Witching Hour - ...And Silent Grief Shadows The Passing Moon

Review

WITCHING HOUR aus dem Umfeld von NOCTURNAL und CRUEL FORCE liefern sieben Jahre nach ihrem letzten Album „Past Midnight…“ und immerhin vier Jahre nach ihrem gänzlich letzten Lebenszeichen, der EP „Where Pale Winds Take Them High…“, ihre neue, dritte Full-Length-Platte „…And Silent Grief Shadows The Passing Moon“ ab. Das Werk erscheint auf Hells Headbangers, und damit sollte jedem klar sein, dass es hier old school und – im weiteren Sinne – punkig zugeht. Und tatsächlich: WITCHING HOUR spielen eine Mischung, die ungefähr zu gleichen Teilen aus Black, Thrash und Speed Metal besteht und ins Roster von Hells Headbangers passt wie der Nietengürtel um die Taille …

WITCHING HOUR: Nicht der typische Hells-Headbangers-Stoff!

… und trotzdem klingt „…And Silent Grief Shadows The Passing Moon“ anders, als man es bei der Genre-Einsortierung und den üblichen Kollegen beim Label von WITCHING HOUR erwarten darf. Denn die fünf Saarländer sind alles andere als bloß eine weitere Kopie von VENOM und/oder HELLHAMMER, wie es ja nunmal allzu häufig bei Bands der Fall ist, die ihre Musik zwischen Black, Thrash und Speed Metal ansiedeln. Nein, bei WITCHING HOUR verhält sich das anders. Obwohl die beteiligten Musiker definitiv ihre Vorbilder kennen und sich nicht scheuen, sich musikalisch vor ihnen zu verbeugen, gehen die Rehlinger deutlich epischer und melodischer zu Werke als ihre Kollegen à la NIFELHEIM oder den Nachbarn von NOCTURNAL.

„…And Silent Grief Shadows The Passing Moon“ ist wahnsinnig vielseitig

So bekommt der geneigte Hörer mit dem Quasi-Titeltrack „…And Silent Grief Shadows The Passing Moon / Once Lost Souls Return“ direkt die volle Breitseite an Melodie, an einem langsamen und beinahe dem Doom Metal entliehenen Aufbau bis in den flotten Speed-Metal-Part der zweiten Songhälfte. Klingt beinahe progressiv? Na ja, wir wollen die Kirche mal im Dorf brennen lassen, aber es würde einen nicht wundern, fünde man die eine oder andere Prog-Platte im Regal der verantwortlichen Musiker.

So geht es im Laufe des Albums weiter, WITCHING HOUR scheuen sich nicht, außerhalb der eigenen Subgenres zu wildern, integrieren Elemente aus dem klassischen Heavy Metal, aus Doom Metal, in den genannten Maßen aus dem Progressive Metal in ihrem Sound und bauen daraus ein ziemlich eigenständiges Stück Musik. Und das, wie gesagt, ohne jemals ihre Herkunft zu verleugnen, die ganz eindeutig bei Bands wie HELLHAMMER, VENOM, frühen BATHORY und frühen SODOM liegt.

Weitere Pluspunkte …

Zwei Dinge springen darüber hinaus positiv ins Ohr, nämlich einmal der Gesang von Sänger Jan Hirtz, der wahnsinnig eindringlich klingt und beinahe viel zu selten präsent ist. (Denn WITCHING HOUR präsentieren im Laufe von „…And Silent Grief Shadows The Passing Moon“ einige ausgedehnte Instrumental-Passagen.) Und zum anderen wäre da der wunderbare Sound der Platte, der beinahe eins zu eins aus den Achtzigern stammen könnte. Von Loudness War ist hier nichts zu hören, stattdessen rödeln WITCHING HOUR anno 2018 so naturbelassen durch die Wildnis, als sei es 1985 – und das, ohne dabei schlecht, rumpelig oder nach dem Proberaum zu klingen, bitteschön.

