Omnium Gatherum
"The Burning Cold Over Europe" in Trier

Konzertbericht

Billing: Omnium Gatherum, Wolfheart und Nothgard
Konzert vom 25.11.2018 | Mergener Hof, Trier

Was ein Abend im „Mergener Hof“ in Trier!
Die lokale Konzertszene muss seit geraumer Zeit gröbere Unwägbarkeiten bezüglich geeigneter Veranstaltungsorte verdauen, seitdem die alteingesessene Standardlocation für jegliche Form der Underground-Klänge, das „Exhaus“, wegen erheblicher Mängel im Brandschutz nur noch stark eingeschränkt bespielt werden kann.
Dabei steht das Gewölbe des „Mergener Hof“, im Mund der Trierer auch liebevoll „Miez“ genannt, dem großen Bruder in Sachen Atmosphäre und Sound eigentlich in nichts nach – im Guten wie im Schlechten.
Und das verdient Erwähnung, denn wie so oft im Leben, sind es auch heute Abend die kleinen Makel und Dellen, die einer Sache erst wahren Glanz verleihen.
Nein, der Sound ist nicht besonders toll, ja, die Bühne ist irgendwie zu klein und egal wo man steht, wirklich richtig gut sehen kann man eher nicht. Und einen leicht chaotischen Start nimmt das Ganze auch noch, denn NOTHGARD haben Zeitdruck bei der Weiterreise, sodass kurz vor knapp am Nachmittag auf Facebook ein vorgezogener Konzertbeginn angekündigt wird.
Aber dafür versammeln sich am heutigen Sonntagabend in dem urigen Loch, das sich eine Gehminute von der Porta Nigra entfernt in einem Hinterhof versteckt hält, lange Mähnen von fünfzehn bis fünfzig und dürfen hier ein für die Location schon fast absurd fettes Billing genießen.

Omnium Gatherum 25.11.18-6

NOTHGARD

Den Anfang des Familienkonzertes und des letzten Abends der „The Burning Cold Over Europe Tour“ machen die zeitgenötigten NOTHGARD. Die stehen ganz unverdient zunächst vor einem fast leeren Saal, der sich jedoch innerhalb weniger Takte rasant füllt. Ein wenig Nachdruck braucht es schon, bis Sänger Dom das Publikum ins vordere Drittel der Halle gelockt hat. Ab da ist die Stimmung jedoch nicht mehr zu brechen. NOTHGARD haben insbesondere mit den Titeln vom aktuellen Album „Malady X“ die Menge auf ihrer Seite, liefern insgesamt aber trotz der Kürze der Zeit einen energiegepackten Querschnitt durch ihr Werk. In gewohnter Fannähe verläuft der Abschied von der Bühne in Raten: „Wir sind jetzt erstmal noch am Merch-Stand. Aber wir haben nur zehn Minuten, dann müssen wir echt aufbrechen!“ erklärt Fronter Dom R. Crey. Für das milde Terminchaos wurde das Publikum jedenfalls gebührend entschädigt.

Setlist:
1. Voyage To Decay
2. Malady X
3. Age Of Pandora
4. Epitaph
5. In Blood Remained
6. Guardians Of Sanity
7. The Sinner‘s Sake
8. Fall Of An Empire

Galerie mit 6 Bildern: Nothgard - The Burning Cold Over Europe 2018 Trier

WOLFHEART
Deutlich düsterer und weniger interaktiv wird es mit WOLFHEART. Die finnische Wand um Alleskönner Tuomas Saukkonen versperrt die volle (wenn auch überschaubare) Breite der Bühne und nimmt das Stichwort „Wintermetal“ wirklich ernst. Trotz allgegenwärtiger Schweißperlen auf den Brauen der Kellergäste, scheint ein eisiger, basslastiger Wind durch die Miez zu wehen. Dabei werden die Klänge von WOLFHEART erfreulich klar durch den Raum getragen, denn in Sachen Soundqualität sichert sich das Quartett heute die Siegtrophäe. Auch wenn die Mehrheit des Publikums bei dieser zweiten Band des Abends eher einen Schongang für die Nackenmuskulatur einlegt, bleibt der Saal gefüllt und die Menge sichtlich zufrieden mit dem akustischen Ausflug in die eisige Nacht.

Setlist:
1. Everlasting Fall
2. Strength And Valor
3. Breakwater
4. I
5. Aeon Of Cold
6. Zero Gravity
7. The Hunt
8. Valkyrie

Galerie mit 7 Bildern: Wolfheart - The Burning Cold Over Europe 2018 Trier

OMNIUM GATHERUM
Anfassen bitte! OMNIUM GATHERUM zelebrieren das Kellerclub-Ambiente mit Hingabe. Und Hingabe ist ihr Lohn: Durchgehend ist das Bild vor der Bühne von fliegenden Mähnen und hoch gereckten Händen geprägt. Insbesondere Titel vom aktuellen „The Burning Cold“-Album, aber auch von „Beyond“ werden aus vollen Kehlen mitgesungen. Von Schulbank bis Bürostuhl muss wohl jeder der am heutigen Sonntag Anwesenden am nächsten Tag schon früh wieder am Platze sein – aber davon ist nichts zu spüren. Es ist eng vor der Bühne und egal wie oft Sänger Jukka Pelkonen sich nach vorne lehnt, um eifrig Fanhände zu schütteln, die Geste wird gierig erwidert. „Deep Cold“ und „The Sonic Sign“ bilden dann in puncto Fan-Euphorie den Höhepunkt des Abends. Einziger Schwachpunkt in OMNIUM GATHERUMs Darbietung ist der Sound, der insbesondere in den vorderen Reihen die Energie der Bühnenakteure nicht würdig übertragen kann. Wirklich schlimm ist das aber nicht, denn die Spielfreude der Band schwappt auch so ungebremst nach vorne und wird in lautes Mitgröhlen umgewandelt, das akustische Finessen ohnehin locker übertönt.
Viel dichter als heute Abend in der Miez, kann man dem musikalischen Sog der Finnen vermutlich nicht kommen und so bereitet das Publikum in der ältesten Stadt Deutschlands der Band einen würdigen Abschlussabend ihrer „Burning Cold“-Tour.

Setlist:
1. The Burning
2. Gods Go First
3. Ego
4. Frontiers
5. Be the Sky
6. Refining Fire
7. Deep Cold
8. The Sonic Sign
9. Over the Battlefield
10. The Unknowing
11. The Fearless Entity
12. Nail
13. Skyline

14. Luoto
15. New Dynamic

Galerie mit 6 Bildern: Omnium Gatherum - The Burning Cold Over Europe 2018 Trier

18.12.2018

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