Swallow The Sun - Hope

Review

Galerie mit 25 Bildern: Swallow The Sun - 70000 Tons Of Metal 2018 - 2. Tag

Nach dem wirklich traurigschönem und recht erfolgreichem Werk „Ghosts Of Loss“ der Finnen SWALLOW THE SUN, für welches es fast überall nur berechtigterweise Lob gab, war ich wirklich sehr gespannt, ob die Doomer mit dem treffend betitelten „Hope“ noch einen drauflegen können. Um es gleich vorweg zu nehmen: Ja, sie können, und wie! Mit diesem Album könnte der Band glatt der Durchbruch gelingen!

Hoffnung, dieses Wort zieht sich wie ein roter Faden durch das neue Album. So klingt „Hope“ melodischer, gleichzeitig aber schwungvoller mit mehr Uptempo-Parts, und schlägt somit ein wenig die Brücke zum Erstlingswerk „The Morning Never Came“, ohne aber die Entwicklungen, welche mit „Ghosts Of Loss“ Einzug hielten, außen vor zu lassen. So klingt das neue Werk eindeutig optimistischer, wobei dies immer relativ zu sehen ist, denn ganz klar sind SWALLOW THE SUN noch immer im depressiven, schwermütigen und teils epischen Doom Metal mit einigen Gothic Anleihen zu Hause, und so strahlen auch die neuen Stücke eine traurige und dunkle Atmosphäre aus, wenn auch weit lebhafter. Auch verwendet Mikko Kotamäki nun weit mehr klaren Gesang als zuvor.

Das Album beginnt mit dem Titelstück, welches erst einmal ein wenig Erinnerungen an die Landsmänner von INSOMNIUM hervorruft. Der Gesang wechselt zwischen wunderschönem Klargesang und tiefen, kraftvollen Growls; tolle Gitarren-Leads und eine leichte Gothic-Schlagseite zeichnen dieses Stück aus. Der nächste Song „These Hours Of Despair“ beginnt dann gleich mal ne ganze Spur härter und ruppiger, die Geschwindigkeit ist recht hoch gehalten, so SWALLOW THE SUN schon fast in Richtung Melodic Death Metal tendieren. Das Stück wird dann noch etwas epischer, das Keyboard als auch die Gitarren tönen tieftraurig und dramatisch. „The Justice Of Suffering“ ist ein lupenreiner Doomer vor dem Herrn, mit stark verzerrten Gitarren und als besonderes Schmankerl dem KATATONIA Sänger Jonas Renkse! Es folgt die erste Singleauskopplung „Don’t Fall Asleep (Horror pt.2)“, welche dann dann gleich viel ruhiger ist, zu dem klaren Gesang gesellt sich eine weibliche Stimme. Das Stück hat enormes Hitpotential. „Too Cold For Tears“ beginnt ebenfalls recht ruhig und schleppend, um dann bombastischer zu werden. Danach kommt „The Empty Skies“ mit deutlich angezogener Geschwindigkeit und sehr starker Melancholie, während beim folgenden, leicht progressivem „No Light, No Hope“ die Melancholie noch drückender ist. Abgeschlossen wird „Hope“ vom gewaltigen, etwas sperrigen „Doomed To Walk The Earth“, welches nach etwa der Hälfte der Zeit ruhiger wird, und in einem grandiosen und intensiven Finale endet.

Die Songs sind wirklich bittersüß und von dunkler, ungeheuer dichter Atmosphäre geprägt. Auch wenn „Hope“ im Ganzen eine Spur positiver klingt, gibt es zuhauf triste, depressive und hoffnungslose, aber auch wütende, aggressive Momente. Dabei sind die Zutaten gleich geblieben: Ergreifende, teils beschwörende Growls, etwas vermehrter Klargesang, packende Gitarrenleads und traurige Keyboardmelodien, welche den Hörer in Abgründe ziehen wollen. Gekrönt wird die fesselnde Musik von einer transparenten und druckvollen Produktion.

SWALLOW THE SUN sind nun noch melodischer, gleichzeitig noch schwärzer und brutaler, die Musik hat an Geschwindigkeit teilweise gehörig zugelegt, ohne die eindeutigen Doom Wurzeln zu verleugnen. „Hope“ – ein kleiner Hoffnungsschimmer in dennoch tieftraurigen, melancholischen Klangwelten, nahe der Perfektion!

30.01.2007

Geschäftsführender Redakteur (Konzertakkreditierungen, News, Test Audioprodukte)

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01.11.19metal.de präsentiertSwallow The Sun - Europatour 2019 Part IISwallow The Sun, October Tide und OceanwakeRoxy, Flensburg
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2 Kommentare zu Swallow The Sun - Hope

  1. thoas sagt:

    nahe der perfektion? es ist perfekt 🙂

    10/10
  2. matthias ehlert sagt:

    Eine große Überraschung; stehe nicht sonderlich auf Doom, aber das Ganze ist auch näher an AMORPHIS, DAYLIGHT DIES oder INSOMNIUM dran. Und die Verbindung von Härte und Growls mit den atmosphärischen Parts ist selten so gut gelungen. Ein Album mit Langzeitwirkung. Gute Neun.

    9/10