Deep Purple - Made In Japan (Re-Release)

Review

Galerie mit 17 Bildern: Deep Purple - live in Stuttgart 2017

Kommen wir ohne große Umschweife zum Punkt: “Made In Japan” ist DAS Livealbum schlechthin. Wer etwas anderes behauptet, hat verstopfte Ohren oder keine Ahnung von guter Musik. Niemals wieder wurde mehr Esprit auf Vinyl gebannt, nie wieder hat eine Band mehr Virtuosität erkennen lassen (ohne dabei aufgesetzt zu klingen) und nie wieder hat das Zusammenspiel einer Band derart perfekt zusammen gepasst. Kurzum: DEEP PURPLE haben anno 1972 mit “Made In Japan” einen Meilenstein veröffentlicht, der nach wie vor die Messlatte für alle Livealben ist. Jetzt liegt das Album hörbar remastered und verschiedenen Ausführungen erneut vor.

Im Prinzip wäre dieses Review schon fertig, aber ich möchte mich noch ein wenig mit der Frage befassen, warum diese Scheibe so essentiell, grandios und vor allem – nach wie vor – wichtig für die gesamte Rockwelt ist. Die Antwort ist denkbar einfach, denn “Made In Japan” bietet alles, was man bei einem denkwürdigen Konzertabend (okay, es befinden sich Aufnahmen von zwei Konzerten auf dem Album) erwartet. Die Chemie innerhalb der Band stimmt Anfang der Siebziger noch und so ist es auch heute noch ein Genuss den Herren Blackmore, Lord, Gillan, Glover und Paice beim Musikzieren zuzuhören. Die Kreativitätspartikelchen fliegen auf der 1972er Tour zum “Machine Head”-Album in alle Richtungen, und die Band schafft es diese ungeheure Energie perfekt auf das Publikum zu übertragen. Man hört zu jeder Sekunde, dass es mit der Band eine Symbiose eingeht und eine Atmosphäre schafft, die seitdem auf keinem anderen Livealbum konserviert werden konnte. Hier ist damals wirklich Musikgeschichte entstanden. Ein Grund dafür ist, dass sich DEEP PURPLE auf einem kreativen Zenit befunden haben. Sicher, auch die anderen Veröffentlichungen/Liveshows bieten musikalische Unterhaltung auf höchstem Niveau. Aber “Made In Japan” ist eben durchgängig ein wenig mehr von allem. Alleine die vielen Jams innerhalb der Stücke lassen Instrumentenaspiranten auch heute noch mit offenen Mündern zurück. Keiner der Songs geht unter sieben Minuten ins Ziel, was der Improvisationsfreudigkeit des Quintetts geschuldet ist und den damals frischen Stücken (hier nervt nicht einmal ein “Smoke On The Water”) noch mehr Lebendigkeit einhaucht. Die Stücke werden gegenüber den Albumversionen teilweise etwas abgeändert oder ergänzt, was sich heute kaum eine Band noch traut, damals aber durchaus zum guten Ton gehörte. Wer jetzt glaubt, hier würde übertrieben werden, der höre sich die “Made In Japan”-Version des Jahrhundertsongs “Child In Time” an oder die ausgedehnte Jam-Session in “Strange Kind Of Woman’” an. Hier bringen DEEP PURPLE das Kunststück fertig, trotz ausufernder Solopassagen nie Langeweile aufkommen zu lassen und die Spannung innerhalb der Songs so zu gestalten, dass man vor der heimischen Stereoanlage das Gefühl hat, man würde selbst in der Halle stehen. So muss es sein.

Genau aus diesen Gründen ist “Made In Japan” so wichtig für die Rock- und Musikwelt und hat auch für Künstler außerhalb des harten Rocks Türen geöffnet. Wer dieses Opus Magnum noch nicht besitzt, sollte das schnell nachholen. Es gibt Platten, da bekommt man auch nach etlichen Jahren immer wieder Gänsepelle, wenn man sie auf den Plattenteller legt – DEEP PURPLEs “Made In Japan” ist so eine.

11.06.2014

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