Dismember - Dismember

Review

Über DISMEMBER an sich noch viele Worte zu verlieren hieße Eulen nach Athen tragen, deshalb belasse ich es in dieser Einleitung des Reviews bei dem simplen Hinweis, dass die Schweden noch lange nicht tot sind und ein neues, selbstbetiteltes Album am Start haben und der Metal-Welt einmal mehr zeigen, wo der Hammer hängt.

Die Dienstquittierungen ihres langjährigen Bassisten Richard Cabeza und ihres Ur-Drummers Fred Estby hat die Band erstaunlich gut verkraftet und vor allem hat ihre Musik nichts an Power oder Durchschlagskraft eingebüßt. Im Grunde genommen bemerkt man, abgesehen von einigen Kleinigkeiten, kaum einen nennenswerten Unterschied im Spiel der neuen Musiker (Tobias Cristiansson/Bass, Thomas Daun/Drums) im direkten Vergleich zu den beiden Abtrünnigen. Gut so!

Man kann DISMEMBER (wie so vielen anderen Bands auch) natürlich wie auch in all den Jahren zuvor vorwerfen, sie würden immer dasselbe machen und ihr Sound klingt abgenutzt und ideenlos, aber man kann ihnen auf der anderen Seite auch zugute halten, dass sie ihren eingeschlagenen Weg konsequent verfolgen und sich von aktuellen Einflüssen nie haben beirren lassen; Old School halt. DISMEMBER klangen und klingen immer noch nach DISMEMBER und im Sound dieser Band ist einfach kein Platz für großartige Neuerungen oder moderne Liebäugeleien. Hier gibt es reinrassigen, schwedischen Death Metal, straight into your face, voll in die Nüsse, voll auf die Zwölf.

Spannend ist, dass Matti Kärkis Organ auf diesem Album mitunter regelrecht wahnsinnig ertönt und man stellenweise das Gefühl hat, es hier mit einer der teuflischsten Stimmen des Death Metals zu tun zu haben, nämlich mit der von Chris Reifert (Ex-AUTOPSY/ABSCESS), was ganz besonders im Track „No Honor In Death“ stark zur Geltung kommt. Kärkis Stimme klingt jedenfalls räudiger und irgendwie auch intensiver als früher, was den Songs eine positive Facette mehr verleiht.

Der typisch skandinavische, fette Sound bollert saftig und schwer durch die Boxen, die Songs knallen zwischen Uptempo und ballerndem Midtempo hin und her und lassen niemals den gewohnten, mitreißenden Fluss vermissen. Besonders die Uptempo-Anteile sind mal wieder herzhaft und direkt und vor allem ausgiebig, so dass keine Langeweile aufkommen dürfte. DISMEMBER wissen halt, wie man es macht und nicht umsonst gehören sie nach wie vor zur Speerspitze der schwedischen Old-School-Fraktion, die an den Traditionen festhält.

Wer also noch nicht die Nase voll hat und einmal mehr kräftig zügigen Nordwind zwischen den Arschbacken spüren möchte, dem sei „Dismember“ wärmstens zu empfehlen. DISMEMBER werden es dir besorgen, und zwar genau so, wie es der Old-School-Liebhaber verlangt: Laut, schnell, fett und wuchtig. No compromise, guys!

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14.03.2008

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06.08. - 08.08.20Party.San Metal Open Air 2020 (Festival)Dismember, Katatonia, Wolves In The Throne Room, Hirax, Carcass, Shape Of Despair, Idle Hands, Origin, Lunar Shadow, Saor, Revel In Flesh, Borknagar, Razor, Sinners Bleed, Onslaught, Anomalie, Fleshcrawl, Obscurity, Space Chaser, Alcest, Infernäl Mäjesty, Månegarm, Graceless, 1914 und BütcherParty.San Open Air, Obermehler

1 Kommentar zu Dismember - Dismember

  1. Anonymous sagt:

    Wer genauso genervt wie ich davon ist, dass immer mehr Bands aus dem sogenannten "Deathcore"-Bereich dieser Tage wie Pilze aus dem Boden schießen und wer sich allgemein nicht so ganz mit der modernen Variante des Death Metals anfreunden kann, der ist bei dieser Platte genau richtig! Dismember klingen frisch wie eh und je. Eine Weiterentwicklung ist zwar nicht zu erkennen, aber dennoch klingt es auch nicht danach, als ob hier jemand seine eigene Musik zu oft gehört hätte. Anbiederung an Trends: Fehlanzeige. Wieder mal also ein Hammeralbum der Schweden!

    8/10