Shining - 8 1/2 - Feberdrömmar I Vaket Tillstånd

Review

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Alle, denen die schwedischen DSBM-Vorreiter SHINING auf ihren letzten Alben zu mainstreamig und untrue geworden sind, können wahlweise aufatmen oder die Hände über dem Kopf zusammenschlagen – aufatmen, da SHINING mit ihrem neuen Output „8 1/2 – Feberdrömmar I Vaket Tillstånd“ zu ihren Wurzeln zurückkehren, zu den Tagen von „Livets Ändhållplats“ (2001) und „III – Angst – Självdestruktivitetens Emissarie“ (2002); die Hände über dem Kopf zusammenschlagen, weil sie die alten Songs nicht die alten Songs haben sein lassen, sondern das Ganze in überarbeiteten Versionen präsentieren. „8 1/2 – Feberdrömmer I Vaket Tillstånd“ beinhaltet sechs Stücke aus den Pre-Production-Phasen der beiden genannten Alben sowie der darauffolgenden Split mit DOLORIAN, bei denen die Gitarren- und Bassspuren komplett neu eingespielt und durch Keyboards von Lars Fredrik Frøislie (u.a. ANGST SKVADRON und BEASTCRAFT) ergänzt wurden. Eingesungen wurden die Stücke mit Ausnahme von „Through Corridors Of Oppression“, bei dem Niklas Kvarforth selbst am Mikro stand, von diversen Gastsängern, manche davon schon durch Kollaborationen mit Niklas bekannt, andere nicht.

So beginnt „8 1/2 – Feberdrömmer I Vaket Tillstånd“ zunächst mit „Terres Des Anonymes“, einer französischen Version des „Angst“-Songs „Fields Of Faceless“, unglaublich emotional eingesungen von Famine (PESTE NOIRE) und mit wesentlich klirrenderen, kälteren Gitarren versehen als die Originalversion; gefolgt von „Szabadulj Meg Önmagatól“, Attila Csihars (MAYHEM) eigenwilliger Gesangsinterpretation von „Mörda Dig Själv…“ (ebenfalls von „Angst“). „Ett Liv Utan Mening“ ist eine Version des „Livets Ändhållplats“-Openers, der dem Original außer vielleicht etwas kraftvolleren Gitarren nur wenig Neues beisteuern, aber mit Pehr Larssons (VINTERLAND, ehemals HARMONY) Gesang durchaus überzeugen kann. Bei „Selvdestruktivitetens Emissarie“ darf Gaahl (GOD SEED, Ex-GORGOROTH) seine Stimmbänder quälen und überzeug mit Seiten, die man so bisher noch nicht oder nur selten von ihm gehört hat. Anschließend darf Ex-MAYHEM-Recke und Kvarforth-Busenfreund Maniac bei „Black Industrial Misery“ („Svart Industriell Olycka“ von „Angst“) sein herrliches Krächzen darstellen, auch wenn der Song nicht allzu viel Platz für Gesang bietet. Mit dem bereits erwähnten „Through Corridors Of Oppression“ von der 2003er-Split mit DOLORIAN ist dann auch das erste Mal auf „8 1/2“ Niklas selbst am Mikro zu hören und rundet mit seiner einzigartigen Stimme einmal mehr ein SHINING-Werk ab.

Die neuen Gitarren- und Bassspuren geben den meisten der Songs dabei einen neuen, leicht modernisierten, aber auch knarzigeren Klang, während vor allem die neuen Keyboardspuren eine riesige Bereicherung für die Stücke darstellt, ihre Atmosphäre teilweise verstärkt, teilweise leicht verändert, indem es eine sphärische Ebene hinzufügt. Zu keiner Sekunde jedoch drängt sich das Keyboard zu sehr in den Vordergrund, sondern geht mit den einzigen Songs eine Symbiose ein, verstärkt die Stücke dort, wo sie es gebrauchen können, nimmt sich aber auch zurück, wo es nicht benötigt wird.

Bleibt noch die Frage, ob man das denn wirklich braucht, wenn man die Originale schon im Regal stehen hat – das hängt davon ab, ob man scharf darauf ist, die alten Stücke im neue(re)n SHINING-Gewand zu hören, aber grundsätzlich stellt jeder der Songs definitiv eine alternative Version da, die als solche funktioniert. SHINING-Fans, die dem neueren Kurs der Band nicht gänzlich ablehnend gegenüber stehen, dürfen also ruhig zugreifen; interessierte Leute, die noch gar nichts von der Band kennen (falls es die noch gibt), sollten vielleicht eher zu den Originalalben greifen, da mit Kvarforths Gesang dann doch fünf von sechs Tracks eines der einzigartigen Merkmale SHININGs abgeht. Dennoch ist „8 1/2 – Feberdrömmar I Vaket Tillstånd“ ein interessantes Experiment und ein intensives Stück Musik.

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14.09.2013

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1 Kommentar zu Shining - 8 1/2 - Feberdrömmar I Vaket Tillstånd

  1. Pascal sagt:

    Schöne Rezi, klingt seeeeehr interessant. Freu‘ mich vor allem auf die Interpretation von Famine.