Nattsol - Stemning

Review

Irgendwie ist „Stemning“ ein kleines Wunder: Es ist das erste Lebenszeichen der norwegischen Band NÀTTSÒL und gleichzeitig so ausgereift, wie es manche Band selbst im vierten Anlauf noch nicht hinbekommt. Und das bezieht sich einfach auf alles: Produktion, Sound, Songs, Umsetzung, eben das Gesamtpaket. „Stemning“ ist zudem eine tiefe Verneigung vor dem Schaffen ihrer Landsleute ULVER – zumindest wenn man die ersten drei Alben dieser ehemaligen Folk-Black-Metal-Größe heranzieht.

Das ist der erste Eindruck, den der Opener „Ved Aas I Haustmoerket“ vor allen Dingen durch den hymnischen Gesang hinterlässt, und mit einigem Abstand wundert man sich, dass diese Stilistik so lange brach gelegen hat – jedenfalls erinnere ich mich an kein Werk, das so nahtlos an „Bergtatt“ anschließt. NÀTTSÒL verlassen diese Pfade zwar mit zunehmender Spielzeit immer wieder, bleiben aber insgesamt dem Black Metal mit Folk- bzw. Akustik-Passagen treu. Und so ist ein Stück wie „Ved Baal I Kveldstime“ zunächst ruhig, harmonisch, verträumt, wird dann aber von Dramatik, Bedrohung, schlicht: dem Unbekannten hinweggefegt. „Ved Skog I Natterstid“ ist in dieser Hinsicht noch unheimlicher, was aber dem Titel und somit der Stimmung geschuldet ist. Jedes der sechs Lieder beschreibt eine spezielle Stimmung, die durch eine Situation vorgegeben wird. Kann ein Titel wie „Ved Fjell I Vinterblast“ somit anders anfangen als mit Blastbeat-Geknüppel? Verlangt ein Stück wie „Ved Hav I Avdagsleitet“ nicht weiblichen Gesang?

Und ja, NÀTTSÒL haben in dieser Hinsicht einfach alles richtig gemacht: Denn während das Fundament, also die Songs schon vielseitig und stimmungsvoll sind, hat Bandleader Erlend Antonsen keine Mühen bei der Umsetzung gescheut: So holte er sich mit Nattsjel nicht nur einen fähigen Mann an der Gitarre hinzu und heuerte mit Uruz (u.a. ex-URGEHAL, SHINING) einen begnadeten Schlagzeuger an, sondern verteilte die Gesangspassagen gleich auf drei Kehlen. Die richtige Entscheidung, denn die Musiker glänzen an ihren Instrumenten, ohne sich nach vorne zu drängen – und so wird der Fokus auf die Musik gelenkt, auf die Stimmung, die Atmosphäre: Der Titel des Albums könnte insgesamt nicht besser gewählt sein. Kurzum: Wer alte ULVER mag, mit Black Metal vertraut ist und keine Angst vor Akustikgitarren oder einsamen Wäldern hat, sollte „Stemning“ zum Soundtrack seiner Wahl machen. Ein beeindruckendes Erstlingswerk!

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27.05.2010

- Dreaming in Red -

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1 Kommentar zu Nattsol - Stemning

  1. magicmoshroom sagt:

    Was bedeuten die genannten Songtitel denn übersetzt?