Iced Earth - The Crucible Of Man (Something Wicked Part 2)

Review

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Es ist der fünfte Oktober 1998. Baden-Württemberg. Abends. ICED EARTH spielt! Tour Of The Wicked 1998. Da muss ich hin. Im Club war zwar nichts los, aber die Atmosphäre war einfach unglaublich. Nachdem ich irgendwann mal auf einem Sampler ”Pure Holocaust“ gehört habe, ging die eisige Zeit los und das war für mich damals definitiv der Place-To-Be! Angefixt von den alten Alben war ich erfreut über jenes, das da live gespielt wurde und so gab es nur noch einen Weg: CD-Regal und alles einsacken, was nicht niet- und nagelfest ist.

Plötzlich ereignete sich der Wechsel, der mich, wie auch viele andere etwas den Kopf sinken ließ. Denn sind wir ehrlich, eine Stimme ist nun mal in den meisten Fällen das Aushängeschild einer Band. Sofern man sich im melodischen Metal-Bereich bewegt. Sicherlich hat der Ripper seine Qualitäten, aber mein Gehirn sagt mir, dass da was nicht stimmt. Mittlerweile ist mein Held aus Kindertagen wieder am Start. Zwar mit kurzen Haaren, aber besser als gar nicht. Und wer ICED EARTH dieses Jahr schon gesehen hat, weiß, dass stimmlich das Kind in trockenen Tüchern liegt.

In trockenen Tüchern ist auch das Album, welches nun beweisen soll, dass ICED EARTH, nach der letzten etwas enttäuschenderen Platte, wieder zu alter Kraft erstarkt sind. Anfang September ist es soweit, Ihr Ungeduldigen. Dann gibt’s ”The Crucible Of Man (Something Wicked Part 2)“ mit welcher auch die Geschichte rund um die Menschen, die eigentlich Außerirdische sind und um Set, der die fiesen Eindringlinge dahin jagen will, wo der Pfeffer wächst, auch ein Ende findet.
Eins hab ich Euch voraus, die Platte ist schon in meinem Besitz! Und deshalb, lasst mich Euch berichten.

Wer an Power-Metal denkt, kommt an dieser Band in den häufigsten Fällen ja nicht vorbei. Vollgas- Riffs bis zum Abwinken, episch-theatralische Refrains, stimmungsgeladene Halbballaden, bis hin zu Highspeed-Tracks. Zumindest sollte man das in Erinnerung haben!

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Chorale Gesänge schlagen einem entgegen, die Stimmung steigert sich, jetzt ists soweit: Die Welt geht unter! Noch nicht Menschheit, noch nicht! Behold! Behold! Das böse Kind ist geboren. Sozusagen der Anfang vom Ende! Aber der kleine Kerl wächst schnell, wie wir ja alle wissen und zieht auch richtig vom Leder. Die Stimme von Matt passt hervorragend zum vorherrschenden Ambiente, vielleicht auch deshalb, weil ”The Crucible Of Man“ soundmäßig wesentlich mehr an ”Something Wicked This Way Comes“ erinnert, als der gute Vorgänger. Wie zuvor nochmals in Erinnerung gerufen, ist das Erwartete eingetroffen. Riffing wie gewohnt mit Schaffer-Siegel versehen, da bleibt dem Wicked Child keine andere Wahl, als schnell zu wachsen.

Auf kurz oder lang sagt er sich ”I Walk Alone“ (was ja auch schon als Single raus kam und in den Billboard Charts ziemlich am oberen Ende eingeschlagen ist) und befreie bald die Erde vom Menschengeschmeiß. Zugegeben, ich konnte Außerirdische auch noch nie sonderlich leiden. Mal abgesehen von Alf. Aber da hat ja nicht mehr viel gefehlt und er hätte die amerikanische Staatsbürgerschaft bekommen. Zurück zum Thema!

