Guns N' Roses - Appetite For Destruction

Review

Galerie mit 6 Bildern: Guns N' Roses - Not In This Lifetime Tour 2018

2015 verdichteten sich die Anzeichen immer mehr. Anfang 2016 wurde die Katze aus dem Sack gelassen: Slash und Duff McKagan sind wieder Teil von GUNS N‘ ROSES. Diese halbe Reunion und das dreißigjährige Jubiläum von „Appetite For Destruction“ sind Grund genug, einem der wohl wichtigsten Debütalbum der Rockgeschichte auf den Zahn zu fühlen.

Die Einflüsse offengelegt

1987 sind GUNS N‘ ROSES längst kein unbeschriebenes Blatt mehr. Durch lokale Gigs in und um L.A. haben sie den Ruf einer gefährlichen, kompromisslosen Hard-Rock-Band weg, die dem vorherrschenden Hair Metal von POISON und MÖTLEY CRÜE den Kampf ansagt. 1986 veröffentlichte die Band bereits die EP „Live ?!*@ Like A Suicide“. Neben zwei Eigenkompositionen, enthält sie auch zwei Coversongs von AEROSMITH und ROSE TATTOO. GUNS N‘ ROSES machen keinen Hehl daraus, wo sie ihre Einflüsse hernehmen.

Zum Zeitpunkt der Aufnahmen ihres Debütalbums besteht die Combo aus Sänger Axl Rose, dessen Oktavumfang jegliche Vorstellungskraft sprengt; Bassist Duff McKagan, der eine ordentliche Punk-Attitüde in die Band bringt; dem Gitarrenduo Slash und Izzi Stradlin, die sich Riffs und Soli zuspielen als hätten sie nie etwas anderes getan und Rhythmusmaschine Steven Adler, der durch sein prägnantes und akzentuiertes Spiel einen ordentlichen Groove in die Band bringt.

Blut und Schweiß

Als sie das Studio entert, ist die Truppe durch regelmäßige Auftritte perfekt aufeinander eingespielt. Die Produktion der Platte übernimmt der noch relativ unbekannte Mike Clink. Eine Rechnung, die sofort aufgeht. GUNS N‘ ROSES bunkern sich eine halbe Ewigkeit im Studio ein. Mike Clink arbeteitet zu Höchstzeiten 18 Stunden am Tag, um die Basic Tracks, Slashs Overdubs und die Gesangsspuren unter einen Hut zu bekommen. Am Ende kommt mit „Appetite For Destruction“ ein Album heraus, das mit einer Menge Blut und Schweiß entstanden ist, was wiederum in jedem einzelnen Song spürbar ist.

Los geht’s mit der späteren Hit-Single „Welcome To The Jungle“. Ein recht simples, mit Delay versehenes Gitarrenriff, ein markerschütternder Schrei und eine perfekt einsetzende Band – mehr braucht es nicht, damit bereits die ersten Sekunde des Albums den Zuhörer aufhorchen lassen. Bereits mit ihrem Opener geben GUNS N‘ ROSES eine Lehrstunde in Sachen Rocksongs. Jede Melodie ist ein Ohrwurm für sich. Die Riffs sind arschcool und statt auf radiotaugliche Strukturen, setzt die Band auf überraschende Breaks und Instrumentalpassagen.

Im anschließenden „It’s So Easy“ scheinen die Punkeinflüsse der Band durch. Hier kommen GUNS N‘ ROSES ohne Umschweife auf den Punkt. Zudem zeigt Axl Rose, dass er auch die tiefsten Tonlagen aus dem Effeff beherrscht. Doch auch unsterbliche Mitsing-Hymnen haben die Gunners auf ihrer ersten Platte im Gepäck. Der Refrain von „Nightrain“ geht so gut ins Ohr, dass man sich dem besungenen Besäufnis gleich anschließen möchte. Mehr Party-Faktor geht nicht.

GUNS N‘ ROSES bleiben oben auf

Vom Drogenkonsum des „Mr. Brownstone“ lässt sich das zwar nicht sagen. Dafür groovet der Song, sodass es augenblicklich im Tanzbein juckt. Und wer doch einfach nur einen draufmachen möchte, kann das anschließend in der „Paradise City“ tun. Ein Hymnischer Refrain für’s Stadion trifft auf energetische Gitarrensoli und knackige Riffs. Inzwischen ist Halbzeit und man fragt sich, ob GUNS N‘ ROSES nicht irgendwann die Puste ausgeht. Tut sie aber nicht!

