Fates Warning - FWX

Review

Im Folgenden betrachte man das Cover dieses neuen Werks der Prog-Metaller von FATES WARNING. Man könnte glauben, dass die Musik auf FWX versucht, die Entstehungsphase des Coverbilds zu interpretieren.
Die Anfänge der Beziehung des nun gealterten Ehepaares werden durch das knisternde und verführerische „Left Here“ aufgezeigt, in der der Mann mit umfassenden Mitteln versucht, seine Geliebte zu verzaubern. Emotionsgeladener und schärfer geht es im folgenden weiter („Simple Human“), bevor die ersten Probleme in der frischen Beziehung aufkreuzen, spätestens in der Mitte des aufbrausenden „River Wide Ocean Deep“, wo eine bedrohliche Kulisse aufgebaut wird – die erste Krise ist da, sie war aus dem Plot heraus unvermeidlich und dreht sich doch zum Positiven, dank des Rückziehers eines gekränkten Mannes, der seiner Geliebten nachgibt.
In seinem Inneren herrscht ein Vulkan, doch nach außen hin macht er ihr eine Liebeserklärung („Another Perfect Day“). Auf der einen Seite sehr schnulzig, doch auch mit der berühmten Kehrseite der Medaille – eine dumpfe Unzufriedenheit, welche sich wohl später zeigen sollte. Der Mann merkt, dass er ihr damit einen gefallen tut – er wird noch sentimentaler, ohne zu merken, dass er streckenweise in einen komplexen, depressiven Zustand verfällt („Heal Me“) – ein heimlicher Hilfeschrei der Abhängigkeit, der lauter wird und doch kein Gehör findet.
Die „Sequence # 7“ zur Halbzeit wirkt paranormal und läutet wohl einen Stimmungswechsel ein. Der Mann fängt an sich mit seiner Geliebten entschiedener auseinander zu setzen. Ein Prozess des offenen Widerstands gegen die Sucht der Verführung setzt ein („Crawl“) – offen und ehrlich, ohne jegliche Schnörkel, um dann doch wieder in melancholischer Art und Weise rückfällig zu werden. Der Titel für die Phase seiner Gefühlslage könnte nicht besser gewählt sein: „A Handful Of Doubt“. Doch das Ende des Liedes verspricht Hoffnung auf erneuten Widerstand. Das Feuer in ihm lodert, er möchte aufbrechen, Zuversicht kommt hoch, harte, männliche Klänge kommen an die Oberfläche („Stranger (With A Familiar Face)“). Fühlt er sich wie ein Fremder im eigenen Körper? Das ist sehr wahrscheinlich, obgleich er dort niemals herausfinden wird, der Fremde – auch wenn es sein größter Wunsch ist („Wish“). Er resigniert, die Zeit ist gekommen, sich mit seinem Schicksal abzufinden, sich aufzugeben.
Die Jahre vergehen und so sitzen sie noch heute da und beobachten, wie der Wirbelsturm auf sie zusteuert. Die Zeichen, vom Himmel entsandt, erkennen sie nicht. Sie lassen sich desinteressiert ins Verderben treiben – nebeneinander, aber doch so weit weg voneinander. Ihr Schicksal ist besiegelt…
FATES WARNING liefern wieder ein qualitativ hochwertiges Werk ab – ihr Zehntes. Doch, wie in jeder Ehe, gibt es auch hier Höhen und Tiefen, Glanzmomente und Durchhänger.

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07.12.2004

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1 Kommentar zu Fates Warning - FWX

  1. Anonymous sagt:

    Fates Warning benutzen wieder ihre Guitarren und mir gefällt das besser als zuletzt. Es ist nämlich wieder um einiges abwechlungsreicher und härter geworden. M.E. setzen F.W. ihre Stärken, die u.a. im spannenden Songaufbau, d.h. in den oft rätselhaft-undurchsichtigen Kompositionen verbunden mit dem großen Können der einzelnen Akteure liegen, endlich wieder songdienlich ein. Der erste Track hat deutliche Anklänge an ganz frühe John-Arch-Zeiten, aber auch der Rest kann überzeugen, z.T. kantige Riffs wechseln sich mit Akustikpassagen ab; die Scheibe kann man oft hören, sie wächst mit jedem Umlauf. Was für Queensryche’s "Operation…Part 2" gilt, gilt ebenso für F.W.’s "FWX": beide Bands haben die alten Klassiker nicht nochmals geklont oder ein Selbstplagiat geschaffen, jedoch erkennt man in den neueren Veröffentlichungen jederzeit ihre Wurzeln. Und es bleibt dabei, was Fates Warning machen, das machen sie gut!

    9/10