Durchsetzt von anfänglichen Halbballaden gibt die Scheibe ihr Bestes um zu überzeugen.
Hin und wieder muss ich unwillkürlich an BLIND GUARDIAN denken, wenn mir so mancher Refrain über den Weg läuft. Jon Schaffer hat sich dieses Mal große Mühe gegeben diese phantasievolle Geschichte auf phantasievolle Art und Weise zu vertonen. Ich spreche von eingängigen Chören, Klopftrommel-Arrangements (mir fiel kein anderes Wort ein) und anderen kleinen Features.

Aber ICED EARTH wäre nicht ICED EARTH, wenn sie nicht bewusst Köpfe zum Schwingen bringen würden. Kracher wie ”Crucify The King“ oder ”Devide And Devour“ (I will devour, I will devide… Na? Klingelts?), welches nicht nur textlich, sondern auch musikalisch, an ”The Coming Curse“ erinnern will. Und das getragene ”Something Wicked (Pt.3)“ vereinen technische Raffinesse aller Beteiligten, inklusive des neuen Bassers Freddie Vidales und die Ausnahmestimme von Matt Barlow zu fast perfekter Harmonie.

Kurzum: Wer nicht so viel von ICED EARTH kennt, wird sicherlich mehr als begeistert sein. Doch beim geneigten Hörer kommt sehr oft kommt das Gab-Es-Das-Nicht-Schon-Mal-Gefühl auf. Gerade an Stellen die nicht bewusst in die Vergangenheit lenken wollen. Ein solides Album, welches in guter ICED EARTH-Manier eine Fülle von unterschiedlichen Facetten widerspiegelt und zum Glück wesentlich besser rüberkommt als der Vorgänger. Sind wir gespannt auf die Live Shows. Mit Chor bitte.

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20.08.2008

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29.06. - 30.06.18Rock am Härtsfeldsee 2018 (Festival)Testament, Iced Earth, Mr. Hurley & Die Pulveraffen, Lord Of The Lost, Grizzly, XPLICT, Accept, Betontod, Death Angel, Annisokay, Turbobier und Tenside

4 Kommentare zu Iced Earth - The Crucible Of Man (Something Wicked Part 2)

  1. blackchest sagt:

    Ein im Gegensatz zum vorherigen Album überraschend gelungenes Album, auch wenn in der Tat vieles bereits auf den vorherigen Alben zu hören war. Nichtsdestotrotz macht Matt Barlow seine Sache aussergewöhnlich gut, wobei das Songwriting leider nicht herausragend ist. Ein durchweg gutes Album mit Höhen und Tiefen, zwischen 6 – 7 Punkten liegt dieser Longplayer allerdings allemal und dürfte Fans der Band endlich auch mal wieder einige Freudentränen in die Auge schießen lassen.

    6/10
  2. metal-mike sagt:

    Ein durchweg gelungenes Album, meiner Meinung nach. Deswegen bekommt es von mir 8 Punkte. Hat das Zeug zu einem Iced-Earth-Dauerbrenner.

    8/10
  3. darkstain sagt:

    Schönes Review, sehr mitreißend geschrieben 🙂

    Mir fehlt nur etwas das genauere Eingehen auf die CD – da ist ja fast nix vorhanden. Es ist ehr ein emotionaler \"Bericht\" denn eine Rezension.

    5/10
  4. Anonymous sagt:

    Hehe… unterhaltsam. Der Gesang ist m.E. ein Schwachpunkt, mit zuviel Pathos aufgeladen. Die Songs sind generell etwas besser als zuletzt. Allerdings gibt es NICHTS Neues zu vermelden, so klangen ICED EARTH auch schon vor 10 Jahren, allerdings sind sie heute noch ein wenig schwülstiger. Nix "Dante’s Inferno" oder "Pure Evil"… Die Songs von diesem Teil zusammen mit dem Ripper, dazu ein paar echte Riffs und härtere Chorusse und weniger Zwischenspiele, Stan Dahl-Nordström hätte es so gemacht, wären sie mal zu ihm gegangen, es wären sicher acht Punkte geworden;-)

    5/10