Dark Fortress - Spectres From The Old World

Review

Soundcheck Februar 2020# 5 Galerie mit 14 Bildern: Dark Fortress - Wave Gotik Treffen 2016

Nach sechs langen Jahren melden sich DARK FORTRESS mit ihrem achten Album „Spectres From The Old World“, nach dem Vorgänger „Venereal Dawn“ von 2014, für welchen die Band damals auch bereits vier Jahre gebraucht hatte, wieder zurück. Gut Ding will Weile haben? Braucht ein kreativer Geist viel Abstand und andere Impulse, um sich wieder neu zu fokussieren? Oder konzentrieren sich die einzelnen Bandmitglieder nun lieber auf ihre anderen musikalischen Betätigungsfelder wie V. Santura beispielsweise mit TRIPTYKON oder als Live-Gitarrist von SECRETS OF THE MOON? Die Liste der Bands und Projekte ist lang. Dann gab es auch noch einige personelle Änderungen nach „Venereal Dawn“ – nach 16 gemeinsamen Jahren verließ Keyboarder Paymon DARK FORTRESS, für ihn kam Phenex (THE RUINS OF BEVERAST, SATYRICON). Auch Bassist Draug ging nach 18 Jahren.

Dem Winterschlaf erwacht, das Feuer neu entfacht – „Spectres From The Old World“ von DARK FORTRESS

„Spectres From The Old World“ klingt kompakter, bissiger und direkter und dadurch weniger progressiv als die beiden Vorgänger „Venereal Dawn“ und „Ylem“, ist dabei aber sehr intensiv, aggressiv, extrem dunkel und kraftvoll. Das machen DARK FORTRESS von Anfang an klar. Das verspielt-vertrackte Intro „Nascence“ leitet über in den ersten Song „Coalescence“, der die Hölle über den Hörer einbrechen lässt. In hohem Tempo mit massiven Blastbeats, schwarzmetallischem Riffing, fiesem Gesang, wild, roh, ungezwungen, brutal und präzise, dabei aber mit dezenten kalten Gitarrenmelodien veredelt. Ein abgründiger, knüppelharter Black Metal Brocken. Kontrast folgt gleich – „The Spider In The Web“ kombiniert direktes CELTIC FROST Riffing mit ruhigem, melodischem, sehr atmosphärischem und fast schon fragilem Abschnitt, im Gesamten der wohl eingängigste und straighteste Song auf „Spectres From The Old World“. Der expansive, direkte Titelsong rast dann wieder frostig im ICE-Tempo mit schrammeligen Gitarren, für Puristen genau richtig! Das massive „Pali Aike“ beginnt doomig schleppend, die Riffs erinnern an neuere SATYRICON, dazu ein wenig avantgardistisches, während „Pazuzu“ eingängig knüppelt. Das mantraartige „Isa“ ist dann wieder spannender, beginnt mit atmosphärisch cleanen Gitarren und zeigt viele Facetten der dunklen Klangwelten von DARK FORTRESS, inklusive dem melodischen Gesang von Morean. Wie ein blutroter Faden zieht sich die Struktur durch das Album, dass einem schnellen Song ein langsamerer folgt. Entsprechend verhält es sich auch mit dem speedig thrashigen „Pulling At Threads“ und das gemächlichere, an BORKNAGAR erinnernde „In Deepest Time“. Abgeschlossen wird „Spectres From The Old World“ mit dem zweieinhalbminütigem Zwischenstück „Penrose Procession“ mit cleanen Gitarren, „Swan Song“ mit tollen Chören, stilvoller Raserei und melancholischen Keyboards sowie das Outro „Nox Irae“ ebenfalls mit Chören und Glockengeläut.

Eine gelungene Rückkehr!

„Spectres From The Old World“ ist der Spagat zwischen straightem, rasendem Black Metal sowie wohl dosierter Experimentierfreudigkeit und Komplexität, in welcher typische Strukturen auch mal aufgebrochen werden, wobei das schwarzmetallische Fundament nicht wirklich verlassen wird. Ein vielschichtiges, abwechslungsreiches Album, das aber auch etwas Zeit zur Auseinandersetzung benötigt.

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03.03.2020

Geschäftsführender Redakteur (Konzertakkreditierungen, News, Test Audioprodukte)

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21 Kommentare zu Dark Fortress - Spectres From The Old World

  1. BlindeGardine sagt:

    Gefällt mir wie an anderer Stelle schon erwähnt ausgesprochen gut und ganz klar wieder eine Steigerung im Vergleich zu „Venereal Dawn“. Selbst das für Dark-Fortress-Verhätnisse eher simpel gestrickte „Pali Aike“ macht Laune, ist aber insgesamt wie gesagt eher ein stilistischer Ausreißer.

