Bonfire - Roots (Almost Unplugged)

Review

Galerie mit 13 Bildern: Bonfire - Knock Out Festival 2012

Über BONFIRE aus Ingolstadt groß Worte zu verlieren ist sicher nicht notwendig. Einst als CACUMEN 1972 gegründet und 1986 in BONFIRE umbenannt, ist die Truppe eine der prägenden deutschen Bands der 80er Jahre im Genre Hardrock. Die Scheiben „Don´t Touch The Light“, „Fireworks“ und „Point Black“ sind jedem Anhänger des klassischen Hardrocks ein Begriff. Über die Jahre hat sich auch bei BONFIRE einiges verändert.

Der langjährige Sänger Claus Lessmann legte das Mikro aus der Hand und Alexx Stahl ist mittlerweile für den Gesang zuständig. So ist nur noch Gründungsmitglied Hans Zillner an der Gitarre aus den 80ern dabei. Hans feiert in einem Jahr sein 50. Bühnenjubiläum. Mit dem neuen Sänger wurden bereits drei neue Scheiben und ein Cover Werk auf den Markt geworfen. Die Releases sind nicht nur auf positive Resonanz gestoßen. „Legends“ traf nicht jeden Geschmacksnerv, auch nicht in der metal.de-Redaktion.

BONFIRE-Klassiker ohne Saft

Im März 2020 veröffentlichte die Truppe „Fistful Of Fire“. Es hätte passendere Momente im Leben für ein Release geben können. Konzerte, Touren, etc. fielen allesamt aus. Es gab zum neuen Album einen Stream und es ging im Sommer 2020 erneut in die Flatliners Recording Studios. Alte und neue Songs wurden unplugged aufgenommen und interpretiert. Die Besonderheit liegt für den Hörer darin, dass der neue Sänger Alexx Stahl sich an den alten Klassikern ohne Strom versucht. Die drei Erfolgsalben aus den 80ern bilden das Herzstück der Aufnahmen und so wurden insgesamt elf Songs aus der Zeit von 1986-1989 auf den Silberling gepresst.

Der BONFIRE-Die-Hard-Fan hatte zudem die Möglichkeit, die letzten fünf Tracks der Setlist des Langeisens über ein Voting mit zu gestalten. Es wurde eine Crowdfunding-Kampagne ins Leben gerufen, wo der Fan seine Wünsche hinterlassen und zur Finanzierung des Werks beitragen konnte. Die Aufnahmen sind nicht nur rein akustisch aber immer ohne Saft, so mixen sich auch Keyboardtöne zu den Gitarren, Gesang und Drums. Als Beispiel kann man gleich den Opener „Starin’ Eyes“ herauspicken.

Im Vergleich zum Original kommt das gute Stück etwas poppig, mit einem DIRE STRAITS-Gitarrensound und Keyboardtönen, rüber und hat mit der 86er Version nicht viel zu tun. „American Nights“ gibt es als Schmuserockversion und das Ding würde sich ganz hervorragend auf der Kuschelrock 2021 machen. So kuschelt und softrockt man sich ohne Strom durch das Doppelalbum. Von „Ready 4 Reaction“ bleibt selbst von der ursprünglichen Melodie wenig über. Das Ding ist kaum wiederzuerkennen. Es verwundert wenig, dass vor allem die Balladen wie „You Make Me Feel“ oder „When An Old Man Cries“ vom 2020er Output punkten können.

Kuschelrock Unplugged

Die Scheibe aus dem Hause BONFIRE dürfte primär an die Adresse der Die-Hard-Fans der Ingolstädter gehen. Der gesetzte Rockfan, welcher sich am Hardrock von „Fireworks“ aus dem Jahre 1987 erfreute, wird nicht nur einmal bedröppelt aus der Wäsche schauen. Unplugged Scheiben sind immer andere Interpretationen und natürlich auch Geschmackssache der Musiker bzgl. des Spielraums.

Oft ergeben sich über unplugged Scheiben neue Anknüpfungspunkte in einer alten Beziehung. Das gilt für den Fan als auch für die Band selbst. Wer schon lange nach einem Nachfolger für seiner Kuschelrockscheiben sucht, um seinem Lieblingsmenschen ein passendes Geschenk zu überreichen, dürfte mit „Roots (Almost Unplugged)“ einen Volltreffer landen.

Text von Jürgen Fenske

19.02.2021

Der metal.de Serviervorschlag

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