Deep Purple - Live In Long Beach 1976

Review

Galerie mit 17 Bildern: Deep Purple - live in Stuttgart 2017

1976 gilt in der DEEP-PURPLE-Historie durch die Bandauflösung und den späteren Tod des Gitarristen Tommy Bolin gemeinhin als schwarzes Jahr. Aus eben diesem Jahr liegt nun mit „Live in Long Beach 1976“ die Wiederveröffentlichung eines professionellen Livemitschnitts von der letzten Tournee vor, bei der sich die Band nicht gerade in Bestverfassung zeigt. Daran trägt gewiss nicht der schwer drogenabhängige Bolin die Alleinschuld, auch wenn er häufig als Hauptfaktor genannt wird; ihm unterlaufen ein paar Fehler, sein Gitarrensolo ist (typisch für die mittleren Siebziger) elend lang, und „Smoke On The Water“ spielt er ganz und gar nicht Blackmore-style – für eingefleischte Fans des exzentrischen Gitarristen natürlich schwer zu ertragen.

Aber auch Sänger David Coverdale klingt an diesem Februarabend erschreckend angeschlagen, und sein Partner am Mikrofon, Glenn Hughes, definiert seine Rolle eher schrill als schön. Immerhin sind die Darbietungen von Schlagzeuger Ian Paice und Jon Lord an den Tasten gewohnt souverän, was die Stücke in langen Improvisationspassagen (beispielsweise in „Lazy“ oder „Gettin‘ Tighter“) vor dem Auseinanderbrechen bewahrt. Bleibt noch die Songauswahl, die den Fokus auf „Come Taste The Band“ legt, das letzte PURPLE-Album vor dem Split. Aber auch Bolins erstes, damals gerade erschienenes Soloalbum wird mit einem Song („Homeward Strut“) abgehandelt. Somit bleibt nur wenig Raum für die Klassiker, namentlich „Lazy“, „Stormbringer“, „Burn“ und natürlich das unvermeidliche „Smoke On The Water“, was aber nicht zwangsläufig schlecht ist, sondern die Sache vielmehr interessant macht.

Als Bonus enthält das Doppelalbum drei Stücke von einem Konzert einen Monat zuvor in Springfield, bei dem sich insbesondere David Coverdale in besserer Verfassung zeigt. Insgesamt ist „Live in Long Beach 1976“ aber doch eher ein Zeitdokument denn durchgehender Hörgenuss – für Tommy-Bolin-Fans, DEEP-PURPLE-Enthusiasten und Komplettisten sicherlich essentiell, ansonsten eher durchwachsen.

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20.05.2016

- Dreaming in Red -

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