Depeche Mode - Memento Mori

Review

„Memento Mori“ ist nicht einfach nur ein neues DEPECHE MODE-Album. Schließlich folgt die Platte auf den Tod von Keyboarder Andrew Fletcher und damit auf den größten Einschnitt in das Bandgefüge seit Alan Wilders Ausstieg vor fast 30 Jahren. Fletchers Abwesenheit macht sich insbesondere in der düsteren Stimmung von „Memento Mori“ bemerkbar.

DEPECHE MODE sorgen für Tränen auf der Tanzfläche

Das soll nicht heißen, DEPECHE MODE verfielen auf ihrem 15. Studiowerk in Nihilismus. Und natürlich wohnte der Musik der Synthie-Pop-Könige immer schon eine gewisse Schwermütigkeit inne. Doch auf „Memento Mori“ erreicht diese einen neuen Höhepunkt. Leichtfüßige Tanzrhythmen sind auf der Platte derweil Mangelware.

Trotzdem zeigt schon die Vorabsingle „Ghosts Again“, dass DEPECHE MODE fesselnde Grooves, die schnell ins Bein übergehen, immer noch draufhaben. Nur verdrückt man auf der Tanzfläche stets die ein oder andere Träne, wenn Dave Gahan Zeilen wie „Heaven’s dreaming/ Thoughtless thoughts, my friends/ We know we’ll be ghosts again“ singt.

„Memento Mori“ fesselt fast durchgehend

Weniger schwermütig geht es in „My Favourite Stranger“ zur Sache. Darin fahren DEPCHE MODE Industrial-Vibes auffahren und spielen mit verstörenden Keyboard-Sounds. Da zeigt sich deutlich, warum eine Band wie NINE INCH NAILS ohne die Vorarbeit der Briten in den Achtzigern kaum denkbar gewesen wäre.

Durch die stetigen dramaturgischen Wechseln von melancholischen über zurückhaltenden bis hin zu brachialen Tönen halten DEPECHE MODE einen enorm fesselnden Spannungsbogen aufrecht. Einzig das träge und dadurch zähe „Soul With Me“ stellt einen nennenswerten Schwachpunkt dar.

Ein unvergleichliches Duo

Zum Ausgleich bringen „Caroline’s Monkey“ und „Before We Drown“ den Kopf anschließend unweigerlich zum Mitwippen, weil die Groovemaschine wie frisch geölt läuft. Bis auf den genannten Durchhänger halten DEPECHE MODE auf „Memento Mori“ ein konstant hohes Level, das die Konkurrenz alt aussehen lässt.

Selbst wenn Anno 2023 nicht jeder Song ein Treffer ist, beherrschen Gahan und Hauptsongschreiber Martin Gore ihr Handwerk wie niemand sonst im Synth-Pop. „Memento Mori“ ist ein Muss für alle Fans der Band und die, die es werden wollen, können genauso gut mit diesem Wer einsteigen, bevor sie die Klassiker entdecken.

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26.03.2023

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5 Kommentare zu Depeche Mode - Memento Mori

  1. Watu sagt:

    Finde es ja gut, dass abseits des Metal auch andere Genres besprochen werden. Ich habe nur manch mal den Eindruck, dass sich diese „Abseit des Metal’s“ Rubrik ganz genau auf eine einzige Band fokusiert, nämlich DM. Gibt es darüber hinaus wirklich nicht’s anderes, dass es verdient hat hier auch besprochen zu werden?? „Über’n Tellerrand“ schauen sieht für mich anders aus.

    Wenn ich mal ein paar neue Sachen anregen darf (haben also auch neue Alben im Repertoire) und da bin ich wirklich noch sehr konservativ unterwegs: Royksopp, Trentemoller oder auch die neue Orbital, die sicher einige Songs haben, die auch nem Metal Nerd gefallen dürften. :))

  2. Se Wissard sagt:

    Synthwave ist ja mittlerweile auch gestorben, scheinbar.

  3. ultra.silvam sagt:

    Also es gibt definitiv schlimmeres als sich einer der relevantesten Bands der elektronischen Musik zu widmen. Aber die Seite heißt nunmal metal.de da sollte der Fokus schon auf Metal liegen und nicht ständig in Gefilde abgleiten wo die Rezensenten eventuell noch weniger Fachwissen haben als leider immer noch bei so mancher (Black) Metal Review.

  4. Watu sagt:

    Klar, ist auch nicht so, als würden sich Metal irrelevante Seiten irgendwie besonders um neue Metal Veröffentlichungen kümmern. Da gibt’s dann i.d.R. etwas zu Metallica, Rammstein und vielleicht mal was zu Uralt Klassikern – Punkt. Und so ist es halt andersherum auch auf ner Metal Seite der Fall. Trotzdem fände ich interessant zu erfahren, was hier abseits vom Metal zu gehört wird und wie es bewertet wird. Das kann doch nicht nur DM sein!!??

    So richtig relevant und wichtig ist DM eigentlich schon lange nicht mehr. Die zerren halt immens von ihren vergangenen Heldentaten. Alleine Cliff Martinez Nightcall dürtfte da relevanter ein, als die letzten drei DM outputs zusammengenommen. Habe aber noch nicht reingehört, kann hier also bislang nur blöde Kommentare von mir geben. ;))

  5. Schraluk sagt:

    Das beste Album seit mehr als 25 Jahren. Hätte ich gar nicht erwartet. Die zurückliegenden Scheiben waren alle Murks, weshalb man im Fall der Fälle immer wieder auf ‚Black Celebration‘, ‚Music For The Masses’ oder ‚Some Great Reward‘ zurückgriff. Bin schwer überrascht und höre gern mal wieder DM.

    8/10