Sodom - Partisan (EP)

Review

Galerie mit 16 Bildern: Sodom - Ruhrpott Metal Meeting 2018

Seitdem Tom Angelripper SODOM generalüberholt hat, lechzen Fans nach neuem Material der Ruhrpott-Thrash-Urgesteine. Insbesondere die Rückkehr von Kult-Gitarrist Frank Blackfire schürte Hoffnungen auf eine Rückbesinnung zu den musikalischen Anfängen der Band. Damit ihre neuen Anhänger während der Wartezeit auf die nächste vollwertige Platte nicht verhungern, gibt die Band mit der „Partisan“-EP einen ersten Ausblick auf das, was da kommen wird.

SODOM gehen zurück zu den Wurzeln

Los geht’s mit dem Titelsong. Der liefert gewohnte SODOM-Kost ohne großen Schnickschnack. Tom Angelripper keift so fies wie eh und je, der Gitarrensound dürfte auch den dicksten Baum zersägen und Schlagzeuger Husky erinnert mit seinen Breaks ein wenig an alte Chris-Witchhunter-Tage. Das Riffing wiederum kommt überraschend melodisch daher. Insbesondere im Refrain sind die Gitarren extrem eingängig. Dazu gesellt sich ein melancholisch-düsterer Zwischenteil, wodurch „Partisan“ ein ungemein dynamisches Stück wird.

„Conflagration“ wiederum geht an zweiter Stelle eher in die Old-School-Richtung, die die neue Besetzung vermuten ließ. Ein fieser, punkiger Thrasher, der an die Zeiten von „Obsessed By Cruelty“ erinnert. In „Conflagration“ treten SODOM das Gaspedal durch, bevor der stampfende Mittelteil für eine kurze Verschnaufpause sorgt. Absolut solide Thrash-Handarbeit.

Der „Partisan“ ist roh und ungehobelt

Eine Live-Version von „Tired And Red“ komplettiert die EP. Aufgenommen wurde der Song beim diesjährigen Rock Hard Festival, wo SODOM ihren ersten Auftritt in der aktuellen Besetzung hatten. Während der Sound ehrlich und ungeschliffen ist, liefert die Band hier eine energiegeladene Performance ab, die Lust auf die nächsten Shows macht.

Für die Produktion der EP zeichnet sich Cornelius „Corny“ Rambadt verantworlich. Der hat der Band einen grobschlächtigen Sound gezimmert. Insbesondere das Schlagzeug klingt für heutige Verhältnisse ungewohnt natürlich. Eine willkommene Abwechslung zum sonst so üblich Trigger-Wahnsinn.

Was SODOM auf „Partisan“ abliefern, ist sicherlich alles andere als weltbewegend. Trotzdem geben die beiden neuen Songs einen guten Ausblick darauf, was Fans in Zukunft von der zum Quartett herangewachsenen Band erwarten können: Weniger verkopftes Songwriting – falls man davon jemals sprechen konnte – und dafür mehr Old-School-Spirit als zuletzt.

18.11.2018

"Irgendeiner wartet immer."

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17 Kommentare zu Sodom - Partisan (EP)

  1. Bluttaufe sagt:

    Fand im Netz nur diesen kleinen Trailer.

    https://www.youtube.com/watch?time_continue=59&v=0SH_5cmzs7c

    Bin auf das nächste Langeisen gespannt.

  2. ClutchNixon sagt:

    Beschissenes LineUp und Songs, die mir viel zu sehr auf das unhörbare Gedresche der ersten drei Alben abzielen. Ich weiß nicht, ob sich Tom damit einen Gefallen tut, waren es doch Alben wie M16, die musikalisch und produktionstechnisch wirklich hervorstachen.

    1. Nether sagt:

      Geht so. Dieses LineUp hat im Sommer mehr Arsch getreten als drei mal Sodom live vorher zusammen.
      Und was ist an „Agent Orange“ unhörbar?

    2. Bluttaufe sagt:

      Ich bin nach dem Hören der EP auch enttäuscht. Die Drums setzen hier erneut keine Akzente.
      Aber gut, einer blökt es klingt wie zu „Agent Orange“ Zeiten, alle plärren nach. Dann MUSS es ja gut klingen.
      Ich mag beim Bierchen gerne simplen, punkigen Thrash aber bei SODOM hat sich über die Jahre ein anderes Qualitätsniveau entwickelt. Die „‚Til Death…“ war auch simpel, konnte mich aber auf Anhieb überzeugen.
      Blendet man Tom sein (sehr gutes) Organ aus, so könnte die musikalische Darbietung von jeder x-beliebigen Black/Thrash Combo aus dem tiefsten Südamerika stammen.
      Hier geht man keine 2 Schritte zurück sondern katapultiert sich direkt zurück in die Steinzeit.

    3. Nether sagt:

      Ich muss dazu sagen, dass ich die EP bisher noch nicht gehört habe.
      Ich bezog mich lediglich auf Clutchs Aussage zum LineUp und der Unhörbarkeit der ersten 3 Alben.

    4. Bluttaufe sagt:

      @ Nether: Dich habe ich jetzt gar nicht gemeint und bezog mich auch auf Clutch seine Aussage.
      Wenn du dich angesprochen gefühlt hast dann sorry.
      Ich persönlich mag die alten SODOM. Das einzige Album, dem ich nichts abgewinnen kann ist die „Maquerade In Blood“.
      Ich kenne viele, die mögen „Better Of F Dead“ nicht. Ist objektiv sogar nachvollziehbar, subjektiv aber eine andere Sache. Selbiges gilt für das „Obsessed…“ Geschepper. Ich bekomme da Höhenflüge.

