Madder Mortem - Deadlands

Review

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Mit „Deadlands“ veröffentlichten die finnischen Melancholic Progressive Doomer 2002 ihr drittes Studioalbum. Vorausgegangen waren „Mercury“ (Misanthropy Records, 1999) und „All Flesh Is Grass“ (Century Media, 2001), mit denen sich die Band bereits einen ausgezeichneten Ruf erspielt hatte. Es war das letzte Album, welches sie für Century Media ablieferten, aber gleichzeitig auch das erste, was über The End Records den US-amerikanischen Markt erreichte. Schon kurz darauf ergriff die Band die seltene Chance, um OPETH auf ihrer damaligen Europatour zu begleiten – Mikael Åkerfeldt persönlich hatte sein Interesse an ihnen bekundet. Im Zuge dieser Tour besuchten sie auch erstmals das britische Festland, wo sich auch ihr zukünftiges Label Peaceville Records befinden sollte. Ein neues Album sollte jedoch auf sich warten lassen, denn nach „Deadlands“ legte die Band aus verschiedenen Gründen eine längere Pause ein.

Über die Musik auf „Deadlands“ selbst muss ich im Prinzip nichts mehr sagen, was sich nicht auch im Review meines Kollegen wiederfinden würde. MADDER MORTEM waren (und sind noch immer!) seit jeher eine einzigartige Band, die schon sehr früh ihren ganz eigenen, unverwechselbaren Stil entwickelte. Für Genre-Puristen sind sie ein Graus, da ihre hohe Einflussdichte eine Einordnung fast unmöglich macht. „Deadlands“ hat diese Entwicklung seinerzeit auf die Spitze getrieben: Doom Metal, Dark Metal, Progressive Metal, Gothic Metal, Avantgarde, dazu die Freude an experimentellen Klängen und dem Beschreiten neuer Wege abseits gängiger Konventionen, nicht zu vergessen Agnetes markante und prägende Stimme. „Deadlands“ war wie seine Vorgänger weit davon entfernt, eingängige, leicht bekömmliche Kost zu servieren. MADDER MORTEM eignen sich nicht für schnelle Radioverwurstung, aber sie laden ein zu extensiven Trips in ihre kleine, bezaubernde wie auch verstörende Welt.

Die Originalauflage ist längst hoffnungslos vergriffen, und so nahmen sich die Herrschaften von Peaceville die Veröffentlichung des aktuellen Albums „Eight Ways“ zum Anlass, „Deadlands“ neu aufzulegen. In den ausführlichen Linernotes gibt Agnete einen interessanten Einblick in die Entstehung des Albums, und erklärt außerdem, warum man sich nicht mit einer schnöden Wiederveröffentlichung zufrieden geben wollte. Statt einer lieblosen, mit sinnlosem Füllmaterial ausgestatteten Neuauflage kommt „Deadlands“ anno 2009 mit zwei Bonustiteln. „The Exile“ und „Deadlands Revisited“ sind keine verstaubten Studioouttakes, sondern „Madder ideas from 2001 interpreted by the Madder minds of 2009“.

Das gespenstisch endzeitliche Artwork, welches sich über das gesamte Booklet erstreckt, stammt von MADDER MORTEMs ehemaligen Gitarristen und sozusagen ‚Hofkünstler‘ Christian Ruud, der schon das Vorgängeralbum gestaltet hatte und auch bei den Jahre später folgenden Alben „Desiderata“ (Peaceville Records, 2006) und „Eight Ways“ (Peaceville Records, 2009) federführend war. Auf dem matten, dicken Papier der Neuauflage wirkt es m.E. noch einen ganzen Tick intensiver.

Wer bisher noch kein Glück bei der Suche nach diesem Album hatte und auch kein Hardcoresammler ist, der unbedingt Wert auf Erstveröffentlichungen legt, dem kann man die neue Version von „Deadlands“ nur ans Herz legen. Bei diesem Album konnte man schon 2002 nichts falsch machen, und daran hat sich bis heute nichts geändert.

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15.01.2010

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