Deep Purple - Perfect Strangers Live

Review

Galerie mit 17 Bildern: Deep Purple - live in Stuttgart 2017

Heute sind Reunions keine große Sache mehr. Jede zweite drittklassige Hinterhof-Combo, die irgendwann einmal ein ‘total wichtiges’ Album veröffentlicht hat, vereint sich wieder ‘weil der Spaß wieder da ist und man es noch einmal wissen wolle’. Geld spielt dabei keine Rolle, es geht ausschließlich um Fans und Musik. Sicher. Früher sah die Sache aber noch anders aus. Als sich 1984 die Rock-Giganten DEEP PURPLE in der legendären ‘Mark II’-Besetzung wiedervereinigten, stand die gesamte Welt des Rock stramm und hoffte auf eine weitere Großtat in Sachen Albumveröffentlichung. DEEP PURPLE taten der Welt den Gefallen und releasten im November des gleichen Jahres mit “Perfect Strangers” einen weiteren Rockklassiker. Dass auch die sich anschließende Welttournee ein riesiger Erfolg für die Band war, kann man sich vorstellen.

Deshalb ist es schön zu sehen, dass via Eagle Vision jetzt die langerwartete akustische und visuelle Nachlese in Form von “Perfect Strangers Live” auf den Markt kommt. DEEP PURPLE zeigen sich auf diesem Mitschnitt in bester Verfassung. Man kann den erneuten kreativen Zenit der Band förmlich spüren. Die Intimfeinde Ritchie Blackmore und Ian Gillan pushen sich gegenseitig zu Höchstleistungen an und bilden zusammen mit Keyboarder Jon Lord ein Triumvirat der musikalischen Extraklasse. Weniger im Vordergrund, aber genauso wichtig für die Band, bildet die Rhythmusgruppe Roger Glover (Bass) und Ian Paice (Drums) den perfekten musikalischen Unterbau. Neben Klassikern wie “Highway Star”, “Strange Kind Of Woman” oder dem genialen, heute leider – aber aus verständlichen Gründen – nicht mehr im Programm stehenden “Child In Time” kredenzen DEEP PURPLE ihren Fans gleich fünf Stücke des aktuellen Albums, die sich ohne Probleme in eine Reihe mit den Klassikern stellen. Wie gut die Band aufgelegt ist und mit wie viel wiedererlangtem Selbstbewusstsein sie zu Werke geht, zeigen auch die vielen klassischen Zitate (u.a. Ravels “Bolero” in “Space Truckin’”) und ausufernden Soli, die die Spielfreude der Band eindrucksvoll belegen. Hier passt alles zusammen. Das musikalische Können der Protagonisten, der nahezu perfekte Sound, das Publikum und die Setlist. Keine Wünsche bleiben offen (außer vielleicht das Fehlen von “Hush”). Der Konzertabend kommt auf der DVD aufgrund des visuellen Aspekts natürlich noch etwas intensiver daher. Dass DEEP PURPLE auf opulente Bühnenaufbauten verzichtet haben (abgesehen von etwas Nebel bei…, na?) , ist meiner Meinung nach ein kluger Schachzug gewesen, denn hier steht das legendäre Line-Up zum ersten Mal seit elf Jahren gemeinsam auf der Bühne und da sollte klar die Musik im Vordergrund stehen.

Dieses eindrucksvolle 2-CD/DVD-Package gehört definitiv in jede DEEP PURPLE-Sammlung. Wer bislang nichts mit der Band anfangen konnte, sollte sich umbesinnen und dem ‘Mark II’-Line-Up eine Chance geben. Selten hat diese Besetzung besser auf der harmoniert und (sichtlich) Spaß gehabt. “Perfect Strangers Live” sei auch all denjenigen ans Herz gelegt, die DEEP PURPLE in der Besetzung Gillan-Blackmore-Lord-Glover-Paice nie live sehen konnten.

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03.11.2013

Der metal.de Serviervorschlag

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