Bathory
Der große Diskografie-Check

Special

Under the Sign of the Black Mark (1987)

Bathory - Under the sign of the black mark (cover)

Nachdem das selbstbetitelte Debüt und “The Return” im Abstand von nicht einmal einem Jahr erschienen, nimmt sich Quorthon für Album Nr. 3 etwas mehr Zeit. Dies ist allerdings dem Umstand geschuldet, dass er damals noch ein letztes Mal versucht, eine stabile Besetzung zu bilden. Immerhin steht das Angebot einer Tour mit CELTIC FROST und DESTRUCTION im Raum. Doch es haut einfach nicht hin und Quorthon beschließt, BATHORY alleine weiter zu betreiben. Nur beim Schlagzeug holt er sich für “Under the Sign of the Black Mark” Session-Musiker Paul Lundburg dazu.

Dessen Einfluss auf die Songs ist nicht zu unterschätzen. Lundburg ist großer Fan von MANOWAR und inspiriert von deren Schlagzeuger Scott Columbus. Kein Wunder also, dass einige Songs auf “Under the Sign of the Black Mark” an MANOWAR-Epen wie “Gates of Valhalla” erinnern. Quorthon selbst wird bis an sein Lebensende darauf beharren, keine Ahnung von MANOWAR gehabt zu haben, gesteht aber ein, dass sie über Lundburg indirekt Einfluss auf BATHORY gehabt haben mögen.

Doch auch Quorthon selbst zeigt sich offen, probiert neue Ideen und feilt länger an den Songs als zuvor. “Under the Sign of the Black Mark” soll abwechslungsreicher und atmosphärischer als die Vorgänger werden. Dennoch erwartet den Zuhörer, nach einem kurzen Intro, mit “Massacre” einer der primitivsten BATHORY-Songs. Auch “Woman of Dark Desires” tönt noch klassisch, entwickelt sich dank stimmiger Keyboard-Klänge und einem einprägsamen Refrain aber zu einem der bekanntesten BATHORY-Hits, den sechs von zehn besoffenen Metalheads auch noch nachts um halb drei aus dem Stehgreif mitträllern können.

Ein Album aus tiefsten Höllenschlünden

Wo wir gerade, so halb, beim Keyboard sind: Diese Instrumente sind natürlich auch 1987 keine Seltenheit in der Rock-Musik und werden auch im Heavy Metal genutzt. Doch erst bei BATHORY klappt es, das Tasteninstrument als bitterböses Hintergrundelement einzusetzen, wodurch “Under the Sign of the Black Mark”, mehr noch als die Vorgänger, die unterschwellig bedrohliche Atmosphäre alter Horrorfilme direkt in die Songs hinein trägt, anstatt sie nur als Intro oder Outro einzurahmen.

Diese Atmosphäre, die rauen Gitarren und das von MANOWAR inspirierte Schlagzeug erschaffen eine einzigartige Klangwelt, die BATHORY in dieser Form danach nicht mehr hinbekommen haben. “Enter the Eternal Fire” bezeugt dies am eindrucksvollsten, sekundiert von “Call from the Grave” und “13 Candles”. “Under the Sign of the Black Mark” war zwar nur einer der ersten Schritte von BATHORY, stellt aber auch den Höhepunkt jener Phase dar, die maßgeblich den Death- und Black Metal der späten 80er und frühen 90er vor allem in Skandinavien prägte. (MT)

Sammlungswürdig: Ohne das Album lässt dich der Ziegenkopf auf dem Cover leider nicht in den Club, also: ja.
Wichtige Songs: “Woman of Dark Desires”, “Call from the Grave”, “Enter the Eternal Fire”, “13 Candles”

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Quelle: metal.de
07.06.2020

Stellv. Chefredakteur

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