Whitesnake - In The Still Of The Night

Review

Galerie mit 41 Bildern: Whitesnake auf dem Wacken Open Air 2016

DVDs sind immer eine feine Sache – vor allem für den Redakteur der sie rezensieren darf und dazu meist ein frisch fabriziertes und regaltaugliches Exemplar frei Haus bekommt. Dass ausgerechnet die umstrittenen Rock-Heroen von WHITESNAKE da eine Ausnahme machen müssen ist relativ traurig, denn nicht nur dass im Bild die komplette Spielzeit über eine Uhr mitläuft und eine Tonspur übelst flackert – das Ding funzt auf meinem PC beim besten Willen net. Schleicht man sich also zum nächsten DVD Spieler kommt dann ein weiterer Schock: „Promo DVD“ bedeutet desweiteren den kompletten Verzicht auf sämtliches Bonusmaterial und Behind the Stage Reportagen. Übrig bleibt ein nacktes Konzert dass die hier gegebene Wertung von 9 Zählern etwas in Klammern stehen lässt, denn wenn von 250 Minuten nur 110 rezensiert werden können ist das irgendwie schade.
Ebenfalls schade ist, dass man keine WHITESNAKE DVD rezensieren kann ohne auf die vielen Bandquerelen, Bandschließungen, Abschlusstourneen oder die für Fans eher ernüchternde Kursänderung von Blues zu Heavy Rock Anno 1987 einzugehen. Tut man es dennoch findet man jedoch eine absolut opulent gemachte Konzertaufzeichnung aus dem Londoner Hammersmith, die mit 26 Kameras ins Leben gerufen wurde und nach 25 Jahren Bandgeschichte mehr als nur eine Existenzberechtigung hat. Gleich der sololastig rockende Opener „Burn“ lässt einen derart moshend und luftgitarrespielend zurück, dass man es etwas bedauert, dass das Publikum nur rumsteht und nur ab und zu die Hände zum klatschen erhebt (klarer Fall von Generationskommunikationsschwierigkeiten). Angenehmerweise hält sich auch David Coverdale mit diversen sexistischen Spielereien die ihn in den 90ern negativ berühmt gemacht haben ziemlich zurück und kann es sich nur an einer Stelle nicht nehmen lassen, über die sekundären weiblichen Geschlechtsmerkmale eines weiblichen Gastes in der ersten Reihe zu philosophieren. Stattdessen gibts Spielfreude pur, viele Bandklassiker, vielleicht etwas zu wenig Blues, aber im Endeffekt doch jede Menge gute Laune. Schlagzeuger Tommy Aldridge interpretiert dabei den Begriff ‚Schlagzeugsolo‘ etwas offener, und beginnt diesen Part damit, die Sticks ins Publikum zu schmeißen und fortan 5 Minuten mit bloßen Händen auf Trommeln und Becken rumzuprügeln – sehr amüsant.
Überhaupt ist diese DVD ein absolutes Must-Have für jeden Rockfan, denn meckern kann man bei diesem Programm wirklich nicht. Das Schlusstrio aus dem kultigen „Here I Go Again“, dem abgöttisch rockenden „Take Me With You“ und schließlich „Still Of The Night“ entlässt einen mit einem gehörigen Arschtritt von der Couch und macht definitiv Lust sich mal wieder über die alten Scheiben zu beugen. Oder über das Bonusmaterial, welches in meinem Exemplar wie eingangs erwähnt leider unauffindbar ist. Wem das alles noch nicht reicht, kann außerdem bei schnellem Kauf noch die limitierte Edition der DVD aufgabeln und bekommt somit noch eine einstündige Audio CD dazu, die das Konzert nochmal grob zusammenfasst. In diesem Sinne: Rock’n’Roll!

06.01.2006

Der metal.de Serviervorschlag

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