentlich „United Abominations“ auch ein Wink an die US-Regierung, wie es noch bei „The System Has Failed“ der Fall war?

Nein, „United Abominations“ geht direkt an die UN! „Washington´s Next“ ist kein Song über die US-Regierung, es geht um die Tatsache, dass die Städte Washington DC, New York City usw. z.B. das Weisse Haus, das Pentagon oder den Sitz der UN beherbergen. Jede Weltmacht in der Geschichte hatte einen Ort, bei dem etwas schiefgelaufen ist oder falsche Entscheidungen getroffen wurden. Und meine Meinung ist, dass die UN im Moment ziemlich viele Fehler machen. Schau dir doch nur mal an, was jetzt im Moment im mittleren Osten los ist. Ich meine jetzt nicht den Irak-Krieg. Wir alle wissen darüber bescheid, was das für ein Mist das war. Es geht mir eher darum, warum sich niemand so richtig um den Konflikt zwischen dem Libanon und Israel gekümmert hat. Wo waren alle? Letztens kam ein Film namens „You And Me“ heraus. Der ist so in der Art wie „Fahrenheit 911“. Dieser Film erläutert wirklich, welche Gräueltaten die UN verursacht hat. Diesen Film finde ich großartig. Nein, ich spiele dort nicht mit und meine Musik kommt auch nicht darin vor.. Vielmehr erklärt er diese ganze Sachlage so grandios, wie ich es nie hätte rüberbringen können. Dort wird gezielt ausgewiesen, warum die UN eine Versagerinstitution ist.

Ist das ein Michael-Moore-Film?

Ähm, nein, er ist von einem Typen, der bei „Fahrenheit 911“ mitgewirkt hat.

Ach so. Ich denke mal, dass Michael mittlerweile reich genug ist.

(lacht) Ja, ich denke auch, dass er seine Glaubwürdigkeit mehr oder weniger verloren hat.

Dem stimme ich zu. Am Anfang seiner Karriere war er verbissener in den Dingen. Nun ist er wesentlich zahmer geworden. Vor allen in Sachen George W. Bush.

Vielleicht hat der Secret Service da seine Finger im Spiel (lacht). Nein ganz im Ernst, wenn du einmal nicht mehr auf die Kohle angewiesen bist und den Hunger stillen kannst, dann wirst du natürlich irgendwann satt und müde.

Stimmt natürlich.

Aber in meinem Fall kann ich sagen, dass ich immer noch McDonalds mag und immer noch Coca Cola trinke. Ich trinke immer noch gerne Sekt und ein Glas Wein. Eine Flasche Champagner ist für mich immer noch was besonderes. Ich brauche auch keine 300 $ Hosen, schau, ich trage einfache blaue Jeans.

In diesem Fall bist du ja wirklich auf dem Boden geblieben. Nicht jeder, der soviel Kohle gemacht hat, kann das von sich behaupten. Um noch mal auf das Album zurückzukommen. „Gears Of War“ ist definitiv eins der dunkelsten Stücke in der MEGADETH Historie. Knallharte Riffs, heavy Sound. Was ist die Geschichte hinter “Gears Of War”?

Die Leute von X-Box haben mit uns Kontakt aufgenommen und fragten uns, ob wir nicht Lust hätten, einen Song für ein Spiel beizusteuern. Im Gegenzug würden die uns die Gigantour sponsern. Wir fanden die Idee einfach klasse. Ich selbst nutze ja einen PC im Studio und keinen Mac. Und Microsoft ist für uns natürlich einausgezeichneter Partner. Na ja, auf jeden Fall erhielten sie das O.K. für die Gigantour und wir machten uns daran, den Song zu schreiben, den wir schließlich „Gears Of War“ nannten. Was ich mit dem Song „Gears Of War“ thematisch behandeln wollte ist die Tatsache, dass sich die Menschen immer geschicktere Möglichkeiten ausdenken, um sich gegenseitig zu töten. Schau mal, dein Großvater musste noch Auge in Auge mit dem Feind kämpfen. Heutzutage werden die Kriege von Feiglingen geführt und diese verstecken sich dabei. Nur wie will man einen Feind bekämpfen, der sich nicht zeigt? Attentäter, die sich in einem Krankenhaus, in einer Schule, in einer Gruppe von Frauen und Kindern in die Luft sprengen…wie feige ist das? Das sind keine Helden, auch nicht in ihrem Heimatland oder Glauben. Helden würden sich vor die Frauen und Kinder stellen und kämpfen, stattdessen verstecken sich diese Pussies zwischen ihren eigenen Leuten.

