Bathory
Der große Diskografie-Check

Special

Twilight Of The Gods (1991)

Bathory - Twilight Of The Gods (Cover)

„Twilight Of The Gods“ führt den Weg von „Hammerheart“ fort: Mit zumeist langsam stampfenden und epischen (und episch langen) Wikingerhymnen, die häufig von gezupften Gitarren eingeleitet werden und bei denen pfeifende Windgeräusche ebenso einen Platz haben wie sonore Männerchöre. Das Erleben mag zum damaligen Zeitpunkt (1991) nicht mehr ganz so revolutionär anmuten wie ein Jahr zuvor, als Quorthon sogar einmalig Black Mark, die Plattenfirma seines Vaters Börje Forsberg, verließ und „Hammerheart“ via Noise veröffentlichte. Hat man sich aber einmal mit BATHORYs Wikingerreise angefreundet, ist „Twilight Of The Gods“ wie ein wohliges Nachhausekommen.

Zunächst müssen die wahnsinnig guten gezupften Gitarren hervorgehoben werden, die nicht nur die meisten Stücke stimmungsvoll einleiten, sondern auch über den verzerrten Gitarren zusätzliche Farben auftragen, wie beispielsweise in „To Enter Your Mountain“. Nicht verschwiegen soll – Blasphemie hin oder her -, dass Quorthon kein begnadeter Sänger war, die Gesangslinien auf dem Album allerdings auch nicht die einfachsten sind und heutige Studiotechnik alles mit Autotune und Harmonizing eingeglättet hätte – also sollte man den Gesang am ehesten als besonderen Charmefaktor verbuchen.

Weniger Wut, mehr Epik

Einige dezente Änderungen zum Vorgänger fallen auf: Die teilweise noch wütenden Passagen sind diesmal gänzlich verschwunden, die Songs durchgehend im Spektrum zwischen ’stampfend‘ und ‚getragen‘ gehalten. Das spiegelt sich auch in den Lyrics wider, die diesmal weniger auf direkten Angriff gehen, selbst wenn „Under The Runes“ dies grundsätzlich thematisiert (und so allgemein gehalten ist, dass man diesen Text auch auf den Zweiten Weltkrieg beziehen kann, wie Quorthon selbst einst zu Protokoll gab). Aber insgesamt herrscht doch eine unfassbarere Atmosphäre vor: Da steht nicht das Ufer in Flammen, sondern sind gleich die Götter ihrem Untergang geweiht. Passend dazu sollte dieses Album eigentlich das letzte von BATHORY sein – doch bekanntlich kam es ein wenig anders. (EM)

Sammlungswürdig: Ja. Knapp nach “Hammerheart” und zusammen mit “Blood On Ice” an vorderster Stelle zu nennen, wenn es um die Wikingerphase BATHORYs geht
Wichtige Songs: “Twilight Of The Gods”, “Blood And Iron”, „To Enter Your Mountain“, “Bond Of Blood”

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Quelle: metal.de
07.06.2020

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