    9/10
  2. Steppenwolf sagt:

    Irgendwas zwischen Dimmu Borgir und Samael, obwohl letzteres für mich ganz klar herauszuhören ist. Das find ich persönlich ziemlich fett, denn ich bin ein riesen Fan der Above. Allerdings springt hier der funke nicht so richtig über. Ich würde es insgesamt, ohne jetzt ins Detail gehen zu wollen, als ganz Nett bezeichnen, teilweise sogar sehr nett… in Punkten ausgedrückt:

    7/10
  3. Watutinki sagt:

    Finde es eigentlich auch nicht schlecht, aber der bereits angedeutete Funke springt nicht ganz rüber.
    Ist generell ein gutes Beispiel für den modern ausgerichteten BM, klingt eigentlich immer ziemlich gut, aber großartig vorstellen kann ich mir darunter nichts. Daraus resultieren dann auch solche Videos, weil die Jungs wahrscheinlich selbst nicht mehr wissen, wofür ihre Musik eigentlich steht. Mit Dark Fortress, wenn man den Namen jetzt Mal wörtlich nimmt, hat das jedenfalls nicht viel zu tun. Ob das jemals der Fall war, kann ich aber nicht sagen. Die 7 Punkte vergebe ich eher aus objektiven Gesichtspunkten, nicht aus persönlichen.

    7/10
    1. ClutchNixon sagt:

      Objective Bewertung nach Punkten? Hab ich gerade Berichterstattung übers Turmspringen gelesen? Aufrichtige Verwirrung. Also zum Album: Kopfhörer auf und Vid einfach nicht ansehen.

      8/10
      1. ClutchNixon sagt:

        Objektive 🙄

      2. Watutinki sagt:

        Jetzt nur auf diesen Fall bezogen:
        Subjektiv: Persönlich damit nicht ganz so viel anfangen können.
        Objektiv: Aber nachvollziehen zu können, wieso es dennoch seine Klasse hat und andere es mögen.

        Dass es keine 100%ige Objektivität gibt…, brauchen wir nicht drüber reden.

    2. BlindeGardine sagt:

      Lies doch einfach mal ein Inteview mit den Jungs, statt weiterhin immer wieder dieses eine dämliche Video als Bezugspunkt zu nehmen und dich an dem Namen aufzuhängen. Die wissen eigentlich recht gut zu formulieren, wofür ihre Musik steht und welche Gedanken sie sich dabei gemacht haben, wasmeiner Meinung nach kommt auch in der Musik gut rüberkommt. Ok, bei dir vielleicht nicht und wenn dich die Band auch nicht weiter, dann lasse es lieber.

      1. BlindeGardine sagt:

        Handy verschluckt Text, wollte sagen: Wenn dich die Band nicht weiter interessier, dann musst du dich natürlich auch nicht weiter damit auseinandersetzen. Viele deiner sehr überzeugt klingenden Kritikpunkte scheinen mir halt nur auf reiner Spekulation und einem kurzen Höreindruck zu beruhen.

      2. Watutinki sagt:

        Und welches Interview wäre das, wo gut formuliert ist, wofür das Video steht?

      3. BlindeGardine sagt:

        Ach zu dem Video willst du ne Erklärung, ich dachte es geht um die Musik? Das lässt dich wohl nicht los. Na vermutlich hat das Label gesagt: „Hey, macht doch mal ein Video.“ Und dann haben die gesagt „Müssen wir?“ Und dann das Label so: „Ja.“ Und dann die so „Ok.“

  4. nili68 sagt:

    Mir geht’s wie Steppenwolf. Nett mit Sternchen, ebenfalls ohne in’s Detail zu gehen..

    7/10
  5. Phil90 sagt:

    Hach wie schön.
    All die Experten hier schon wieder. Aber sei’s drum. Jedem das seine. Ich finde die Band hat mit dem aktuellen Album das beste zustande gebracht, das man sich unter MODERNEM Black Metal vorstellen kann.

    Sicher, jeder definiert sein Optimum anders. Aber nach so vielen Jahren noch solche Alben zu bringen… Ich finde das großartig. Und ich denke wenn man das mit einbezieht, is das ne Top Leistung.

