Deep Purple - Machine Head

Review

Unter "Blast From The Past" erscheinen jeden Mittwoch Reviews zu Alben, die wir bislang nicht ausreichend gewürdigt haben. Hier gibt es alle bisher erschienenen Blast-From-The-Past-Reviews.

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Wenn es um DEEP PURPLE geht, dann fallen sofort Schlagworte wie „In Rock“ oder „Smoke On The Water“ mit dem markanten Gitarrenintro von Ritchie Blackmore. Jedoch ist „Smoke On The Water“ nicht auf „Deep Purple In Rock“ erschienen. Der Song ist auf der „Machine Head“ zu finden, welche im März 1972 auf den Markt kam.

“Smoke On The Water” und der Casino-Brand von Montreux

„Machine Head“ nehmen DEEP PURPLE im schweizerischen Montreux auf, ebenso die dazu gehörige Single „Never Before“ mit der B-Seite „When A Blind Man Cries“. Die B-Seite ist nicht auf dem Album zu finden. Der Ort Montreux hat für „Smoke On The Water“ größere Bedeutung. DEEP PURPLE mieten ein mobiles Studio für die Aufnahmen und wollen das Montreux Casino als Aufnahmeort nutzen.

Während eines FRANK ZAPPA-Konzerts brennt das Casino jedoch vollständig nieder. Die weitere Suche nach einem geeigneten Ort für die Aufnahmen verläuft über ein Theater, welches wegen Lärmbeschwerden nicht nutzbar ist, zum Grand Hotel. Das Hotel ist während der Wintermonate geschlossen, und DEEP PURPLE wandeln das Grand Hotel in ein Studio um. Diese Ereignisse, insbesondere das Casino-Feuer, werden zur Inspiration für „Smoke On The Water“. Der Titel bezieht sich auf dicken schwarzen Rauch, der über dem Ufer des Genfersees hängen.

Zum Eröffnungsgitarrenriff sagte Blackmore später, dass die Popularität mit seiner auf vier Noten basierenden Einfachheit zusammenhängt. Der Klassikfan verglich das Riffing mit der eröffnenden musikalischen Phrasierung von Beethovens Fünfter Symphonie.

Im Tour-Bus auf der Autobahn entsteht „Highway Star“

Der zweite weitbekannte Song auf „Machine Head“ ist „Highway Star“. Die Idee dazu entstand im Bus auf dem Weg zu einem Gig in Portsmouth, wo DEEP PURPLE diverse Musikjournalisten an Board hat. Eine Frage an Blackmore ist, wie er Songs schreiben würde. Blackmore nimmt die Gitarre in die Hand und spielt das Eröffnungsriff. Gillan improvisiert den Text mit „We’re on the road, we’re a rock’n’roll band“. Der Rest der Band vollendet das Arrangement während der Proben, und am Abend landet „Highway Star“ auf der Setlist der Show.

Weniger bekannt ist das groovende „Maybe I’m A Leo“. Der Track bezieht sich auf Gillans Sternzeichen und liefert den typischen, von Jon Lords Hammond-Orgel angereicherten Sound von DEEP PURPLE in der MK II-Besetzung. In späteren Jahren avanciert die Nummer zu einem Live-Favoriten der Band. Montreux ist die Grundlage von „Pictures Of Home“ und beschreibt die Sehenswürdigkeiten der Umgebung von Montreux, weit weg von zu Hause. Die Saitenarbeit von Blackmore ragt ein weiteres mal heraus und drückt  „Pictures Of Home“ seinen Stempel auf. Die A-Seite endet mit „Never Before“, welcher von DEEP PURPLE als der kommerziellste Track des Albums angesehen und als Single veröffentlicht wird. Der Refrain ist eingängig, ohne die Mark II-Trademarks zu vernachlässigen.

„Smoke On The Water“ eröffnet die B-Seite von „Machine Head“

Die B-Seite eröffnet „Smoke On The Water“, der bereits erwähnte Über-Hit des Quintetts. „Lazy“ ist der Langläufer auf der Scheibe mit etwas mehr als sieben Minuten. Die Instrumentalfraktion, allen voran Jon Lord, dürfen sich bei der Nummer austoben. Was DEEP PURPLE daraus live machen, lässt sich unter anderem auf der „Made In Japan“ nachvollziehen. Beim Schlusspunkt wird über Science-Fiction-Themen und über Musik in unserem Sonnensystem sinniert. „Space Truckin“ wird oft an das Ende eines Live-Set gesetzt. Denkwürdig ist eine Live-Darbietung beim California Jam, wo Blackmore seine Verstärker in Brand setzt und eine Fernsehkamera mit seiner Gitarre zerstört. Die Saitenarbeit wie auch der in Teilen kreischende Gesang sind Wegweiser auf der Entwicklung des Heavy Metal.

„Machine Head“ in der Retrospektive

In England springt „Machine Head“ auf den ersten Platz in den UK-Album-Charts bei seiner Veröffentlichung. In den USA erreicht das Album im Jahr 1972 nur Platz 34. Nachdem „Smoke On The Water“ ein Hit wird, steigt die Scheibe 1973 wieder in die Chats ein und schafft es auf Platz sieben. Circa 2,5 Millionen Exemplare gehen über den Ladentisch.

Das Presseecho ist durchweg positiv. Zwischen „Highway Star“ und „Space Truckin” liegt nichts als gute, hartgesottene Musik. Die Scheibe wird als eines der wesentlichen Hardrock-Alben aller Zeiten eingestuft. Mit „Machine Head“ gelingt DEEP PURPLE ein zweiter Meilenstein der Rockmusik mit wegweisenden Elementen für die Entwicklung des Heavy Metal. Nicht nur „Smoke On The Water“ oder „Highway Star“ sind zeitlose Songs, die gesamte LP ist auf einem unglaublich hohen Niveau. 50 Jahre nach der Veröffentlichung hat „Machine Head“ nichts von seiner Genialität eingebüßt und gehört wie „Deep Purple In Rock“ in jede gut sortierte Plattensammlung.

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1 Kommentar zu Deep Purple - Machine Head

  1. Wordreth sagt:

    Was soll man zu den Album sagen? Es ist Geschichte! Einfach großartig!!

    10/10