Tja, Helden sind heutzutage dünn gesät.

Das ist es, was ich mit unserem vorletzten Album „The World Needs A Hero“ bereits sagte.
Ich glaube auch, dass die Menschen auf dem Weg zu ihrem eigenen Erfolg vieles nicht mehr beachten. Wir sind alle so sehr damit beschäftigt nach Hause zu kommen und unsere E-Mails zu checken, dass wir noch nicht mal mehr dazu kommen die Nachrichten zu sehen.

Vielleicht stumpfen die Leute aber auch einfach nur mit der Zeit ab, wenn sie jeden Tag die Bilder von toten Menschen durch beispielsweise Anschläge im Fernsehen sehen.

Ja, aber Hauptsache ich habe meine E-Mails gelesen!

Wie musst du eigentlich drauf sein, um einen Song zu schreiben? Musst du ordentlich angepisst sein oder ist es egal, in welcher Gemütslage du dich befindest?

Auf jeden Fall muss ich vorher was gegessen haben, um meinen Blutzucker zu halten. Wenn ich das nicht mache, dann werde ich mit der Zeit ziemlich kränklich. Obwohl es manchmal für mich besser wäre, wenn ich vorher nichts gegessen hätte (lacht). Ich muss mich dabei schon gut fühlen, obwohl ich nicht mehr im bedröhnten Zustand Songs schreibe. Heute trinke ich eher ein Glas Wein, statt mit einer Flasche Cognac in der Hand herumzulaufen während die Leute denken „Schaut euch den Mustaine an, der hat bestimmt wieder Drogen in der Hosentasche“, wie es früher war. Es ist vieles anders, heute spiele ich wieder gerne, gehe gerne auf Tour und freue mich, mit meiner Familie zusammen zu sein.

Wer ist eigentlich deine Duett-Sängerin bei der Neuauflage von „A Tout Le Monde“?

Christina von LACUNA COIL.

Dachte ich mir doch! Wie hast du LACUNA COIL kennen gelernt?

Nun ich habe eigentlich nur Christina kennen gelernt, nicht die gesamte Band. Ich bin LACUNA COIL sehr dankbar, dass sie solch eine Sängerin haben. Normalerweise erinnern mich solche Bands ja immer an diese NO DOUBT Videos. Wenn Produzenten reinkommen und zu einem Mädel sagen „Los, steig in diese Band ein und zeig es den Jungs, ich mache dich zum Star…und vielleicht wirst du sogar mein Sexsklave für immer!“ Als ich jedoch sie in einem Video sah, raubte es mir fast den Atem. Ich meine, wir haben verschiedene Sängerinnen probiert und sogar an Lisa Marie Presley gedacht. Aber als ich ihre Stimme hörte, war es klar, dass sie perfekt dazu passt.

In der Vergangenheit hatten MEGADETH auch experimentellen Phasen mit Alben wie z.B. „Cryptic Writings“ oder „Risk“. „Wanderlust“ ist so ein typisch untypischer MEGADETH Song. Mit „The System Has Failed“ und „United Abominations“ habt ihr aber wieder einen Schritt zurück gemacht, zurück zur Basis sozusagen. Gab es dafür einen besonderen Grund?

Es ist das, was ich mag (lacht)! Zu „Cryptic Writings“ und „Risk“ Zeiten, übte die Plattenfirma einen großen Druck auf uns aus. Ich meine, sie schafften es sogar, unser Logo zu ändern. Sie sagten uns, dass wir andere Klamotten anziehen und uns die Haare färben sollen. Außerdem sollten wir mehr Alternative klingen um in Radio gespielt zu werden. Meine Tochter wurde am 28. Januar 1998 geboren. Am 29. Januar 1998 saß ich in einem Flugzeug, um auf Howard Stern´s (US-Radiostar) Geburtstagsparty zu spielen. Das Label sagte uns, wenn wir auf dem Geburtstag von diesem Arschloch spielen würden, dann würde einer unserer Songs, „Use The Man“, im Programm von Alternative Station in New York gespielt werden. Das ist jedoch nie passiert.

