The Ocean
Von unaussprechlichen Albentiteln

Interview

Robin: Es gibt viel zu wenig schlechte Reviews. Die meisten Leute, die so halbprofessionell irgendwo schreiben, die trauen es sich halt nicht. Auch als Leser finde ich es interessanter, wenn jemand etwas richtig kaputt macht. Es ist lustig, wenn man es gut macht.

Es kann aber auch viel zerstören wenn die großen Magazine einer Platte von einer jungen Band nur vier oder fünf Punkte geben.

Paul: Das kann die Motivation der Band ganz schön runter ziehen.

Robin: Wer sich nicht mit Kritik von Dritten auseinandersetzen kann, auf die Art und Weise, dass ihn das nicht emotional kaputt macht, der muss noch ein wenig älter werden. Ich erinnere mich, dass uns irgendwer im Rock Hard nicht mochte als wir angefangen haben und der hat ein vernichtendes Review über „Aeolian“ geschrieben. Da hab ich mich wochenlang darüber aufgeregt und ihm einen Brief geschrieben. Das war überhaupt nicht objektiv und gehässig und ätzend und da hab ich mich wahnsinnig darüber aufgeregt. Heutzutage würde ich darüber schmunzeln.

Paul: Die Problematik, die mich schon immer gestört hat, dass es so typenabhängig ist. Manche Leute stehen halt nicht auf Post Rock und die kriegen dann auch keine Post Rock-Platten. Aber eigentlich wäre es dann total interessant, die ein Review schrieben zu lassen.

Robin: Das hat ja aber auch seinen Sinn. Wenn ich jetzt die neue BLIND GUARDIAN Platte reviewen müsste, das wäre jetzt nicht fair der Band gegenüber.

Paul: Dann würde die Band aber auch die fehlenden schlechten Reviews bekommen, die du bemängelt hast.

Und du würdest auf deinen Punkteschnitt kommen, den die Redaktion dir vorgibt.

Robin: Mehr Mut zu schlechten Reviews.

Paul: Im Sinne von Kritik.

Das löst dann ja aber auch immer schön was aus. Gestern ist ein Review mit zwei Punkten zur neuen KÄRBHOLZ Scheibe raus gekommen und dann wird wahrscheinlich der ganz Anhang kommen und den Redakteur beschimpfen.

Robin: Ich finde ein Journalist hat das Recht zu sagen, wenn er was scheiße findet. Außerdem ist ein Review auch immer etwas sehr subjektives. Es ist nett der Musik und dem Künstler gerecht zu werden, eine Verpflichtung dazu gibt es aber auch nicht. Man darf auch mal sagen, dass man es scheiße findet, dass es prätentiös und ätzend ist und das es einem nichts gibt.

Paul: Aber nur, wenn es einen nicht selbst betrifft.

Robin: Mittlerweile finde ich es lustig, wenn jemand darüber abhasst.

Galerie mit 18 Bildern: The Ocean - Pitfalls Tour 2019 in Berlin

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Quelle: Interview mit The Ocean am 13.03.2019 in Stuttgart
25.03.2019

Schuld ist man immer nur selbst, alles andere ist Feigheit.

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