Cradle of Filth - Cryptoriana - The Seductiveness of Decay

Review

Galerie mit 20 Bildern: Cradle Of Filth - Cryptoriana World Tour - Europe 2018

CRADLE OF FILTH sind (mal wieder) zurück und legen tatsächlich ihr vierzehntes (!) Studioalbum vor. Glaubt man meinen Vorgängern bei metal.de, so haben die Briten zuvor auch wenig schlechtes Material auf den Markt geworfen. Lediglich “Damnation and a Day” (2003) erhielt weniger als acht Punkte, jedenfalls in Bezug auf die Studio-Alben.

Dennoch, der letzte wirkliche Meilenstein gelang CRADLE OF FILTH vor genau siebzehn Jahren, nämlich mit “Midian”. Ein Album, welches gleichermaßen den kommerziellen Durchbruch, als auch einen Wendepunkt in der Bandgeschichte darstellte. Kein Album nach “Midian” konnte mein persönliches Interesse nachhaltig wecken.

“Cryptoriana” – hinein in das Wunderland des viktorianischen Horrors

Die Bühne von “Cryptoriana” bildet das obskure Zeitalter der viktorianischen Epoche, welches als roter Faden, allerdings nicht als Konzept, fungiert und die einzelnen Songs wie Kurzgeschichten verbindet.

Nach dem kurzen “Exquisite Torments Await”, welches eher Introcharakter hat, startet das Album sogleich mit der ersten Single “Heartbreak and Seance”. Der Song ist ein guter Querschnitt des Albums, da dieser Black-Metal-Passagen im Stile von späteren CRADLE OF FILTH mit symphonischen Elementen verbindet. Natürlich gehen die Briten im Jahre 2017 nicht mehr so ungestüm und brutal wie vor zwanzig Jahren zu Werke, die Handschrift der Band ist allerdings weiterhin offensichtlich. Zudem sind Annäherungen an den Geschmack der Masse eher marginal.

Nicht als erste Single geeignet, aber dafür umso druckvoller und kompromissloser steht das anschließende “Achingly Beautiful”, vermutlich eines der besten CRADLE OF FILTH-Stücke der letzten siebzehn Jahre. Dani Filth fährt zu Höchstleistungen auf und verwandelt diesen flotten Song zu einem echten Ohrwurm. Der opernhafte Anstrich des Songs wird durch einen Break im Mittelteil unterstrichen. Der anschließende Break-Down vereint bekannte Trademarks der Band, welche auch heute noch gerne genommen werden.

In eine ähnliche Kerbe schlägt der ebenfalls sehr harsche, aber zugleich episch, Track “Wester Vespertine”, der zudem mit einem gelungenen Gitarrensolo aufwartet. “The Seductiveness of Decay”, als Titeltrack des Albums, steht ungefähr mittig und marschiert sehr straight nach vorne. Schlagzeug, Bassläufe und Chöre peitschen dieses Stück nach vorne.

Das letzte Drittel beginnt vielversprechend…

Im letzten Drittel des Albums steht mit “Vengeful Spirit” eine Kooperation mit Liv Kristine (ex-THEATER OF TRAGEDY), in der Dani und Liv das tun, was sie am besten können – kreischen bzw. singen. Ein flotter, abwechslungsreicher Song, der ohne Probleme auch auf früheren Alben hätte stehen können.

Als zweite Single wurde “You Will Know the Lion by His Claw” ausgewählt. Trotz des ziemlich ansprechenden Titels und dem packenden Opener-Riff gehört dieses Stück, neben dem ebenfalls eher enttäuschenden “Death and the Maiden” zu den schwachen Stücken des Albums. Der dynamische Beginn von “Cryptoriana” verliert sich am Ende etwas.

Die Albumversion wird zudem noch weitere Bonus-Stücke, u.a. ein Cover von ANNIHILLATOR, enthalten, welche mir aktuell aber leider nicht vorliegen. Im Interview schwärmte Dani Filth jedenfalls von diesen Stücken, sodass man hier durchaus gespannt sein darf.

