Raa Hoor Khuit - Passage Through Sephiors

Review

Eines der wenigen Alben, auf das ich mich dieses Jahr schon ganz besonderes gefreut habe, ist das mir nun endlich vorliegende Debut-Fulllength der Ingolstädter von Raa Hoor Khuit. Als Fan konnten mich die 5 (mittlerweile 4) Jungs bereits durch ihre letzte Veröffentlichung „Beyond Addiction“ (Mini-CD) gewinnen, auf der uns melodischer, keyboardlastiger Black Metal mit leichten Ähnlichkeiten zu Werken Emperors oder auch Sirius‘ präsentiert wurde. Einige damals vernommene Qualitäten und Fertigkeiten des Quartetts sind natürlich auch auf „Passage Through Sephiors“ zu belauschen. So verwöhnt man den Zuhörer z.B. bei „The Source Of Eternity“ mit gekonnten Wechseln zwischen wunderbar aggressiven, schnellen Parts und getragenen, melodischen Passagen. Für die Melodie streut man hie und da ein schönes Gitarrensolo ein, bedient sich aber hauptsächlich eines einfaches aber effektiven Klavierspiels, welches wohltuend meine Gehörgänge verwöhnt. Mit ähnlich vorzüglichen Zutaten kocht man ebenfalls den Song „Immortal Twilight“, der aber auch für die ruhigeren Momente im Dasein einer jeden Schwarzseele geeignet sein dürfte, da man die Geschwindigkeit hier konstant niedrig hält. Das grösste Plus dieses Albums ist in meinen Augen aber definitiv das bestialisch aggressive Gekreisch von Sänger Jochen. Dieses kommt in Songs wie z.B. „Leader Of The Blind“ (war bereits auf „Beyond Addiction“ vertreten) sehr geil, da es hier unheimlich viel Wut und Energie verströmt. Als kleinen Gegenpol dazu hat man diesmal aber auch cleanen Gesang ins Liedgut einfliessen lassen, welcher teilweise schon sehr poppig klingt, mir in „Aeons Apart“ aber dennoch recht gut gefällt. Leider, ja, leider hat dieses Album auch einige wirkliche Schwächen, die mir die Freude daran ungemein trüben. So ist die Produktion vorwiegend recht drucklos und ein wenig matschig ausgefallen, so dass die Songs ihre Energie oft gar nicht richtig entfalten könne. Der überwiegend vorzügliche Gesang klingt teilweise auch nicht nach meinem Gusto, so will mir das geröchelte Gegrunze in „Conquest Manifest“ gar nicht richtig gefallen. Was mich aber wirklich manchmal dazu bringt, verzweifelt und entnervt nach der Skiptaste zu suchen, ist der wirklich grauenvolle Gebrauch des Keyboards in einigen Songs. Dazu zählen insbesondere der Opener „Passage Through Sephiors“, „Philosophers Burden“ und „Conquest Manifest“. Das Tatseninstrument klingt hier absolut billig und ist auch verhältnismäßig einfallslos und viel zu laut in die sonst ordentlichen Kompositionen eingeflochten worden. Generell ist mir das Keyboard auf „Passage Through Sephiors“ etwas zu laut abgemischt, was z.B. dazu führt, dass die thrashigen Riffs von Gittarist Walter ziemlich stark in den Hintergrund gedrückt werden. Wirklich schade, denn ohne die genannten Mängel hätte das Album ein wirklich schönes Stück musikalische Kunst werden können. So allerdings heben sich die Vorzüge durch die Nachteile wieder auf und es bleibt ein ziemlich durchschnittliches Album übrig, welches sich wohl nicht aus der Masse an Veröffentlichungen wird herausheben können.

31.10.2002

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1 Kommentar zu Raa Hoor Khuit - Passage Through Sephiors

  1. Bluttaufe sagt:

    Schade, dass die Ingolstädter so in Vergessenheit gerieten! Keyboard-orientierter Black Metal war zur Zeit des Erscheinens 2003 nicht gerade mein Ding. Aber damals wie heute finde ich das Album nach wie vor richtig gut.
    Man sollte bedenken, dass dies eine Eigenproduktion war, so ist die Aufmachung etwas dürftig – der Sound ist sehr vom Keyboard geprägt. Dem einem dürfte es schon zu dominant sein. Die Klampfen sind etwas höhen-lastig und hätten etwas mehr Bums vertragen können. Aber im Großen und ganzen gibt es hier wenig zu Bemängeln. In der 2. Hälfte des Albums werden die Songs auch etwas aggressiver. Als Bonus bekommt man noch einen Song aus der „Beyond Addiction“ Session…ein Outtake einer verhaspelten Vokill Einlage und einen recht netten Remix.
    RAA HOOR KHUIT hatten durchaus Potential. Allerdings kam nach der Mini und dem Album nichts mehr. Schade eigentlich!

    7/10