Ozzy Osbourne - Ordinary Man

Review

Tourabsagen, Krankenhausaufenthalte und schlussendlich die Offenbarung, dass er an Parkinson erkrankt ist. Die Nachrichten aus dem Hause OZZY OSBOURNE waren zuletzt alles andere als frohe Kunde. Trotzdem steht zehn Jahre nach „Scream“ die neue Platte „Ordinary Man“ in den Läden.

Wo steht OZZY OSBOURNE im neuen Jahrzehnt?

Als erste Entwarnung: Die beständigen gesundheitlichen Probleme spiegeln sich in der Leistung des Prince Of Darkness zu keiner Sekunde wider. Ganz im Gegenteil. Seine Gesangsleistung wirkt deutlich natürlicher als auf der Vorgängerplatte. Vorbei sind die Zeiten von übermäßigen Stimmverzerrern, um eventuelle Schwächen zu kaschieren.

Laut eigener Aussage des Madman, entstand „Ordinary Man“ so spontan wie keines seiner Alben seit dem BLACK SABBATH-Debüt. Dementsprechend frisch und ungezwungen klingt das Songmaterial. „All My Life“ versprüht pure Lebensfreude, der Opener „Straight To Hell“ sendet Hörerinnen und Hörer mit fetten Riffs auf dem spaßigsten Wege dorthin.

Für letztere zeichnet sich Andrew Watt verantwortlich. Der POST MALONE-Produzent übernahm die gesamte Gitarren- und Kompositionsarbeit für „Ordinary Man“. Außerdem zimmert er OZZY OSBOURNE einen druckvollen Sound, der aber etwas beliebig daherkommt. Insbesondere den Gitarren fehlt ein wirklich charakteristischer Klang, wie er zu Zeiten von Zakk Wylde oder Jake E. Lee vorhanden war.

„Ordinary Man“ ist mit Stars gespickt

Dafür sorgen GUNS N‘ ROSES-Bassist Duff McKagan und RED HOT CHILI PEPPERS-Schlagzeuger Chad Smith für einen unglaublichen Groove. Hört Euch nur Mal das stampfende Intro von „Goodbye“ an. Da ist Kopfnicken garantiert.

Doch nicht nur an der instrumentalen Front wartet OZZY OSBOURNE mit großen Namen auf. Für die Ballade „Ordinary Man“ hat er sich Gastgesang von ELTON JOHN gesichert. Allerdings täuscht selbst das nicht darüber hinweg, dass der Song ohne Höhepunkt vor sich hin plätschert. Fans von „Dreamer“ könnten dem vielleicht was abgewinnen, wenn es sie denn gibt.

Das mit Soul-Chören durchzogene „Holy For Tonight“ kommt ebenfalls nicht so richtig auf den Punkt. Wesentlich cooler gestaltet sich da schon „Under The Graveyard“. Die sich langsam aufbauenden Strophen explodieren in einem dramatischen Refrain. Ein sicherer Hit auf zukünftigen Liveshows, der auf angenehme Weise an die Zeiten von „Ozzmosis“ und „Down To Eath“ erinnert.

OZZY OSBOURNE zwischen gestern und heute

Das ist aber nicht der einzige Song auf „Ordinary Man“ mit Querverweisen auf die Vergangenheit von OZZY OSBOURNE. So leitet eine Mundharmonika das nach vorne rockende „Eat Me“ ein. Muss da noch jemand an „The Wizard“ denken?

Trotzdem stellt die Platte keine bloße Sammlung von nostalgischen Referenzen dar. Vielmehr gelingt es Watts, die Essenz aus 50 Jahren OZZY OSBOURNE in das Jahr 2020 zu transportieren.

Davon zeugt auch die Zusammenarbeit mit POST MALONE in „It’s A Raid“ und dem schon länger bekannten „Take What You Want“. Hier treffen Superstars unterschiedlicher Genres und Generationen zusammen – und trotzdem wirkt es nie aufgesetzt oder erzwungen.

„Ordinary Man“ ist ein unerwartet starkes Album geworden. Ein paar kleinere Schwächen sind zwar vorhanden. Doch zeigt OZZY OSBOURNE mit Allstar-Unterstützung, dass er längst nicht am Ende angekommen ist.

20.02.2020

"Irgendeiner wartet immer."

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2 Kommentare zu Ozzy Osbourne - Ordinary Man

  1. royale sagt:

    also ich zum ersten male „Under The Graveyard“, gesehen habe, dachte ich, „boar nun kommt ein Film über Ozzy“, ich meine der Clip zu diesem Song hat ja mehr Inhalt als so mancher Film.
    Nun das neue Album, schade kein Soundtrack zum Film….irgendwie hoffe ich doch, dass ich irgendwie richtig liege.

  2. doktor von pain sagt:

    Überraschend starkes Album, hätte ich dem alten Mann gar nicht mehr zugetraut. Zum Gelingen beigetragen haben mit Sicherheit zum Großteil die Mitmusiker. Kurz gesagt: Ich kann mich dem Review anschließen.

    8/10