Hmm? Ich dachte eigentlich, dass Howard Stern ein cooler Typ sei, der auf Heavy Metal steht!

Der Punkt ist ja, dass es uns die Plattenfirma versprochen hat. Statt bei meiner Frau und meinem kleinen Baby zu sein, verbringe ich die Zeit in New York bei einem Typen, denn ich wirklich nicht mag, zusammen mit einem Versprechen, was nie in die Tat umgesetzt wurde.

Das ist natürlich bitter. So kann das Business auch sein.

Es ist nichts neues, solche Dinge sind schon so oft geschehen…

Wie war es eigentlich, zusammen mit Chris Poland an „The System Has Failed“ zu arbeiten? Hattet ihr die ganze Zeit über Kontakt oder war es eher ein Zufall?

Damit habe ich abgeschlossen, ich denke nicht mehr über Chris nach. Wir sollten mit der nächsten Frage weitermachen.

Ihr seit ja nun schon sehr lange im Geschäft. Nach all dieser Zeit, was bedeutet dir Heavy Metal noch? Hörst du in deiner Freizeit noch Metal oder interessieren dich andere Bands nicht mehr?

Doch, manchmal höre ich noch Metal. Es ist nur so, dass ich nicht mehr die Zeit dazu finde, mir irgendwelche Platten anzuhören. Ich habe Familie, bin oft auf Tour und gebe viele Interviews. Nach wie vor interessiere ich mich natürlich noch sehr für Musik und wenn mich etwas sehr interessiert, dann setze ich mich auch schon mal hin und gehe näher darauf ein. Ich muss dabei aber immer wieder aufpassen, dass dies sich nicht auf meinen Stil ausübt, was in meiner Karriere leider sehr oft passiert ist. Ich versuche immer, mir selbst gegenüber treu zu sein, auch bei meinem Spiel. Deswegen höre ich mir sehr oft meine eigenen Sachen an. Mit „Risk“ habe ich mich so weit von meinem Stil entfernt, wie ich es nie gewollt habe. Mit „The World Needs A Hero“ habe ich mich meinem Stil wieder genähert. Kurz bevor wir uns von Marty (Friedman, Gitarre) trennten sagte ich ihm, dass wir uns wieder auf unsere alten Stärken besinnen sollten. Doch Martys Wunsch bei „Risk“ war, dass wir uns noch mehr ändern sollten. Das ist der Grund, warum Marty jetzt bei einer japanischen Mädchen-Pop-Band spielt. Er hatte einfach keinen Bock mehr auf die Musik von MEGADETH. Er hätte lange Zeit vor „Risk“ aussteigen sollen. Vielleicht wäre diese ganze Arie dann nie passiert. Nicht, dass wir uns falsch verstehen, ich mag „Risk“ und denke, dass es trotz allem eine gute Platte ist.

Ich habe mal ein Interview mit Marty gelesen, was mir sehr sauer aufgestoßen ist. Er meinte, dass alleine der Name MEGADETH nichts taugt und man mit diesem Namen keine Platten mehr verkaufen kann. Und das, obwohl er die fetten Jahre mit Alben wie „Rust In Peace“, „Countdown To Extinction“ oder „Youthanasia“ miterleben durfte.

Er versucht so, seine Position und Entscheidung zu verteidigen. Ich wünsche ihm alles Gute, er wird jedoch nie wieder so groß werden, wie er bei MEGADETH war. Er mag vielleicht in Japan groß sein, aber Japan ist nun mal eine kleine Teenie-Insel im Südpazifik. Marty mag die japanische Kultur, aber eine falsche Bewegung dort…ich möchte jetzt aber auch gar nichts Schlechtes über ihn sagen. Auf jeden Fall war es Zeit für ihn, MEGADETH zu verlassen, um bei einer japanischen Mädchenband anzufangen.

Ob es das richtige für ihn ist?

Wenn er glücklich damit ist? Warum nicht? Ich bin froh, dass er nicht mehr in der Band ist und ich hoffe, dass es ihm genauso geht. Er würde MEGADETH ruinieren, wenn es länger gedauert hätte. Die Leute himmeln Marty immer noch an, wie gut er doch gespielt hätte. Doch genau diese Leute haben keine Ahnung, was er getan hat.