CRADLE OF FILTH – Meister der Black-Metal-Oper!

CRADLE OF FILTH fahren mit “Cryptoriana” die Krallen aus, auch wenn das letzte Drittel nicht mehr voll überzeugen kann. Das Album ist eine nahezu perfekte symphonische Black-Metal-Oper, welche alte und neue Tugenden der Band vereint und, man möchte fast sagen, versöhnt. Nach der ebenfalls schon guten “Hammer of the Witches” nähern sich CRADLE OF FILTH einer neuen Höchstform.

 

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18.09.2017

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Cradle of Filth auf Tour

14.06. - 16.06.18metal.de präsentiertWith Full Force 2018 (Festival)8Kids, Abbath, Apocalyptica, Asking Alexandria, Being As An Ocean, Belphegor, Body Count, Booze & Glory, Bullet For My Valentine, Caliban, Cradle of Filth, Dagoba, Dool, Dritte Wahl, Ektomorf, Emmure, Employed To Serve, Entombed A.D., First Blood, For I Am King, God Dethroned, H2O, Hatebreed, In This Moment, Johnny Deathshadow, Judas Priest, Kanzler & Söhne, Kataklysm, Knocked Loose, Life Of Agony, Lionheart, Madball, Mambo Kurt, Manos, Marduk, Megaherz, Miss May I, Nothing More, Oceans Ate Alaska, Parkway Drive, Perkele, Powerflo, Pro-Pain, Psychostick, Rise Of The Northstar, Soulfly, Stick To Your Guns, Stray From The Path, Tankard, Tendencia, The Hirsch Effekt, Thy Art Is Murder, Toxpack, Unleashed, We Butter The Bread With Butter, Wolves In The Throne Room, Ze Gran Zeft, DED, Septicflesh, Drunken Swallows, Moscow Death Brigade, Benediction, Eskimo Callboy, Vallenfyre und NecrophobicFerropolis, Gräfenhainichen

18 Kommentare zu Cradle of Filth - Cryptoriana - The Seductiveness of Decay

  1. freakmetal sagt:

    Konnte das Album auch schon hören (schreibe selbst Plattenkritiken). Typische, runde CoF-Scheibe mit allem was der Fan liebt und der Hater hasst. Kreischen, Growlen, Flüstern und tiefe Spoken-Word-Passagen von Dani, opulente Keyboardteppiche und ein Hauch von Gothic-Schwulst auf überwiegend flottem Metal-Fundament. Wirklich neues gibt es eigentlich nicht, man bleibt sich treu und meiner Meinung nach tragen CoF eh immer so dick auf, dass irgendwelche großen Experimente gar nicht nötig sind.
    Einige schöne Gitarren-Harmonien und eine deutliche Verbeugung vor Maiden (“The Seductiveness Of Decay”), der orchestrale Bombast ist vielleicht hier und da noch etwas bombastischer als sonst und durch die wirklich fetter Produktion merkt man mal wieder, dass sich CoF eigentlich viel eher im Thrash-und Melo-Death zu Hause fühlen als im Black Metal, von dem ihnen bei jedem Album unterstellt wird, dass sie damit nichts mehr zu tun haben. Was richtig ist, denn CoF spielen keinen Black Metal und haben das trotz vereinzelter Einflüsse auch nie getan. Die Nörgler werden natürlich trotzdem wieder ihren Senf dazu geben.
    Kurzum, wer CoF magt wird auch die neue Scheibe mögen, den Rest werden sie damit auch nicht überzeugen können.

    8/10
  2. Nylonatathep sagt:

    Richtig tolles Album, das bei mir endlich wieder zündet. Manticore war viel zu dudelig und überladen und der Hexenhammer ging wieder in die richtige Richtung, aber trotzdem hat sich nichts festgesetzt. Hir lag ich beim ersten Durchgang schon auf den Knien und es wird durch seine Komplexität noch wachsen, toll.

