Camouflage - Relocated

Review

So, da ist es nun also … nach drei Jahren Abstinenz folgt mit „Relocated“ der Nachfolger des 2003er Albums „Sensor“ der 80er Synthiepopper CAMOUFLAGE. Die 80er sind jedoch lange vorbei, somit auch der Sound der 80er und auch CAMOUFLAGE sind musikalisch logischerweise nicht bei „Love is a shield“ und „The great commandment“ stehen geblieben. Viele unterschiedliche Alben hat das Trio in den vergangenen Jahren seinen Fans präsentiert und ähnlich wie DEPECHE MODE und DE/VISION haben auch CAMOUFLAGE zunehmend Gitarrenklänge und „echte“ Instrumente in ihr Repertoire aufgenommen.
Um gleich das Fazit vorweg zu nehmen: Der Eindruck, den „Relocated“ nun auch nach mehrmaligem Hören hinterlässt, ist zwiespältig. Vielleicht liegt es an subjektiven Erwartungen, vielleicht objektiv daran, dass das Album unter dem Strich nicht wirklich zünden will und rundum überzeugen kann.
Zunächst zu den positiven Eindrücken: Nach kurzem belanglosen Intro startet „Relocated“ mit seinen fast besten Songs. Sowohl das melodische „We are lovers“ als auch das von der Maxi bekannte „Motif Sky“ zeigen CAMOUFLAGE von der Seite, die mir an ihnen musikalisch am besten gefällt und sind beides Songs, wie viele sie von dem Trio einfach auch erwarten. „Passing by“ erinnert dann mit seiner doch intensiven Verschmelzung von Gitarren & Elektronik an manchen Song aus der „Ultra“-Phase von DEPECHE MODE, insgesamt aber ein durchaus netter Song. Balladesk kommt „The perfect key“ daher, schade in meinen Ohren, dass der an sich schöne Song zwischenzeitlich durch „wildes Geschrubbe“ etwas zerstört wird. Mit „Dreaming“ und „The pleasure remains“ folgen nochmals zwei wirklich nette Popsongs.
Soweit die positiven Eindrücke … Völlig daneben dann leider das rockige „Confusion“, überflüssig die beiden Instrumentals „Stream“ und „Light“. Daran dass das ebenfalls von der Maxi bekannt „Real thing“ etwas lahm und langweilig ist, hat sich logischerweise auch auf der Albumversion nichts geändert. Dann ist es jedoch vor allem der schwache Abschluss der Scheibe, der etwas enttäuschend ist. Mit „Bitter Taste“, „Something Wrong“ und „How do you feel“ folgen teils düster rockige, teils mit Chor unterstützte – was eine gute Idee ist und auch Abwechslung bringt – Songs, die aber allesamt wie bereits oben angesprochen, irgendwie überhaupt nicht zünden wollen. Rechts rein, links raus … oder umgekehrt und das Gefühl, das man genau solche Songs auf den teilweise furchtbar schlechten letzten Alben von DE/VISION schon mal gehört hat.
So sind CAMOUFLAGE auf „Relocated“ immer dann überzeugend, wenn sie sich auf ihre Stärken besinnen und die Art von Elektropop-Nummern aus dem Hut zaubern, für die sie geliebt werden. Sobald sie zu rockig oder zu experimentell werden, sinkt die Qualität – ein Phänomen, dass auch schon auf den Alben „Meanwhile“, „Spice Crackers“ und „Sensor“ zu beobachten war.

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26.08.2006

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