      1. Nether sagt:

        Kein Grund für eine Entschuldigung. 🙂
        Bei der „Masquerade In Blood“ bin ich bei dir.
        Ich versteh auch, wenn jemand „Obsessed By Cruelty“ oder “ Persecution Mania“ nichts abgewinnen kann.
        Aber „Agent Orange“ …?

      2. Bluttaufe sagt:

        Nee, war wirklich nicht persönlich gemeint!
        Hier wiederholt: Es fehlt ein Forum!
        Wenn Clutch die ersten 3 SODOM Alben nicht mag dann ist das so. Leben und leben lassen. Vielleicht hat der Gute die „In The Sign Of Evil“ mit dazugezählt. Somit wäre die „Agent Orange“ raus.
        Ich finde die „M16“ jetzt auch nicht essentiell – fand da „Code Rede“ und „Sodom“ um einiges besser.
        Bei „In War And Pieces“ lasse ich nicht mit mir verhandeln.
        Habe mir die EP ausgiebig auf Youtube angehört…der Schlagzeuger geht mir mit seiner Art (diese Trommelwirbel) so richtig auf den Keks. Achtet mal bei den beiden neuen Songs drauf. Das ist echt nervtötend.

      3. Nether sagt:

        „In The Sign Of Evil“ würde Sinn ergeben, ja.
        Ging mir auch nur um die „Unhörbarkeit“. Er darf und muss natürlich nur mögen, was ihm gefällt.
        Außer er trifft hier auf einen Kommentatoren, der ihm erst mal klar macht, was guter und schlechter Geschmack ist. 😉

    5. ClutchNixon sagt:

      @nether: es ging in der Tat um „in the sign…“ 😉 und auf der masquerade trommelt immerhin noch atomic steif. Einen besseren Drummer hatten Sodom wohl nie. Der Desaster Typ versucht viel zu sehr auf auf Witchhunter zu machen.

      1. ClutchNixon sagt:

        Und zum LineUp: Zieh dir mal die unbearbeiten Liveaufnahmen vom Rock Hard Fest und London via YT rein. Was die sich da zusammenspielen ist einfach schrecklich. Insbesondere Blackfires Performance spottet jeder Beschreibung. Professionell ist das nicht.

      2. BlindeGardine sagt:

        Joa Blackfire war da offenbar mehr aufs Posen als aufs fehlerfreie Spielen der ohnehin schon nicht überkomplexen Sodom-Stücke bedacht. Weiß auch nicht was die ganze Geschichte so wirklich soll, die EP ist jetzt nicht total scheiße aber halt auch nicht wirklich toll. Soll das jetzt echt die zukünftige Marschroute sein? Die Art und Weise wie sich Angelripper seiner alten Bandmember entledigt hat finde ich auch immer noch unter aller Sau und ich sehe da bisher zumindest musikalisch keinerlei Zugewinn.

      3. ClutchNixon sagt:

        Ich gehe mal davon aus, das dies wirklich die Rückbesinning auf die Achtziger darstellt und somit auch zukunftsweisend für Sodom. Tom ist nicht dumm, weiß er doch ganz genau, das speziell sein old school Kram weltweit verklärt wird. Da klingelt die Kasse. Menschlich war und ist das alles natürlich ziemlich widerwärtig.

      4. ClutchNixon sagt:

        OmG. Bitte überseht meine Rechtschreibung. Das‘ ne Mischung aus Müdigkeit und verfickter Autokorrektur hehe

      5. BlindeGardine sagt:

        Weiß nicht, kann mir schwer vorstellen, dass dadurch ein nennenswerter fianzieller Zugewinn entsteht. Wer Sodom mag wird Sodom-Alben kaufen und auf Touren gehen, solange Angelripper nicht absolute Grütze veröffentlicht. Auch auf Festivals wäre man so oder so weiterhin gebucht worden, einfach weil es Sodom ist. Aber ob sich mit der Rückbesinnung auf die rumpelnden 80er jetzt besser oder schlechter Kasse machen lässt als mit dem, was sonst so in den letzten Jahren rausgehauen wurde? Glaube ja irgendwie nicht.
        Ich gehe da irgendwie eher von einer verspäteten Midlifecrisis aus.

      6. Nether sagt:

        Er hat doch schon öfter mal durchblicken lassen, dass er von seinen jungen Nachfolgern – die in Kritiken oftmals besser wegkommen als er – leicht genervt ist.
        „Ich hab das zuerst gespielt!“, “ Eigentlich hab ich den Sound erfunden“, „…“
        Vielleicht will er es diesen Bands zeigen? Keine Ahnung!

      7. BlindeGardine sagt:

        Glaube halt nur nicht, dass das irgendjemanden wirklich interessiert. Entweder er haut gute Mucke raus oder eben nicht. Ansonsten haben Sodom ihrem Platz im Metal-Olymp doch längst, um aber wirklich nochmal für runtergeklappte Kinnladen zu sorgen müsste da jetzt schon ein absolutes Hammeralbum kommen. Das trau ich dem alten Klepper aber irgendwie nicht mehr zu. Den Großteil der Songs hat er doch meines Wissens auch vorher schon im Alleingang geschrieben, sehe da also auch nicht, warum jetzte ein neues altes Line-Up wirklich für frischen Wind sorgen soll. Da hätte er sich schon selbst rauswerfen müssen, aber Sodom ohne Angeripper will dann halt auch keiner hören 🙂