Nun ist es natürlich so, dass die meisten Fans denken, dass MEGADETH gleich Dave Mustaine ist und dir die Schuld in die Schuhe schieben.

Meine Aufgabe als Bandleader ist es aber, Entscheidungen zu treffen. Auch wenn sie schwerwiegend sind. Es ist meine Aufgabe, die Fans bei Laune zu halten. Aber Marty sagte nur „Wir müssen ruhiger werden, einen anderen Kurs einschlagen“. Meine Antwort war immer: „Wovon redest du, verdammt noch mal!“. Er ging auf die Bühne und trug weiße Hosen! Weiße Hosen! Dazu ein leuchtendes, lilafarbenes T-Shirt. Dann waren auch noch seine Haare ab. Die Haare seiner Frau waren länger als seine. Ich schaute ihn an und fragte: „Was ist mit dem Metal God passiert, mit den arschlangen Haaren und den Riff-Attacken an der Gitarre?“. Ich meine, er fing an diese Weibergitarre zu spielen, eine Les Paul, auf der Bühne. Ich wusste, dass er gehen würde. Ich wusste es schon sehr lang. Es hat sich nach und nach herauskristallisiert.

Im Endeffekt ist es schon irgendwie schade. Das Line Up Dave Mustaine, Marty Friedman, David Ellefson und Nick Menza war schon irgendwie grandios.

Ich denke jedoch, dass Glen Drover ein viel besserer Gitarrist als Marty ist. Hör dir noch mal die neue Platte an. Die Platte meine ich, nicht diesen Internet-Stream-Mist. Hör dir das Album auf deiner Stereoanlage an, vielleicht über Kopfhörer oder in deinem Auto. Du wirst feststellen, dass Marty und Glen zwar vom gleichen Kaliber sind, aber Glen eher zum MEGADETH-Stil passt. Bei einigen von Martys Solos hört man deutlich heraus, dass er diesen japanisch/östlichen Einfluss hat. Glen dagegen ist ein richtiger Metal-Musiker. Glen konnte schon Erfahrungen u.a. bei KING DIAMOND sammeln, Marty hingegen…hmm…spielte mit Jason Becker, der zwar auch ein großartiger Gitarrist ist, aber das Zeug war eher Gitarrengefummel und kein richtiges Songwriting. Und mich dann zu fragen, ob er nicht die Songs schreiben soll, obwohl er keinen blassen Schimmer davon hat…na ja, wir reden zu viel über Marty, wir haben ein neues Album am Start, über das wird reden sollten.

Kommen wir doch mal zu deiner Familie. Dein Sohn Justis z.B., mag er die Songs bzw. die Musik von seinem Vater?

Er sollte die Musik lieber mögen (lacht)! Spaß, Justis spielt ja auch Gitarre und Electra mag es eher, moderne Rocksachen zu singen. Sie mag es, wenn sie z.B. eine Melodie nachsingen kann.

Eine Frage, die schon länger in meinem Kopf herumspukt ist, wie es dazu kam, dass du dich zum Christentum bekannt hast? Wie hast du zu Gott gefunden?

Das ist doch keine Neuigkeit! Hör dir doch nur mal „Peace Sells…But Who´s Buying“ an. Was singe ich da? „What Do Mean I Don´t Belive In God? I Talk To Him Every Day”. Richtig?

Ja, stimmt.

