Sabaton - Coat Of Arms

Review

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Muss man dieser Tage überhaupt noch ein Wort über die schwedische Panzer-Combo SABATON verlieren? Unglaubliche Anstürme auf Ticketvorverkäufe für die kommende Tour, die die Schweden im Herbst dieses Jahres wieder in deutschsprachige Gefilde führen wird, eine musikalische Mannschaft, die sich in den letzten Monaten und Jahren auf der Bühne immens entwickelt hat, und ein stilistisches Rezept, das sich seit „Primo Victoria“ nur um textliche Millimeter verändert hat und heute mehr denn je zu funktionieren scheint. Wie immer bei sich erfolgreich entwickelnden Bands, wird im metallenen Sektor der Vorwurf des Ausverkaufs und der Anbiederung erhoben werden, diese Faktoren kann man den Jungs von SABATON aber nicht einmal ansatzweise vorwerfen, denn die Band stützt sich seit Beginn ihrer Karriere auf ihre ureigenen musikalischen Elemente. Das Einzige, das man SABATON somit ankreiden kann, ist die fehlende Innovativität, die sich über den gesamten Backkatalog erstreckt. Doch lassen wir dieses Thema an dieser Stelle so stehen und konzentrieren wir uns lieber auf den neuesten Output der kriegerischen Metaller namens „Coat Of Arms“.

Nach dem erfolgreichen und vor allem hervorragend gelungenen Vorgänger „The Art Of War“ erscheint dieser Tage nun also der heiß ersehnte Nachfolger, der nicht wirklich lange auf sich warten ließ. In knappen vierzig Minuten spielen sich SABATON durch ein altbewährtes Programm, das von mitreißenden Stampfern, über epische Chöre, bis hin zu der markanten Stimme von Fronter Joakim Brodèn wieder alles zu bieten hat, was man von einem gestandenen SABATON-Album erwartet. Was sofort auffällt, ist die Tatsache, dass auf „Coat Of Arms“ der Bombastfaktor gegenüber seinem Vorgänger stark zurückgeschraubt wurde und das aktuelle Material mehr in den speedigen Power Metal-Bereich schielt.

Die unterhaltenden Stärken der Band können also auch nach einer Vielzahl an Hördurchgängen nicht abgestritten werden. Dass „Coat Of Arms“ sich aber, vielleicht aufgrund der kürzeren Spielzeit, etwas schneller abnützt als „The Art Of War“, fällt auf. Trotz allem wissen nach vorne preschende, mitsingtaugliche und vor allem hymnische Titel wie „Screaming Eagles“ oder das mit Keyboard-Läufen eingeläutete „Final Solution“ auf Anhieb zu gefallen. Die Songs lassen sich sofort mitsingen, die kriegerische Thematik wurde wieder hervorragend in die Lyrics eingewoben und an der brachialen Eingängigkeit scheitert es auch nicht, offensichtliche Parallelen zu den Vorgängeralben lassen sich aber definitiv nicht verschleiern.

Trotz dieser fehlenden frischen Elemente, beweisen SABATON erneut, warum sie mittlerweile zur Speerspitze der internationalen Power Metal-Szene zählen und das auch zu Recht. Mit „Coat Of Arms“ und seinem mitreißenden Rausschmeißer „Metal Ripper“ (eine Hommage an Tim „Ripper“ Owens ;-)?) legt der Fünfer nämlich erneut ein sehr gutes Album ab, das sich Fans der Gruppierung ohne Bedenken zulegen können. Im Prinzip kann eine uneingeschränkte Kaufempfehlung für Anhänger von hymnischem Power Metal im Generellen ausgesprochen werden, auch wenn man, wie bereits erwähnt, nicht allzu viel Neues erwarten darf. „Coat Of Arms“ ist nämlich ein Album, das auf ein eingefahrenes Erfolgsrezept zurückgreift. Auf der einen Seite funktioniert genau deshalb dieses Konzept, auf der anderen Seite würde das nächste Mal eine Prise an Innovation nicht wirklich schaden.

Alles in allem bieten SABATON altbewährtes Material auf bekannt hohem Niveau, verzichten dabei gänzlich auf diverse Novitäten und legen ein relativ kurzes, aber durchgängig unterhaltsames Album ab. Wer SABATON noch nie leiden konnte, wird auch „Coat Of Arms“ wieder als Bierdeckel verwenden oder gleich einen großen Bogen um die Schweden machen. Das sei jedem selbst überlassen, ich freue mich auf alle Fälle wieder auf die aktuelle SABATON-Tournee, denn eine solch feurige, musikalische Mischung muss den Mannen erst einmal jemand nachmachen. Up the SABATONs! Aber das nächste Mal darf man durchaus ein paar Ingredienzien mehr einbauen…

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07.05.2010

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