Dagoba - Face The Colossus

Review

Nach „What Hell Is About“ holen die Franzosen DAGOBA nun zu ihrem dritten Schlag aus. „Face The Colossus“, dieser Titel könnte es wahrlich nicht treffender umschreiben, denn die Begegnung mit dem Album hat schon etwas Kolossales an sich.
Das Album ist eine massive Soundwand, brutal und mächtig. Moderner Metal wird bis ins Extreme ausgelotet und bedient sich gewaltiger Neo-Thrash- und Industrial-Attacken. Damit reihen sich DAGOBA in eine Klangwelt ein, in der sich auch Vorreiter wie FEAR FACTORY, STRAPPING YOUNG LAD und jüngere Generationen wie SYBREED (sowie die australischen Kollegen SYNTHETIC BREED) und THREAT SIGNAL zuhause fühlen.

Genau wie diese Bands setzen DAGOBA auf die ultimative Konfrontation: Nach einem kurzen Intro türmt sich das gesamte instrumentale Waffenarsenal auf. Ein kurzes Pianoroll, und schon brechen schreddernde Riffs, Doublebass-Schlagzeug und sphärische Flächensounds über den Hörer hernieder. Was in den ersten Sekunden sicherlich erschlagend wirkt, erscheint schon bald differenzierter. Schon hier muss man dem Soundmann und Produzent Tue Madsen zu einem weiteren geglückten Album gratulieren, denn trotz der Soundwand und einer gefühlten Lautstärke von 110% hört sich hier wie auf dem Rest des Albums nichts übersteuert an, nichts zu stark komprimiert und trotzdem fett, ohne dass sich die Instrumente selbst das Wasser abgraben.

Auf „Face The Colossus“ regieren vor allem das melodische, atmosphärische Element und der treibende Groove, der in den Songs steckt. Midtempo und immer wieder Geschwindigkeitsausraster sind das bewährte Rezept, welches auch bei DAGOBA funktioniert. Bei „The World In Between“ beweisen DAGOBA ein gutes Gefühl für Melodien, die mal nicht so typisch nach Melodic Metal klingen, sondern eher in die Richtung Alternative driften. In Songs wie „The Crash“ hingegen pendeln sie ins Sphärische und Futuristische, die auch das Album allgemein dominieren.

DAGOBA erzählen mit „Face The Colossus“ eine lautstarke Saga und finden in ihren Songs eine gute Balance, so dass im Prinzip keine Hänger vorhanden sind, auch wenn die meisten noch ein Stückchen mehr Charisma vertragen könnten. In den bereits erwähnten Songs zeigen sie nämlich, dass sie das durchaus drauf haben. Auch der Gesang ist hervorhebenswert, weil Sänger Shawter über ein Organ mit Kraft aber auch eigener Note verfügt, sowohl bei Shouts als auch beim klaren, melodischen Gesang, der bei ihm absolut authentisch wirkt, weil seine Stimme so eine rauhe Färbung besitzt.

Zusammengefasst kann man also sagen: Massiver Metaleinsatz, fetter Sound, ein Sänger mit Eiern und Songs, die allesamt überzeugen, obwohl DAGOBA gewiss noch viel mehr drauf haben. Wer moderne Metalhärte mit atmosphärischer, beinahe schon Soundtrack-artiger Grundierung bevorzugt, ist bei DAGOBA bestens aufgehoben.

Das Album erscheint übrigens auch in einer limitierten, luxuriös aufgemachten Box, in der sich neben dem Album im Digibook etliche Extras befinden, darunter ein „compressed T-Shirt“ (sieht man ja nun nicht so oft!).

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29.09.2008

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