Die Apokalyptischen Reiter
"Die Welt ist tief"-Tour 2014 - Die Apokalyptischen Reiter, Tanzwut und Die Vorboten live in Hamburg

Konzertbericht

Billing: Die Apokalyptischen Reiter, Die Vorboten und Tanzwut
Konzert vom 19.10.2014 | Markthalle, Hamburg

Die Apokalyptischen Reiter

Gibt es einen schöneren Wochenendausklang als ein richtig fettes, ordentliches Metal Konzert? Eben – es gibt nichts besseres, daher hebt man einfach mal seinen Sonntagsfaulen Hintern vom Sofa und fährt zur Markthalle in Hamburg, um bei dem Dreiergespann DIE APOKALYPTISCHEN REITER, TANZWUT und DIE VORBOTEN im Rahmen der „Die Welt ist tief!“ Herbst-Tour ordentlich die Matte zu schütten.

DIE VORBOTEN

Pünktlich wie die Maurer beginnen DIE VORBOTEN um 20 Uhr ihr 30-minütiges Set. Stilistisch ist die Musik klar an der des Headliners des Abends, DIE APOKALYPTISCHEN REITER, angelehnt, allerdings gibt sich die Band in den Texten sehr gesellschaftskritisch, mehr noch als die Reiter selbst. Für die nicht Textsicheren in der Markthalle wird der Text freundlicherweise auf einem Monitor durchlaufen gelassen, auf dass auch jeder ordentlich mitgrölen kann.

Die Apokalyptischen Reiter

Besonders die Songs „Massenmedien“ und „Monotony“ heizen die Jungs und Mädels vor der Bühne ordentlich auf. Der Truppe auf der Bühne allerdings dürfte nicht allzu warm geworden sein – der beengte Platz vor den Aufbauten von TANZWUT und DIE APOKALYPTISCHEN REITER schränkt die Bewegungsfreiheit des Sängers und seiner zwei Kollegen an den Saiteninstrumenten doch sehr ein. Zum Abschluss wird sich mit dem Song „Funke“ verabschiedet. Zum Einstieg durchaus nett, vor allem durch die Ähnlichkeit zur Hauptband haben hier sicher einige DIE VORBOTEN für sich entdeckt.

Galerie mit 7 Bildern: Die Vorboten - Die Apokalyptischen Reiter - Die Welt ist tief Tour 2014

Setlist:

  • 01. Intro
  • 02. Existenz
  • 03. Angst
  • 04. Monotony
  • 05. Menschenfresser
  • 06. Zum Meer
  • 07. Massenmedien
  • 08. Regelwerk
  • 09. Schmiede
  • 10. Funke

 

TANZWUT

Wen DIE VORBOTEN noch nicht so ganz auf Betriebstemperatur bringen konnten, der ist dies spätestens nach dem zweiten Akt. TANZWUT, seit Jahren eine brodelnde Mixtur aus Teufels Küche, startet nun seine „Höllenfahrt“ und reißt das Hamburger Publikum von Anfang an mit. Anfangs als Höllenhunde maskiert legen René und der Zwilling ihre Masken nach dem ersten Song ab und montieren sie auf die Mikroständer, um besser rocken zu können – und dann beginnt eine TANZWUT-Show, wie man sie kennt und liebt: Sänger Teufel unterhält mit amüsanten Ansagen, Pyro und Thymr posen auf dem Podest um die Wette – und die Hamburger Markhalle verwandelt sich in einen Hexenkessel. Ich persönlich freue mich besonders über das DIE ÄRZTE-Cover „Bitte Bitte“ und das darauffolgende „Der Wächter“ vom „Labyrinth der Sinne“.

Die Apokalyptischen Reiter

Bei „Der Rückgratreißer“ fordert Teufel die letzten Sitzenden der hintersten Reihen auf, sich zu erheben, wenn sie noch über ein Rückgrat verfügen. Diese Aufforderung wirkt, und so sitzt zum Ende, das mit „Hymnus Cerberi“ optisch und musikalisch zum Highlight der Show wird, niemand mehr. Auch TANZWUT können sich durch den beengten Platz auf der Bühne nicht wie gewohnt austoben, doch liefern sie eine runde Show ab, und nun ist auch der Letzte aufgewärmt für die nun folgende Reitermania.

