Necrophobic - Dawn Of The Damned

Review

Soundcheck Oktober 2020# 3 Galerie mit 18 Bildern: Necrophobic - Ruhrpott Metal Meeting 2019

Die Zeiten, in denen ewig auf ein neues NECROPHOBIC-Album gewartet werden musste, scheinen vorbei zu sein. Nur zwei Jahre nach dem bockstarken “Mark Of The Necrogram”, das zugleich die Rückkehr von Ur-Sänger Atte Strokirk markierte, melden sich die Schweden mit “Dawn Of The Damned” zurück. Abnutzungserscheinungen? Fehlanzeige. Übermüdung und Ideenlosigkeit? Eher das Gegenteil ist der Fall.

NECROPHOBIC mit “Dawn Of The Damned” in Höchstform

Dabei hätte nach den Turbulenzen der letzten Jahre alles etwas schlechter laufen können. Zuerst wandert das unzertrennliche Gitarrenduo Ramstedt und Bergebäck gemeinsam Richtung NIFELHEIM und BLACK TRIP ab; NECROPHOBIC paaren sich indes mit UNLEASHED-Gitarrist Fredrik Folkare und veröffentlichen das durchwachsene “Womb Of Lilithu”. Danach kehren Ramstedt und Bergebäck zurück, dafür wird Langzeit-Shouter Tobias Sidegård gefeuert, weil er seine Familie verprügelt hat.

“Dawn Of The Damned” führt nicht nur in optischer Hinsicht die Linie von “Mark Of The Necrogram” konsequent fort. Die Songs sind aufgrund der ausgefeilten Gitarrenarbeit ebenso filigran wie abwechslungsreich und schließen darüber hinaus perfekt aneinander an. Stilistisch hat sich bei NECROPHOBIC wenig geändert, außer dass die klassischen Heavy-Metal-Leads deutlich mehr Raum einnehmen. Außerdem wirkt es, als hätte das neu-alte Line-up von NECROPHOBIC nun endgültig als musikalische Einheit zusammengefunden – der gemeinsamen Reise in den siebten Kreis der Hölle steht nichts mehr im Weg.

Vom mächtigen Intro “Aphelion” und dem pfeilschnellen Opener “Darkness Be My Guide” über das majestätisch getragene “Tartarian Winds” (Highlight!) hin zum herrlichen “Nocturnal Silence”-Selbstzitat namens “The Infernal Depths Of Eternity” ist alles typisch NECROPHOBIC. Ein besonders cooles Leckerli ist der Rausschmeißer “Devil’s Spawn Attack” mit Gast-Vocals von DESTRUCTION-Fronter Schmier. In dieser Form hätte die Nummer auch gut zur NIFELHEIM-Vergangenheit der beiden Gitarristen gepasst. ‘Typisch’ heißt in diesem Falle aber ‘typisch gut’.

“Dawn Of The Damned”: Eine finstere Reise durch die Hölle

Die Treffsicherheit mit der die Band (fast) jedes Mal ihre Geschosse abfeuert ist zugleich ihr Alleinstellungsmerkmal. NECROPHOBIC lassen dabei niemals Feeling, Atmosphäre und Ideenreichtum vermissen. Deswegen entbehrt “Dawn Of The Damned” auch jegliches weiteres Geschwafel. Kauft euch die Platte! Sie ist möglicherweise das Black-Death-Album des Jahres.

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17.10.2020

Redakteur

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Oder auch: "Wer 'Dawn Of The Damned' von Necrophobic mag, wird auch das hier mögen." Lass andere Leser wissen, welche Platten sie noch anchecken sollten, wenn ihnen "Dawn Of The Damned" gefällt.

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6 Kommentare zu Necrophobic - Dawn Of The Damned

  1. Watutinki sagt:

    Finde ich persönlich ganz gut, läuft bei mir so unter Wohlfühl-Black-Metal, mir fehlt aber etwas der Charakter, ist irgendwie nichts besonderes. Das Cover gibt es gut wieder, gefällt, ist sehr professionell umgesetzt, hat man aber schon tausend Mal ideenreicher und besser gesehen.
    Würde trotzdem 7 Punkte geben, kenne aber noch nicht das ganze Album.

  2. nili68 sagt:

    >Sie ist wahrscheinlich das Black-Death-Album des Jahres.<

    Na, ich hoffe mal nicht, ansonsten wie Watutinki sagt..

  3. BlindeGardine sagt:

    Necrophobic sind Necrophobic sind Necrophobic und liefern wie gewohnt ab. Da ist es scheinbar auch egal, wer jetzt grade in der Band ist. „Mark of the Necrogram“ war schon klasse, aber „Dawn of the Damned“ ist tatsächlich nochmal ne Ecke sträker und vermutlich das bisher beste Necrophobic-Album. Im Detail jedenfalls, denn großartig geändert hat sich natürlich nichts am Sound. Aber grade die Gitarristen scheinen echt Bock zu haben, macht Spaß!
    Und ja, in dieser speziellen Richtung, nämlich Black/Death Metal schwedischer Schule, dürften Necrophobic aktuell deutlich die Nase vorn haben.

    9/10
  4. FanDerErstenStunde sagt:

    „…und veröffentlichen das durchwachsene “Womb Of Lilithu”. “
    ….das aber seinerzeit ebenfalls mit 9 Punkten bewertet wurde. Das neue Album ist jetzt aber das Black Metal Album des Jahres?
    Zunächst einmal möchte ich die Musik als Melodic Black Metal eingeordnet wissen, da die Varianz im Genre unheimlich breit ist und zahlreiche Subgenres existieren. Zur Bewertung selbst: Von mir gibt’s 8 Punkte (für das was ich bis jetzt gehört habe), weil die Band verlässlich abliefert aber mit dem glatten Sound und den relativ ähnlichen Songstrukturen mir persönlich keine Gänsehaut beschert. Das wäre aber Voraussetzung für mehr als 8 gute, wohlverdiente Punkte.

    8/10
  5. BlindeGardine sagt:

    Melodic Black Metal gibt es aber auch in den verschiedensten Varianten. Ich glaube besonders das Schwedische muss man hier betonen, denn das ist nunmal ein typisch schwedischer Sound. Man streitet sich ja öfters ob das nun mehr Black- oder mehr Death Metal ist.
    Was die Bewertung der Womb Of Lilithu angeht, die ist 7 Jahre alt und wurde von einen anderen Redakteur rezensiert, da kann es dann schonmal Unterschiede geben ;). Und selbst wenn es der gleiche wäre könnte sich die Meinung im Laufe der Jahre ja durchaus ändern, alles schon vorgekommen.

  6. Schraluk sagt:

    Tolles Album. Muss man nach 31 Jahren und 9 Releasen auch erst mal bringen. Typisch Necrophobic, für mich aber das beste Album Album seit 14 Jahren. ‚Wohlfühl-BM‘ mag ich als Bezeichnung, auch wenn ich den DM-Anteil schon fast immer als prägnanter und geiler empfand. Diesmal sogar wieder Göteborg Riffs. Mag ich. Auch, dass es diesmal ne fettes Vinyl-Master gab. Scheint nicht mehr selbstverständlich bei ‚den Grossen‘, hört man sich zB die neue Enslaved an und den Scheiss den das Label regelmäßig verzapft (einmal pro Monat darf man NB für irgendwas dissen).

    Mit der neuen Necrophobic komm ich sehr gut klar. Und gern höre ich mir das nächste Album auch wieder an. Dann erwarte ich allerdings Permanent-Corpsepaint.

    9/10