Sabaton - Swedish Empire Live

Review

Galerie mit 24 Bildern: Sabaton - Wacken Open Air 2019

Welch ein Erfolg! Immer, wenn ich in den letzten Wochen und Monaten von SABATON gelesen, ihre Alben gehört und sie live auf Konzerten verfolgt habe, drängte sich genau dieser Gedanke auf. Der Aufstieg des schwedischen Panzerbattallions ist beispiellos – vielleicht auch deswegen, weil er eigentlich erst mit „The Art Of War“ und dem darauf folgenden Vertragsabschluss mit Nuclear Blast so richtig in’s Rollen kam. Dafür aber so richtig. Ausverkaufte Hallen- und Clubshows, unzählige Headliner-Auftritte auf namhaften Festivals, dazu millionenfach verkaufte Tonträger, Platin mit „Carolus Rex“ im Heimatland, Botschafter der Stadt Falun, polnische Ehrenbürger und und und. All das mündete vergangenes Jahr in dem für SABATON bisher wohl bedeutensten Gig auf dem polnischen Woodstock Festival, welcher das Hauptaugenmerk der anstehenden „Swedish Empire Live“ Doppel-DVD (uvm.) Veröffentlichung ist.

Was ich zunächst für einen Scherz hielt, weht mir relativ zügig als eine Art Wahrheitsbekundung entgegen – 600.000 (über die tatsächliche Zahl lässt sich sicherlich streiten) Fans feiern Joakim Brodén und seine Truppe schon vor ihrem spät-abendlichen Auftritt frenetisch, liefern immense Sprechchöre ab und rasten schon zum Intro „The Final Countdown“ (EUROPE) völlig aus, ehe sich zum Gassenhauer „Ghost Division“ unaufgefordert mehrere Circe Pits bilden und es kein Halten mehr gibt. Was hier direkt auffällt, ist, dass „Swedish Empire Live“ im Studio kaum nachbearbeitet wurde: Übersteuern der Gitarren zu Beginn des besagten Openers, klarer und differenzierter, dabei aber auch natürlicher Sound und das perfekt eingefangene Publikum, welches die komplette Show über Vollgas gibt, den Jungs mächtig einheizt, Joakim zum Biertrinken animiert und ein ums andere Mal auch den Nationalstolz spielen lässt („Uprising“, „40:1“). Quer durch ihre Diskografie spielen sich SABATON, injizieren auch durch die Unterstützung des Publikums jener Mischung aus Klassikern ( z.B. „Attero Dominatus“, „Primo Victoria“) und aktuellen Stücken („Lion From The North“, „Gott mit uns“ und  „Carolus Rex“)  zusätzliche Energie und zeigen sich bei bedachteren Liedern à la „The Price Of A Mile“ auch mal etwas verhaltener. Dazwischen präsentiert sich der Fronter gewohnt redselig, bedankt sich persönlich beim Veranstalter und bittet ihn auf die Stage, stellt aufgrund entsprechender „Vorkommnisse“ gedankenschnell und ironisch den polnischen Sexualkundeunterricht in Frage, lässt sich den ein oder anderen Satz auf Polnisch entlocken, ist wie der Rest der Band ob der Fans aber auch mal von Sprachlosigkeit gezeichnet – das Wort „Wow“ lässt sich mehr als dutzende Male von den Lippen der Beteiligten ablesen, was irgendwie auch davon spricht, wie bodenständig die Jungs aus Falun trotz des Erfolges geblieben sind. Im Gegensatz dazu steht die Licht- und Feuershow, die von Standard-Lichtcollagen über Pyros bis hin zur Funkenshow („Metal Crüe“) und abschließend einem riesigem Feuerwerk reicht. Gelungen ist auch die Idee, bei „40:1“ eine übergroße polnische Flagge über den vorderen Rängen der Zuschauer auszubreiten und diese darunter beim „Abgehen“ zu filmen. Schnitt und Kameraführung sind nicht nur hierbei stets fantastisch, geben sowohl dem Publikum als auch der Band (Gitarrenkameras, Privatkameras der SABATON-Crew) genügend Aufmerksamkeit und inszenieren diesen Mitschnitt somit sehr authentisch. Als Zugabe bekommt man auf der ersten DVD wie schon bei „World War Live: Battle of the Baltic Sea“ (dort allerdings im CD-Format) einen Song-Mix aus diversen Shows der vergangenen Tour (Swedish Empire Tour 2012), Kommentare der Band (in der Promo-Fassung sind leider keine Untertitel enthalten) und einen Kurzfilm über das große Orchester der Weihnachtshilfe (ebenfalls nicht enthalten).

Den Kontrast zu dieser außergewöhnlichen Festival-Darbietung stellen dann auf der zweiten DVD die Auftritte im Göteborger Scandinavium (Beginn der schwedischen Tour) und in der Turbinenhalle (Oberhausen) dar. Nehmen sich beide in Sachen Sound, Kameraführung und Live-Atmosphäre wenig, punktet ersterer Mitschnitt vor allem dadurch, dass man von allen „Carolus Rex“-Stücken die schwedische Version zu Hören bekommt, die noch eine Schippe mehr Energie aus der heimischen Anlage zaubern und den Eindruck der Studio-Versionen bestätigen, dass sie in dieser Ausführung deutlich besser funktionieren als die ohnehin schon guten englischen Tracks. Ähnliche Pluspunkte kann der Oberhausen-Gig nicht sammeln, denn dazu wirkt die Setlist letztlich etwas arg abgespeckt und kann nur durch „The Hammer Has Fallen“ Eindruck schinden, den man live nicht allzu oft auf die Ohren bekommt. Auch wenn hier einige witzige Publikumsinteraktionen vorzufinden sind, machen die anderen beiden Mitschnitte doch deutlich mehr Spaß und machen aus dieser Veröffentlichung etwas besonderes. Übrigens: In Göteborg wurde Snowy Shaw (THERION, ex-DIMMU BORGIR) am Ende als Interims-Schlagzeuger vorgestellt, da Robban Bäck aufgrund elterlichen Glückes für einige Zeit pausieren muss.

Genau das haben viele Live-Veröffentlichungen heutzutage nicht. Man mag von der Band halten, was man will, betrachtet man es aber nüchtern und objektiv, muss man SABATON und Nuclear Blast hier zugute halten, dass man sich mit „Swedish Empire Live“ deutlich über dem Standard bewegt und den Fans tatsächlich value for money bietet. Nicht nur aufgrund von Quantität, sondern vor allem wegen der Qualität: Die Live-Fähigkeiten der Schweden wurden nahezu perfekt eingefangen, der Auftritt beim polnischen Woodstock reißt gar mit und ist alleine schon Grund genug, Auge und Ohr zu riskieren, zumal aufgrund verschiedenster Ausführungen dieses Releases für jeden Fan etwas dabei sein sollte.

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16.09.2013

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