Galerie mit 15 Bildern: Tanzwut - Die Apokalyptischen Reiter - Die Welt ist tief Tour 2014

Setlist:

  • 01. Höllenfahrt
  • 02. Ihr wolltet Spaß
  • 03. Meer
  • 04. Das Gerücht
  • 05. Merseburger Zauberspruch
  • 06. Bitte Bitte
  • 07. Der Wächter
  • 08. Rückgratreißer
  • 09. Heimatlos
  • 10. Nein Nein
  • 11. Hymnus Cerberi

 

DIE APOKALYPTISCHEN REITER

Die Reitermania lässt nicht lange auf sich warten – dank einer erfrischend kurzen Umbaupause. Der erste Song „Freiheit.Gleichheit.Brüderlichkeit“ zeigt den sonst so bewegungsfreudigen Fuchs mal von einer anderen Seite – stoisch „propagiert“ er den Song in Uniform ohne große Bewegungen, um den militärischen Charakter des Songs nochmal zu unterstreichen. Bei „Revolution“ gibt er allerdings seine Uniform und den Hut ab und springt wieder in vertrauter Gummiball-Manier über die Bretter – und es dauert nur ein paar Sekunden, bis es die Markthalle ihm gleich tut und ebenfalls außer Rand und Band mitsingt und springt.

Die Apokalyptischen Reiter

Was ich an den Reitern immer wieder toll finde und was sie in meinen Augen zu einer der besten Live-Bands macht, ist die Tatsache, dass sie das Publikum mit einbeziehen, wo sie nur können: Sei es der auserwählte „Seemann“ beim gleichnamigen Song, der über die Köpfe der anderen Anwesenden schippern darf, Fuchs‘ Ansagen, in denen er immer wieder die ersten Reihen mit einbezieht, oder sogar die Wahl der Setlist, die die Fans in einem Fanvoting mitbestimmen dürfen. Heute werden der hungrigen Partymenge Hamburgs „Unter der Asche“ und „Die Sonne scheint“ als Sieger dieses Votings präsentiert.

So vergehen 75 Minuten wie im Flug – tanzend, Matte schüttelnd, surfend – wirklich still zu stehen fällt schwer bei dem perfekten Mix aus neuen Werken und Klassikern und so viel Energie und guter Stimmung von der Bühne aus. Beim krönenden Abschluss „Die Sonne scheint“ wird nochmal sehr anschaulich demonstriert, woher sie denn scheint – aus einem blankgezogenen Hinterteil.

Galerie mit 16 Bildern: Die Apokalyptischen Reiter - Die Apokalyptischen Reiter - Die Welt ist tief Tour 2014

Setlist:

  • 01. Intro
  • 02. Freiheit.Gleichheit.Brüderlichkeit
  • 03. Revolution
  • 04. Wir
  • 05. Der Adler
  • 06. Ein leichtes Mädchen
  • 07. Wo es dich gibt
  • 08. Drumsolo + Sample
  • 09. Hört auf
  • 10. Friede sei mit dir
  • 11. Es wird schlimmer
  • 12. Nach der Ebbe
  • 13. Der Seemann
  • 14. Was bleibt bin ich
  • 15. Unter der Asche (Fan-Voting)
  • Zugabe I:
  • 16. Smell Of Death
  • 17. Reitermania
  • 18. Der Rausch – Die Welt ist tief
  • Zugabe II:
  • 19. Der kleine Wicht
  • 20. Die Sonne scheint (Fan-Voting)
  • 21. Outro

Puh, was für ein Brett – verschwitzt, angetrunken und mit einem festgetackerten Dauergrinsen taumel ich aus der Markthalle in Richtung Bett. Hier und heute gibt es wahrlich nichts auszusetzten – toller Sound, motivierte Bands und geniale Setlisten. Für mich der gelungene Start in die Clubkonzertesaison.

27.10.2014

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