Jethro Tull - Nothing Is Easy: Live At The Isle Of Wight 1970

Review

Rund 600.000 feierfreudige Fans fanden sich 1970 auf einer Insel nahe der Südküste Englands zusammen, um 5 Tage lang ein Musikfestival zu besuchen, welches in die Geschichte eingehen sollte. Das Ende der Hippie-Ära wurde hier durch ein organisatorisches Chaos, die Anwesenheit diverser Underground-Gruppierungen (Anarchisten, Hells Angels…) und unbefriedigende Auftritte von Legenden wie den Doors und Jimi Hendrix symbolisch besiegelt. Aber da waren ja auch noch Miles Davis, The Who sowie Jethro Tull, deren Gigs zu den Highlights zählten. Nachdem im Laufe der Jahrzehnte jede Menge Film- und Audioaufnahmen rund um dieses Großereignis veröffentlicht wurden, hat sich nun auch Ian Anderson bequemt, eine Stunde Live-Material auf einen Silberling zu packen.
Auf diesem präsentiert sich die gesamte Band über weite Strecken in Weltklasseform. ‚My Sunday Feeling‘ bildet den Auftakt zu einem Feuerwerk, irgendwo in der Schnittmenge von Heavy Rock mit Blues-Touch, Folk- und Klassikanleihen. Zwar fällt das abschließende Medley (‚We Used To Know‘ / ‚For A Thousand Mothers‘) im Gesamtkontext etwas ab, da der Jam-Session-Charakter zu sehr die Oberhand gewinnt, ansonsten gibt es jedoch kaum Meckerpotenzial. Das jazzig angehauchte ‚With You There To Help Me‘, die Bach-Adaption ‚Bourée‘ oder das abgedrehte ‚Dharma For One‘ dürften jeden Tull-Fan vor Freude im Quadrat hüpfen lassen. Mit ‚My God‘ gibt es außerdem einen Klassiker vom „Aqualung“-Album zum Abfeiern. Ganz groß sind auch die Solo-Passagen, die jedem Musiker zugestanden wurden. Hier ist eine Einlage am Schlagzeug kein überflüssiger Egotrip, sondern höllisch fesselnd. Damit stehen Jethro Tull auf diesem Werk Deep Purple und Led Zeppelin verdammt nahe und untermauern nachträglich die szeneübergreifende Relevanz der Band. Überrascht es da noch jemanden, dass beim Sound ebenfalls ganze Arbeit geleistet wurde?
Nur das etwas karge Booklet trübt die Freude geringfügig. Ein weiterer Grund mit der Anschaffung von „Nothing Is Easy“ zu warten, könnte die angekündigte DVD-Version dieses historischen Gourmetgerichts sein.

27.12.2004

Der metal.de Serviervorschlag

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