    9/10
  3. Chris sagt:

    Wow, das überrascht mich nun wirklich. Seit Cruelty… wollte mir von dieser Band nichts mehr so richtig zusagen. Selbst mit Midian konnte ich nur bedingt was anfangen und alles was danach kam war und ist für mich größtenteils Mist. Mit diesem Album allerdings kann ich mich mehr als anfreunden! Vielleicht geht das mit Cradle doch wieder in ne richtige Richtung! Ich fänds klasse!

    8/10
  4. Stendahl sagt:

    Cooles Album, hammerhart, lang, ausufernd, vorwärts, echt britisch, danke, Merkel!

    9/10
  5. Bluttaufe sagt:

    Die neue COF dreht ihre Runden und ich bin etwas sprachlos. “Hammer Of The Witches” war/ist ein cooles Album – und das ohne Paul Allender – allerdings fehlte mir da das gewisse melodische Etwas.
    Hier gibt es die perfekte Fortsetzung und man hört, dass COF mit dem aktuellen Line-Up deutlich eingespielter sind als auf dem Vorgänger.
    Mehr Thrash, mehr Härte, mehr Leads, mehr weibliche Vocals, mehr Horror – weniger Bombast. Gerade die klassischen aber genialen Leads lockern das Album ungemein auf (gerade “The Seductiveness Of Decay” fetzt durch sein MAIDEN Part).
    Fettes Ding, welches kurz vor der Höchstnote steht!

    9/10
  6. Marc Morgenstern sagt:

    Dem Text von Bluttaufe ist nichts hinzuzufügen, bzw. ich bin auch der Meinung…jedoch zücke ich verzückt die Höchstnote 🙂

    10/10
    1. Sauerländer sagt:

      Ich schliesse mich der Meinung meiner Vorgänger an, hätte nicht mit so einem starken Album gerechnet,obwohl die letzten Scheiben allesamt gut waren, hat trotzdem etwas gefehlt. Für mich persönlich das beste Album seit “Cruelty and the Beast” Je öfter ich es höre,desto begeisterter bin ich. Hammeralbum!

      10/10
  7. nili68 sagt:

    Kindisches Grusel-Faschings-Konzept, lächerlicher Donald Duck Gesang… was soll man noch sagen? Alles wie immer.
    Ich habe durchaus was für Trash übrig und handwerklich und kompositorisch mag das ja garnichtmal schlecht sein, aber man gibt sich alle Mühe, um das zu verstecken, da die angepeilte Zielgruppe, nämlich fette, picklige und hässliche Bullying-Opfer, sonst überfordert sind und nicht Dani, ihren Prinzen der Dunkelheit anschmachten können… oder so.
    Für metalorientierte Buffy und The Vampire Diaries-Fans.

    6 Punkte, weils handwerklich doch gut ist, aber das Konzept alles zunichte macht.

    6/10
    1. DieBlindeGardine sagt:

      Wow, ein ganz Harter.

      1. SaGi sagt:

        Naja, vielleicht hat er das nicht sehr elegant formuliert, aber unrecht hat er nicht ganz.

      2. DieBlindeGardine sagt:

        Womit hat er denn recht? Ich kenne genug Leute, die CoF mögen und auf die diese farbenfrohe Beschreibung nicht zutrifft. Mir geht es dabei auch gar nicht konkret um die Band, jeder hat das Recht, CoF scheiße zu finden, sie machen es einem ja auch teilweise ziemlich leicht. Kritik kann man aber sachlich äußern und ohne spontan die gesamte Hörerschaft auf hirnrissigste Art zu pauschalisieren und zu beleidigen.
        So wie der kleine nili hier aber über Fans der Band herzieht, so wird der Großteil der Metalszene allgemein warscheinlich von außerhalb gesehen und da fragt man sich, ob der Bub sich mit der Einstellung überhaupt in der richtigen Szene rumtreibt, oder ob er nicht lieber wieder Aggro Berlin hören gehen will.

        P.S.: Donald Duck Gesang und Grusel-Faschings-Konzept würde im übrigen auch auf King Diamond und 90% der Black Metal Szene zutreffen, wenn wir schon bei Pauschalisierungen sind.

