"Ol‘ Black Eyes is Back"-Tour 2019
Der Godfather of Shock Rock kann es noch!

Konzertbericht

Billing: Alice Cooper und Black Stone Cherry
Konzert vom 01.10.2019 | Olympiahalle, München

München im Ausnahmezustand: Wen der Horror des Oktoberfests nicht ausreichend schockiert, der bahnt sich seinen Weg durch vollgekotzte U-Bahnhöfe und vorbei an zahlreichen Bierleichen zur Münchner Olympiahalle. Mit ALICE COOPER gastiert dort nicht nur der einzig wahre Godfather of Shock Rock, sondern zudem ein hervorragender Entertainer, der das Publikum mit einer prall gefüllten Setlist zu unterhalten weiß. Mit von der Partie: die sympathischen Südstaaten-Rocker BLACK STONE CHERRY. Die Grundvoraussetzungen für erstklassige Unterhaltung fernab von Bierzelten und Fahrgeschäften sind somit bereits erfüllt. Doch kann das, was sich auf dem Papier zunächst ganz gut liest, auch live wirklich mithalten? Erfahrt es hier! Obendrauf gibt es schicke Konzerteindrücke von den Shows aus Berlin und Mannheim.

BLACK STONE CHERRY – Die Hoffnung des Southern Rocks

Galerie mit 18 Bildern: Black Stone Cherry – Ol‘ Black Eyes is Back Tour 2019 in Berlin

Die Zukunft des Rock ’n‘ Rolls ist gesichert: BLACK STONE CHERRY aus Kentucky erweisen sich von Beginn an als hochkarätiger Voract, der trotz feurig-fetziger Titel wie „Burnin'“ nichts anbrennen lässt. Die vier US-Rocker spielen sich gekonnt durch ihre größten Hits („Blind Man“, „White Trash Millionaire“), heizen das Publikum mit einer energiegeladenen Performance an und beweisen, dass keine Bühne dieses Landes zu groß für sie ist. Das Publikum gibt sich dem authentischen Southern Rock-Flair gerne hin und feiert dermaßen gut gelaunt mit, dass man beinahe meinen könnte, das Südstaaten-Quartett sei der eigentliche Hauptact an diesem Abend. Besonders schön: Die Jungs um Frontman Chris Robertson verleihen jedem ihrer Songs einen virtuosen Live-Feinschliff, sei es der von Bongos begleitete Ausflug in den Reggea bei „In My Blood“ oder das Snippet von Jimi Hendrixs legendärem „Purple Haze“ während „Cheaper to Drink Alone“. ALICE COOPER kann beruhigt sein: Die nächste Generation weiß handgemachten Rock genauso zu schätzen wie er.

Setlist:

Burnin‘
Me and Mary Jane
Blind Man
In My Blood
Blame It on the Boom Boom
White Trash Millionaire
Lonely Train
Cheaper to Drink Alone
Family Tree

Galerie mit 22 Bildern: Black Stone Cherry – „Ol‘ Black Eyes is Back“-Tour 2019 in Mannheim

ALICE COOPER – Älter, aber keinesfalls alt

Galerie mit 28 Bildern: Alice Cooper – Ol‘ Black Eyes is Back Tour 2019 in Berlin

Wer vor der Show die Sorge hatte, ALICE COOPER könne aufgrund seines fortgeschrittenen Alters nicht mehr ordentlich abliefern, wurde prompt beim Opener „Feed My Frankenstein“ eines Besseren belehrt. Der Godfather of Shock Rock überzeugt sowohl gesanglich als auch optisch (vor allem dank der aufwendigen Bühnenshow) und liefert konsequent auf ganz hohem Niveau ab. Hits wie „No More Mr. Nice Guy“ oder „I’m Eighteen“ kann das Publikum praktisch auswendig und singt sich mit seinem großen Idol die Seele aus dem Leib. Dass ALICE COOPER ein Fan von ausschweifender Theatralik dürfte hinlänglich bekannt sein, doch was der Altmeister an diesem Abend auf die Beine stellt, sucht vergeblich seinesgleichen. Praktisch jede Nummer wird mit cineastischer Bildgewalt und viel Liebe zum Detail dargestellt. So metzelt ein maskierter Mörder zu „He’s Back (The Man Behind the Mask)“ mal eben eine junge Dame mit seiner Machete nieder, während bei „Roses on White Lace“ eine blutgetränkte Geisterbraut über die Bühne spukt.

Stimmlich sitzt beinahe jeder Ton, lediglich die Verses des Überhits „Poison“ scheinen ALICE COOPER inzwischen Schwierigkeiten zu bereiten. Teilweise wirkt seine Stimme hier doch recht dünn, was der Schockrocker im Chorus jedoch gekonnt wieder ausbügelt. Ansonsten bietet die Tour alles, was man sich vom alternden (aber immer noch absolut fitten!) Rock and Roll Hall of Fame-Mitglied erwartet: die Rock-Legende wird theatralisch enthauptet, in seine ikonische Zwangsjacke gesteckt und stolziert mit Stock und Zylinder bestens gelaunt über die Bühne. Ganz großes Kino! Als die letzten Töne von der Zugabe „School’s Out“ verklingen, sind sich alle einig: Das Alter ist nur eine Zahl und ALICE COOPER hat das Zeug (und hoffentlich auch die Muße) dazu, noch einige Jahre weiterzumachen.

Setlist:

Feed My Frankenstein
No More Mr. Nice Guy
Bed of Nails
Raped and Freezin‘
Fallen in Love
He’s Back (The Man Behind the Mask)
I’m Eighteen
Billion Dollar Babies
Poison
Guitar Solo (Nita Strauss)
Roses on White Lace
My Stars
Devil’s Food (Jamsession der Band)
Black Widow Jam (mit Drumsolo)
Steven
Dead Babies
I Love the Dead
Escape
Teenage Frankenstein
Under My Wheels
School’s Out
Galerie mit 26 Bildern: Alice Cooper – „Ol‘ Black Eyes is Back“-Tour 2019 in Mannheim
07.10.2019

"What is this that stands before me?"

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