Iced Earth - Iced Earth (Re-Release)

Review

Galerie mit 16 Bildern: Iced Earth - Rock am Härtsfeldsee 2018

Meine Damen und Herren, ich bin alt. ICED EARTH brachten vor dreißig Jahren ihr Debütalbum auf den Markt. „Iced Earth“ hatte das Pech der späten Geburt, könnte man meinen. 1990 war der Zug in Sachen Heavy Metal eigentlich schon abgefahren, aber dennoch wollte Bandleader Jon Schaffer nicht an einen Misserfolg glauben und war nicht müde das Album überall anzupreisen. Diesen unbedingten Willen es mit seiner Band zu schaffen erkannten auch Century Media, die die Band noch vor dem Debüt unter Vertrag nahmen. Es sollte eine sehr fruchtbare Zusammenarbeit folgen.

Power Metal mit Betonung auf Power

Der Power Metal, den ICED EARTH anno 1990 spielten, hat nicht mehr viel gemein mit den Alben, die die Amerikaner heute veröffentlichen. Klar, Jon Schaffers markante Riffs sind geblieben, aber das experimentelle Songwriting, das hier noch die Szenerie bestimmt, scheint den heutigen ICED EARTH völlig abhanden gekommen zu sein. Songs wie den titelgebenden Opener, „Colors“ oder „Written On The Walls“ wird man heuer jedenfalls wohl nicht mehr auf einem Album der aus Florida stammenden Band hören. Ob die Entwicklung von ICED EARTH nun gut oder schlecht ist, will ich an dieser Stelle gar nicht beurteilen. Darum geht es auch gar nicht, denn es stehen hier die Songs im Rampenlicht. Und da können ICED EARTH aus den Vollen schöpfen. Völlig unbeschwert rifft sich Jon Schaffer durch die knapp 45 Minuten des Debüts, aber auch die anderen Musiker sind oben auf und verhelfen den Stücken zu wahrer Pracht.

Wenn der Sänger nicht wäre…

Einzige Schwachstelle des Albums ist leider Sänger Gene Adam, der qualitativ nicht an das Können der anderen Musik heranreicht. Das merkt man besonders, wenn man Songs vergleicht, die Matt Barlow später für „Days Of Purgatory“ (unter anderem „Colors“) neu eingesungen hat oder an einer Nummer wie „When The Night Falls“, wenn sie Stu Block singt. Hier merkt man, was bei den Songs möglich gewesen wäre, wenn der Sänger besser zum Songmaterial gepasst hätte. Aber das ist, wie immer, jammern auf hohem Niveau. Denn insgesamt ist „Iced Earth“ ein starkes Stück Schwermetall, das wie eine Wohltat nach der Glam-Metal-Welle war.

ICED EARTH bieten Metal par excellence

Wer die Scheibe nicht im Regal stehen hat, kann hier ohne Bedenken zugreifen. Hier wird Power-Metal par excellence geboten, der nur durch das Magnum Opus, das ein Jahr später veröffentlicht wurde, getoppt wird. Hier hört man eine junge hungrige Band, die es der Welt zeigen will. Der Rest ist Geschichte.

23.12.2020

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