Sodom - Decision Day

Review

Galerie mit 22 Bildern: Sodom - Baden In Blut 2019

Ich habe nicht schlecht gestaunt, als ich mir im Zuge der Recherche zum neuen SODOM-Album „Decision Day“ noch einmal das genaue Releasedatum des vorigen Albums „Epitome Of Torture“ angesehen habe. Bald dreieinhalb Jahre ist es her, seit Tom Angelripper, Bernemann und Makka uns mit ihrem 13. Album eine etwas andere Seite der Band zeigten. Dass diese Experimente nicht ausreichten, um das grandiose „In War And Pieces“ aus dem Jahre 2010 zu übertreffen, ist ein Fakt. Nun steht der Release von „Decision Day“ ins Haus und die Preisfrage lautet: Schaffen es SODOM ein Album zu kreieren, das an „In War And Pieces“ heranreicht, setzt die Band ihren Stil von „Epitome Of Torture“ fort – oder servieren die Kult-Thrasher etwas gänzlich anderes?

SODOM bieten von allem etwas

Im Grunde wirkt „Decision Day“ wie ein Verbindungsstück zwischen „In War And Pieces“ und „Epitome Of Torture“ Man gibt sich zwar experimentell, im Vergleich zum Vorgänger ist „Decision Day“ allerdings einige Nummern härter, wirkt durchdachter, eingängiger, ausgereifter und homogener. Das hat sich mit den beiden EP-Kostproben „Sacred Warpath“ (2014) und „Days Of Retribution“ (2016) bereits angekündigt. So ist es nicht verwunderlich, dass sich sowohl „Sacred Warpath“ als auch „In Retribution“ auf dem Album wiederfinden.

Mit „In Retribution“ haben sich SODOM gleich den passenden Opener ausgesucht. Anfangs in bester SODOM-Manier aus den Boxen polternd, setzt Tom Angelripper darauf mit einem schön fiesen, keifenden Gesang ein, der nach kurzer Zeit in den Refrain des Titels überleitet. Und dieser hat es in sich. Obwohl der Song generell dunkel gehalten ist, wird es im Refrain durch Angelrippers Gesang noch einmal besonders düster. Im krassen Gegensatz dazu steht das folgende „Rolling Thunder“. Zu Beginn macht der Titel seinem Namen alle Ehre, denn man walzt sich in einer Tour durch die ersten 25 Sekunden des Songs, die BOLT THROWER nicht besser hinbekommen hätten. Überraschend wird es nach einer Minute. Hier gibt es verhältnismäßig fröhliche, offene Powerchord-Folgen zu hören, die nach kurzer Zeit von einem wahnwitzigen Solo kontrastiert werden. Das ist man von SODOM tatsächlich nicht gewohnt und es passt wie die sprichwörtliche Faust aufs Auge – ebenso wie der kurz darauf einsetzende Akustik-Part, in welchem Tom Angelripper dem Hörer seine Botschaften ins Ohr flüstert. Nur um diese im nächsten Moment von Bernemann wegpusten zu lassen.

Was kann der Rest?

Glücklicherweise wird „Decision Day“ im Laufe seiner Spielzeit immer besser. Man höre sich das fantastische „Vaginal Born Evil“ an. Nicht nur, dass der siebte Song einer der härtesten der Platte ist, gerade der meisterhafte Refrain dürfte zum besten gehören, was SODOM je geschrieben haben. Auch das überraschende „Caligula“überzeugt durch seine Group-Gesänge, die immer wieder ein langgezogenes „Caligula“ verkünden.

Zum Schluss bleibt zu sagen, dass „Decision Day“ nicht gänzlich an „In War And Pieces“ heranreicht. Dafür fehlen noch ein, zwei richtige Übersongs. Abgesehen davon macht „Decision Day“ wenig verkehrt und schlägt „Epitome Of Torture“ um Längen. Jeder Fan des Trios darf sich auf ein hartes, innovatives, auf lange Sicht unterhaltsames und interessantes SODOM-Album freuen.

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05.09.2016

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3 Kommentare zu Sodom - Decision Day

  1. Fibo sagt:

    jop, starke platte. das uptempo hätte im einen oder anderen track ruhig etwas zackiger sein können (wie im opener!), aber zu mosern gibt es ja immer was. die songs sind jedenfalls echt gut gelungen.

    8/10
  2. Bluttaufe sagt:

    Typisches SODOM Werk, welches gut nach vorne geht. Was mir etwas aufstößt und das war schon beim Vorgänger so: Das Schlagzeug! Das dümpelt einfach so vor sich hin ohne Akzente zu setzen. Hätte auch – wie beim Vorgänger- etwas mehr Volumen haben können.
    Keine Ahnung aber mit einem besseren Drummer wäre da mehr drin gewesen.

    7/10
    1. Winterpercht sagt:

      Ist ja leider mittlerweile Standard. Sodom war in der Hinsicht ja mal recht unkonventionell und genau die Alben mit prägnantem Drumsound (Obsessed by cruelty bleibt da mein finsterer Favorit) bleiben die besten. Tapping the vein ist da ja auch richtig knallhart. Naja, dennoch sacken Sodom nahezu jede neuere Thrash-Band ein und das nicht nur wegen des Kvlt-Status, den die Band zweifellos hat.