    Ich meine… denkt mal an… Achtung…. CREMATORY xD
    Peace 🙂

  6. Nether sagt:

    Ich halte mich nach 3 Durchläufen mit den Superlativen noch zurück.
    Im eigenen Katalog platziert es sich aber mit Sicherheit unter den ersten drei Alben.
    Die Abwechslung der einzelnen Songs fällt mir recht positiv auf. Weder schreddert man sich von vorne bis hinten durch die Platte, noch versumpft man zu oft in sphärischem Geschwurbel.
    Im übrigen frisst sich das hier gescholtene „Pali Aike“ so langsam aber sicher in meine Gehirnwindungen.
    Starke 8 Punkte mit Tendenz nach oben

    8/10
    1. BlindeGardine sagt:

      Also ich habs nicht gescholten, eigentlich schimpfen nur Watutinki und nili drüber, ich mag den Song. Ich bin aber auch niemand, der „eingängig“ für ein Schimpfwort hält.

      1. nili68 sagt:

        Wer hält denn eingängig für ein Schimpfwort? Ich finde das Lied einfach langweilig. Mit ’ner geilen Melodie kann das so eingängig sein wie ein geöltes Zäpfchen und was heißt gescholten? Sollte ich mir das Album kaufen, skip ich’s halt. No big Deal..

  7. Knirps sagt:

    Mehrere Magazin gaben dem Album eine sehr hohe Bewertung. Ich finde das Album durchschnittlich. Habe noch nie etwas von dieser Band gehört. Zurecht.
    Musikalisch nichts Neues. Und von Black Metal höre ich da nicht viel raus. Die Rhythmusgitarren-Arbeit spielt eher Death Metal mit nen paar bedeutungslosen Akkorden die uns Dark Funeral seit Mitte der 90er bis zum Nervtod aufgezwungen haben. Das Album klingt unfertig. Ausser einer Rhythmusgitarre, Standard-Solis und einem sehr guten Drumming nichts Neues. Schade.

    6/10
    1. elLargo sagt:

      Seh ich genauso, erinnert mich stark an Dark Funeral. Klingen tut das ganze eher nach thrashing Death im Black Metal Kleid 😌

      Das Gesamtpaket finde ich nicht überragend, aber alles andere als langweilig. Ich finde es super wenn Black Metal offen und frisch klingt, gerade wenn leicht dissonante BM Rhythmen auf melodische Soli treffen. 😎
      Jedoch finde ich das ganze zu steril um es mit einen BM Stempel zu versehen.

      7/10
  8. Schraluk sagt:

    Dark Fortress waren immer irgendwie schwer in die einzelnen BM-Schubladen zu packen. Ich fand die in all ihren Schaffensphasen irgendwie relevant, ohne aber jemals vollkommen zu überzeugen. Bei dieser Platte verhält es sich gefühlsmässig ähnlich wie jetzt rückwirkend betrachtet bei der letzten Scheibe von Imperium Dekadenz. Gibts lange, waren immer da, haben nie wirklich genervt, sind sympathisch, aber der Sound hat mich immer um ein bis drei Jahre verpasst.
    Die hier ist aber gut und weit abwechslungsreicher als die letzten Release. Und der Bonuspunkt für: Hab gar nicht damit gerechnet, dass die noch mal ein gutes Album machen.

    7/10
  9. MetalForce sagt:

    Im ersten Durchlauf dachte ich erst na ja ganz solide, aber die Details sind eigentlich die Highlights…
    Auch wenn ich mir noch etwas mehr Experimente erhofft hatte….aber hej…
    Hat was….

    8/10
  10. .klaus sagt:

    ab dem Album „tales from eternal dusk“ aus dem Jahr 2001 nenne ich alle Alben von Dark Fortress mein Eigen. Und auf keine Platte möchte ich verzichten. Wenn man sich einmal in diesen Klangkosmos reingehört hat, entwickelt sich dieser wie ein mächtige Sog. Und so auch „SFTOW“. Die Einschätzung von Markus Endres kann ich nur teilen: extrem dunkel, kraftvoll sowie sehr intensiv. Das Klangbild der neuen Scheibe ist hervorragend produziert – druckvoll, warm und sehr detailreich – kein Vergleich zu vielem Schrott im black metal. Und dass alle Musiker ihre Instrumente mehr als beherrschen versteht sich von selbst. Victor Santura ist auch einer meiner Lieblingsgitarristen, auch zu hören in der Band Triptykon ( sehr zu empfehlen – reinhören lohnt sich ) . Warum also nur 9 Punkte von mir? Weil mir „stab wounds “ aus dem Jahre 2004 noch einen Tick besser gefällt.

    9/10
  11. daniel sagt:

    ein sehr spirituelles album. facettenreich, wütend mystisch, meditativ…läuft grad seit 3 tagen bei mir durch ! bin sehr zufrieden. einziger kritikpunkt wären die clean vocals. da hätte ich mir bei den letzten songs etwas weniger gewünscht. aber insgesamt ein spannendes und stimmiges album ! 👍👏🏼

    9/10