… und leider auch ein kleines Manko

Nun gibt es leider noch ein kleines Manko an dieser Platte, nämlich die oft etwas ZU ausufernden Songlängen. So cool WITCHING HOURs Herangehensweise an Black/Speed/Thrash Metal auch ist, und so gerne ich dieses Album uneingeschränkt empfehlen würde – nicht jede Idee zündet, und so gibt es dann doch die eine oder andere Länge zu hören. So ist diese Musikrichtung vielleicht doch einfach nicht für Songs von bis zu über zehn Minuten Länge ausgelegt. Dennoch ist „…And Silent Grief Shadows The Passing Moon“ ein wunderbares Album. Also wollen wir mal nicht so sein und der Platte wegen all der genannten Pluspunkte eine Wertung im oberen Bereich der Skala spendieren – knappe acht Punkte!

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13.12.2018

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6 Kommentare zu Witching Hour - ...And Silent Grief Shadows The Passing Moon

  1. Bluttaufe sagt:

    Ich bin ja für Black/Thrash/Speed Metal immer offen. Aber das klingt als hätte man Besoffene auf einer Party aufgenommen. Ferner klingt es als bekäme der Sänger gerade einen Einlauf.
    Auch von den Instrumenten her sagt mir das leider nicht wirklich zu.
    Bei Hells Headbangers muss man eh 2-3 Mal hinhören, da die jeden Schund, der Retro klingt auf Konserve pressen. Haben zwar viel gutes am Start, die gehen in der Masse an Schrott -wie diesem hier – sehr schnell unter.

    1. unfurl999 sagt:

      HellsHeadbangers haben seit der Zusammenarbeit mit Werewolf Records auch einiges and qualitativen Black Metal am Start. aber natürlich wie jedes Label auch einges an Mist. Trotzdem, Profanatica, Cemetery Urn, Death Vomit, Mongrel’s Cross, Vomitor, Cemetery Lust, Communion, Vargrav, alles sehr gute Veröffentlichungen aus diesem Jahr.

  2. ClutchNixon sagt:

    Herr Möller, das können Sie doch unmöglich alles ernst meinen. Acht Punkte für das hier?!? Unfassbarer Schrott und treffend von Taufe als vertonte Diarrhoe beschrieben.

    1. Se Wissard sagt:

      Noch dazu, wo das Ganze im Gegensatz zu Venom Und Hellhammer sehr melodisch daherkommt und man mit der Rezi gehörig auf falsche Fährten geführt wird. Der Gesang ist richtig anstrengend, die Musik geht als okay durch. Puhh.
      Dazu der Punkt, dass diese angebliche Retro-Musik wieder viele Punkte kassiert, andere eben nicht so aktuell angesagte (90er BM anyone?) dafür abgestraft wird. Also mehr als Mittelmaß ist das dann aber echt auch nicht….

  3. Nether sagt:

    Und ich hab mich über die letzte Midnight geärgert …
    Hinfort mit solch dünkelhaftem Gequietsche!

  4. unfurl999 sagt:

    Meine Fresse ist das grauenvoll. Da kann ich ja besser Schlagzeug spielen, und ich hab noch nie Schlagzeug gespielt. Die Vocals klingen als wolle man cool auf 80s Thrash machen, Melodien sind ja ganz OK, aber auch nichts mitreisendes. Alles in allem fehlt das Potential/Können, und es klingt mehr nach Schulband die gerade das Spielen lernen als guten 8 Punkte (!) Speed/Thrash Metal. Gibts leider im deutschsprachigen Raum genug solcher Bands die ein cooles Image aufbauen, möglichst „authentisch“ aussehen, mit Vokuhila und teuer auf Ebay erworbenen 80s Sneakern, aber das Musik machen wird halt vernachlässigt, und klingt in den meisten Fällen, wie auch bei Witching Hour scheisse.
    Ach noch was, metal.de besorgt euch mal jemanden der vernünftige Reviews schreibt, und nicht einfach irgendeinen Rotz daher schreibt.

    4/10