Oder “Looking Down The Cross” vom ersten Album. Das ist ein Song über Jesus. Wer sonst würde wohl vom Kreuz herunterschauen? Ich habe Gott oft in meine Songs eingebaut. „Holy Wars“ war auch so ein Stück. Es ist nichts neues. Die Tatsache, dass ich ein wiedergeborener Christ bin, ist jedoch meine Privatsphäre und darüber spreche ich normalerweise nicht. Denn in einer öffentlichen Plattform findest du genügend Leute die nur darauf warten, dass ich irgendwo einen Fehler mache. Dann kommen Sprüche wie „Er ist kein Christ, er hat auf meine Titten gestarrt“ usw. Aber wenn ich z.B. ein Jude wäre oder ein Moslem, ein Buddhist, ein Katholik…dann würde sich niemand daran stören. Doch nur weil ich ein Christ bin, stürzen sich die Leute darauf. Es ist mein Glaube! Meine Sache! Wirkt es sich auf das Album aus zu wem ich bete? Mache ich deswegen eine schlechtere Metal-Scheibe? Nicht wirklich, oder? Wenn ich jetzt zu einem Gott beten würde, der mir die Kraft und mein Talent raubt, dann würde ich zu mir sagen „Hey Dave, du betest zu dem Gott der schrecklichen Solos“ (lacht). Um noch mal auf die neue Scheibe zu kommen. Ich denke, dass diese Platte ein wirklicher Indikator dafür ist, wie es in meinem Leben momentan ausschaut. Das coole ist ja, dass ich niemanden erzählen muss, wie man ein Leben zu leben hat. Ich gehe wählen. Ich habe mich dafür entschieden, mein Leben so zu leben. Verstehst du? Wenn du wissen willst, was ich gemacht habe, dann erzähle ich es dir. Wenn du aber wissen willst, was du machen musst…dabei kann ich dir nicht helfen, das musst du ganz alleine für dich entscheiden! Ich kenne dich nicht. Und du kennst mich nicht. Warum sollte ich dir also sagen, was du zu tun oder zu lassen hast. Als ich noch in Arizona lebte, lehrte ich ein paar Kids Martial Arts. Kids hören zu. Teenager nicht. Erwachsene? Die hören nur auf sich selbst. Und dann kommt man zu dem Punkt kommt, an dem man sich wünscht, mehr aus seinem Leben zu machen. Ich habe alles versucht. Hexerei, schwarze Magie, Beschwörungen…all das habe ich ausprobiert, weil ich nichts zu verlieren hatte. Doch heute? Guck mal hinter dich…da liegt ein Gitarrenkoffer. Da war ein Prototyp meiner ersten Dean Signature Gitarre drin. Ein echtes Sammlerstück mit einem besonderen Wert für mich. Die Gitarre ist weg. Im Flughafen verschwunden. Ich habe sie mit nach Deutschland gebracht. Der alte Dave würde längst wie eine Furie herumtoben und jeden anbrüllen. Doch schau mich an! Es macht mir nichts aus. Meine neue Einstellung funktioniert.

Die Gitarre ist wirklich weg?

Verschwunden.

Was zur Hölle…

Genau das war mein erster Gedanke. Meine erste Dean „Dave Mustaine Signatur“ Klampfe.

Ich an deiner Stelle würde heulen!

(lacht) Im inneren erwürge ich gerade den Typen vom Flughafen, der sie verloren hat. Doch äußerlich…vielleicht findet der Typ der sie geklaut hat damit ja sein Glück…und landet im Gefängnis für die nächsten hundert Jahre (lacht).

Schau in nächster Zeit doch mal auf eBay, ob sie dort angeboten wird.

Pff, das kannst du vergessen. Diese Gitarre gibt es nur einmal auf der ganzen Welt.

Aber manche Leute sind so blöd…

Das stimmt auch wieder. Wenn ich sie finde, werde ich für sie bieten und dann…

Wer hat eigentlich das Cover der neuen CD entworfen?

Das Cover war meine Idee und ich hatte diesen Typen Namens John Irense an der Hand, der das Cover in die Tat umgesetzt hat. Er ist ein ziemlich neuer Künstler, den ich da entdeckt habe.

Michael „Mitch“ Müller war also dieses Mal nicht beteiligt?

Michael? Nein, Michael hat die letzten Cover entworfen. Doch er hat jetzt eine Band, WARHEAD. Außerdem ist John eher in meiner Nähe als Michael. Es ist doch so, wenn man jemanden findet, der näher bei einem lebt und schneller zu erreichen ist, dann entscheidet man sich für denjenigen. Michael hat großartige Arbeit gemacht, doch wir brauchten jemanden, der näher bei uns ist.

Okay, das war es. Vielen Dank für die ehrlichen Antworten und für deine Zeit.

Dir auch vielen Dank! Und weiterhin viel Erfolg mit eurer Website.

Galerie mit 25 Bildern: Megadeth - European Tour 2020 in Hamburg
07.05.2007

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