      3. SaGi sagt:

        Zum einen hör ich zwischen Danis Gequake und Diamonds Falsett schon noch einen Unterschied.
        Zum anderen sind Pauschalisierungen natürlich unnötig und nili hört sich da auch an wie ein 14jähriger Neurebell.
        Allerdings musste ich CoF auch schon 4x live erleben und kam mir da recht verloren vor zwischen 80% Gothicgirlies und -boys.
        Das Publikum unterscheidet sich schon von dem bei z.B. Mgla, Sortilegia und anderen.

      4. DieBlindeGardine sagt:

        @SaGi
        Wollte ich auch gar nicht bestreiten, es ging eher um Klein-nili debile Pauschalisierung. Ich höre natürlich auch einen Unterschied zwischen dem King und Dani, dass CoF ein anderes Publikum als MGLA zieht ist auch klar- Überschneidungen gibt es aber durchaus und mal ehrlich, ist das eine Publikum jetzt besser als das andere? Hauptsache ist doch, dass man am Ende Spaß an der Sache hat. Der kleine nili disqualifiziert sich halt mit o g Verbalflatulenzen sofort für jede weitere Diskussion, denn für ihn scheinen Look und Image der Band um ihrer Fans im Vordergrund zu stehen.

      5. nili68 sagt:

        Natürlich treffen meine Beispiele nicht auf ALLE(!!!) CoF-Hörer zu, das ist doch klar. Meiner Beobachtung nach trifft es aber auf einen Großteil zu.
        Der Nobelpreis für Literatur war zwar nicht mein Anliegen, aber okay, man hätte das auch diplomatischer ausdrücken können. Andererseits versteht so auch der Dümmste mein Anliegen.
        Das CoF kompositorisch und handwerklich was drauf haben, habe ich ja geschrieben, aber Männer in dem Alter mit einem solchen Image kann ich einfach nicht ernstnehmen, was, wie jemand treffend bemerkte, auch auf einen nicht unerheblichen Teil des Black Metal zutrifft.
        Wo wir schon bei Unterstellungen sind: Wie meine Ausführungen mutmaßen lassen, ich hätte was mit Aggro-Berlin am Hut, entzieht sich gänzlich meiner Vorstellungskraft…

        6/10
      6. DieBlindeGardine sagt:

        Die niveaulose Art, mit der du dich pauschal über CoF-Hörer geäußert hast, legt halt eine Verbindung zu Assi-Rap nahe. Wie man in den Wald hinein ruft und so. Das war auch eigentlich mein einziger Kritikpunkt an deiner Äußerung.
        Wie gesagt, man kann CoF und ihr Image mit gutem Recht absolut scheiße finden, ist halt nichts für jedermann und deine Gründe sind absolut nachvollziehbar.
        Andererseits kommt das aber ja auch nicht ganz überraschend, ist ja nicht so, als würden die das nicht schon seit über 20 Jahren machen. Hätte mich jetzt eher gewundert, wenn sie sich auf Album Nummer 14 abgeschminkt und das Vampir/Horrorthema über Bord geworfen hätten, um fortan in Jeans und T-Shirt aufzutreten und über Veganismus oder soziale Ungleichheit zu singen. Will sagen, es muss doch an die Nieren gehen, sich bei jedem Album erneut darüber aufzuregen.

  8. Sane sagt:

    @Nili:
    Ja, auch der dümmste hat dein Anliegen verstanden: nämlich den Großteil einer weltunfassenden Fangemeinde zu diffamieren.
    Mehr ist es leider nicht…
    Trotzdem frohes Fest!

    1. nili68 sagt:

      Ebenso! 🙂

      In einer weihnachtlichen Anwandlung sage ich mal, dass ich das zwar immer noch so sehe, aber man hätte das nicht UNBEDINGT so wie ich schildern müssen. Ich bin halt zufällig beim planlosen surfen auf das Review gestossen und konnte es mir nicht verkneifen. Ich habe jetzt keinen Auftrag, was CoF angeht oder so… 😀

      1. Sane sagt:

        Kann ich gut verstehen. Ist mir auch schon passiert und cof bieten nun wirklich genug Angriffsfläche! 😉