Stoned From The Underground
2011: Doomed & stoned unter freiem Himmel

Konzertbericht

Billing: Church Of Misery, Eyehategod, Jex Thoth, Karma to Burn, Lonely Kamel, Monster Magnet, My Sleeping Karma und Sungrazer
Konzert vom 2011-07-07 | Alperstedter See, Erfurt-Stotternheim

Das elfte Stoned From The Underground am Alperstedter See bei Erfurt-Stotternheim war unser Drittes und für metal.de das Erste. Mit neunzehn Bands, erstmalig an drei, statt zwei Tagen. Mit knapp 3.000 Szeneanhängern, einem Badesee, einem großen und einem kleinen Hügel, eingebettet in pittoresker Landschaft und so einigen Biers und Pfeffis. Soviel zu den numerischen Fakten.

Einen schönen, stimmungsvollen Trailer haben die Kollegen von stonerrock.de bei Youtube hochgeladen.

Nachdem in den Jahren zuvor schon GARCIA PLAY KYUSS, THE ATOMIC BITCHWAX oder COLOUR HAZE das Stoned beehrt haben – damals noch in gemütlicher Zeltatmosphäre – so wurde dieses Jahr das erste Mal eine Open-Air-Bühne aufgefahren, was dank des stonerwürdigen Wetters ab Freitag auch als durchaus angenehm und gelungen bezeichnet werden kann. Insbesondere dem Sound tat die Vergrößerung im Vergleich zu den Vorjahren gut. Auch die Angst um die bekannte und lieb gewonnene familiäre, entspannte Hippie-Atmosphäre wurde uns im Laufe des Festivals genommen. Maximalentspannte Karohemdenträger, wilder Bartwuchs, Sandaletten- sowie einige Barfußträger und für ein Festival überdurchschnittlich hübsche Frauen (hier ein Chapeau an die femininen Geschöpfe) hielten auch zwei Beck’s-Luftgitarre spielende Spaßvögel durchaus aus.

Stoned From The UndergroundNachdem man früher auch mal ein, zwei Zigarettenlängen auf ein Bier warten durfte, wurde dieses Nadelöhr diesmal mit Festivalspielgeld zufriedenstellend gelöst. Um jedoch nicht alles zu gut zu gestalten, wurde nicht versäumt, die Essensversorgung so zu organisieren, dass man hierfür am besten eine ganze Schachtel einpacken sollte, bis man irgendwann an seine Currywurst kam. Diese wurde zuvor intensiv befingert (das aber dafür mit Liebe), bevor man sie sich – teils belustigt, teils angeekelt – einverleiben konnte.

Voller Aufmerksamkeit wurden die Pommes (im dümmsten Fall einzeln!) minutiös aus der Friteuse gefingert um die „Crossigkeit“ zu erspüren. Ein denkwürdiger Anblick. Das war aber der einzige Negativpunkt, soviel zur Entwarnung. Dafür ein gewaltiger, lebt der entspannte Festivalsuff doch auch von der kulinarischen Versorgung. Andererseits: Ravioli haben noch nie so gut geschmeckt und die Biers waren sehr gut. Der Bierpreis ist im Vergleich zum Vorjahr zwar um 50 Cent angehoben worden, doch bei 2,50 Euro (und 1,00 Euro für nen Pfeffi!) musste sich keiner Sorgen um eine trockene Kehle machen. Immer noch sehr fair das Ganze. Auch – um im entfernten Sinne kulinarisch zu bleiben – die Dixis waren immer wieder auf wundersame Weise sauber, frisch und einladend, von den kostenlosen Keramikklos ganz zu schweigen.

Fahrt inklusive Blechkaravane, Ankunft und Zeltaufbau: business as usual. Dann aber, wie angekündigt, harter Regen und rasch einsetzende Verschlammung des Geländes. Ein Hoch auf die Billig-Pavilions! Ganz pussymäßig wurden deswegen unsererseits die ersten drei Bands (GRANT NATIONAL, DRIVE BY SHOOTING und VALIENT THORR) verpasst. Die allseits bekannten Instrumentalriffer KARMA TO BURN waren somit unser persönlicher Opener. Eingedeckt mit reichlich Festivalspielgeld erkundeten wir das Gelände, testeten das Backstage-Klo und egal ob Bierverkäuferin oder -verkäufer, Security, Orga-Crew oder Kassenpersonal: Freundlichkeit und familiärer Umgang wird hier groß geschrieben.

KARMA TO BURN steinten, wie gewohnt, ordentlich einen weg, was den bereits alkoholisierten Bewegungsapparat in Wallung brachte. Zugegeben, wer KARMA TO BURN von diversen Clubgigs kennt, kennt ihre Intensivität auch anders. Es ist ja nicht so, dass man K2B in letzter Zeit nicht schon drölf mal gesehen hätte. Und jetzt ersetzen sie auch noch GATES OF SLUMBER, die deutlich seltener auf Tour sind. Vielleicht ist auch das der Grund für unser schwäbisches Rumgebruddel. Dennoch, sie gaben sich alle Müh‘ und der nachlassende Regen und die Open-Air-Bühne inklusive Biker-Beamer-Show rundeten den Abend ab. Flip-Flops und Beine sahen zwar aus wie Sau, aber was soll’s, schließlich sind wir ja Wochenend-Hippies. Dass der Donnerstag als „Warm Up“ keinen Eintritt kostete, passte zu diesem sympathischen Stoned From The Underground.

Stoned From The Underground

 

 

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26.07.2011

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