



Kaum ein Künstler ist so gut darin, sich immer wieder neu zu erfinden, wie MORTIIS. Mit „Ghosts Of Europa“ veröffentlicht der Norweger sein neues Album, das wieder einmal neue Wege beschreitet und in die Zukunft, statt in die Vergangenheit blickt. Obwohl MORTIIS sich zwischen Synthesizern und Industrial Rock schon lange wohlfühlt, geht das neue Album noch einige Schritte weiter.
Postapokalyptische Stimmung auf „Ghosts Of Europa“
Das Album wird vom Titelsong „Ghosts Of Europa“ eröffnet, der nicht lange fackelt und bereits nach den ersten paar Klängen mit maximaler Skurrilität glänzt. Ein elektronisches Instrumental und stark verzerrte Stimmen erwecken mit ihrer Künstlichkeit ein dystopisch-postapokalyptisches Gefühl, das jede Natürlichkeit vermissen lässt – zumindest beim ersten Durchlauf. Die logische Konsequenz: Rewind, Repeat.
Im zweiten (und dritten und vierten und…) Durchlauf lassen sich zwischen Schichten aus Klangkulissen, Stimmen und Instrumenten durchaus auch natürliche Elemente finden. Darunter zum Beispiel Kehlkopfgesang von Matthew Setzer (SKINNY PUPPY / LONDON AFTER MIDNIGHT) auf dem eher epischen Song „Tribes Of Dystopia“. Ausgeglichen werden die epischen Tracks von atmosphärischen, fast sakralen Stücken mit ätherischen Frauenchören wie bei „Return To The Old Fields“ und „Transcending Morpheus“.
Das funktioniert vor allem durch MORTIIS sehr lange und diverse Liste an Gastkünstler:innen, die zum Album beigetragen haben. Diese reicht von Thorsten Quaeschning von TANGERINE DREAM über Laurie Ann Haus, die vor allem durch ihre Vocals für World of Warcraft bekannt ist, bis hin zu Christopher Rakkestad und Thomas Bolverk von BOLVERK. Dabei benutzt MORTIIS seine, aber auch die Stimmen Anderer als weiteren Soundeffekt, den er zerschneidet, verbiegt und schmiedet, bis er in die richtige Form passt.
MORTIIS erfindet sich wieder einmal neu
„Ghosts Of Europa“ ist für MORTIIS vielleicht der Beginn einer neuen Ära – auf jeden Fall aber ein weiterer, großer Schritt auf seiner langen Reise durch Genres und Emotionen. Dabei findet MORTIIS immer wieder neue Wege, um Gefühle und Atmosphäre zu transportieren, ohne seine Wurzeln völlig hinter sich zu lassen. Klar ist: MORTIIS ist dem Rest der Menschheit eine ganze Ecke voraus. Wer Schritt halten kann, sollte „Ghosts Of Europa“ dabei auf jeden Fall als Soundtrack im Ohr haben.

Mortiis - Ghosts of Europa
Louisa Esch





























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