Stattdessen werden in „My Michelle“ und „Think About You“ ein paar unverfrorene Damen besungen, bevor der  größte Hit des Albums ansteht. „Sweet Child O‘ Mine“ ist einer dieser unsterblichen Songs, die heute noch auf jeder Rock- und Metalparty rauf und runter gedudelt werden. Angefangen mit dem Markanten Einstiegsriff von Slash, über die gefühlvollen Gesangslinien von Axl Rose bis hin zu einem der ikonischstem Gitarrensoli aller Zeiten, hat die Halbballade alles, was das Hard-Rock-Herz begehrt.

Auf „Appetite For Destruction“ ist jeder Song ein Hit

Danach folgen „You’re Crazy“ und „Anything Goes“. Beide Songs wirken hier leicht unspektakulär, wären auf jeder anderen Platte aber die absoluten Highlights. Zum Rausschmiss lassen sich GUNS N‘ ROSES nicht lumpen und liefern mit „Rocket Queen“ eine ihrer stärksten Kompositionen überhaupt ab. Der Song besticht durch eine dichte Atmosphäre, die immer wieder durch überraschende Breaks aufgebrochen wird. Dazu gesellen sich abermals Slashs geschmackvolle Leads und eine Hook, die sich nicht vergessen lässt.

Auch 30 Jahre nach Erscheinen hat „Appetite For Destruction“ nichts von seiner Strahlkraft verloren. Die einstmals gefährlichste Band der Welt hat hier zwölf Hymnen angesammelt, die ihnen auf ewig einen Platz im Rockolymp sichern. Als einziger Wehrmutstropfen bleibt die Tatsache, dass GUNS N‘ ROSES nie wieder an dieses Qualitätslevel anschließen konnten.

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21.07.2017

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5 Kommentare zu Guns N' Roses - Appetite For Destruction

  1. HH7 sagt:

    Es ist wohl das Album, mit dem GNR weltberühmt wurde. Sweet Chile O Mine und Paradise City kennt wohl jeder, ob jung oder alt… Jeder! Wobei Paradise City wohl einer der besten Rocksongs aller Zeiten sein dürfte. (Da geh sogar ich noch auf die Tanzfläche 😉 GNR zählte wohl Ende der 80ger auch zu den Glam-Rock-Bands, jedoch waren sie etwas anders. Etwas wilder, etwas abgefuckter, etwas ungeschminkter. Das hat sie wohl von anderes Glam-Bands abgehoben, da Anfang der 90er die Grunge-Szene die Glam-Rocker überrollte. Das Album ist Kult und einige Songs werden wahrscheinlich noch in 100 Jahren gehört werden… Ob man dem Album 10 Punkte geben kann ist schwer zu entscheiden, aber in dieser Kategorie gibt es nur wenige, die die volle Punktzahl tatsächlich schaffen können… In den Use your Illusion Alben sind die Gunners sicher noch reifer und anspruchsvoller, aber darauf kommt es hier nicht an. Wichtig ist, dass das Album einen einfach vom ersten bis zum letzten Song auf einen geilen Rock N Roll-Trip mitnimmt, wo es niemals langweilig wird. Es passt einfach. Punkt! Darum muss ich tatsächlich 10 Punkte geben!

    10/10
  2. metalfreak sagt:

    Das man Sachen kommentieren muss die jeder Popfan kennt also das ist wohl nun wirklich nicht noetig.

    8/10
    1. Moba sagt:

      Sagte der Mensch, der hier inflationär mit Werbung für irgendwelche Grottenbands um sich wirft. Von der dabei teilweise grauenhaften Rechtschreibung ganz zu schweigen.

    2. Doktor von Pain sagt:

      Nicht so unnötig wie deine Kommentare, Metalfreak.

    3. Sane sagt:

      Was stimmt nicht mit dir metalfreak?
      Das ist ein absoluter Klassiker und der darf ab und an erwähnt oder diskutiert werden.
      Mal davon abgesehen dass man in einem Land mit freier Meinungsäußerung sowie sagen darf was man will.
      Das ausgerechnet du die Gedankenpolizei spielen willst ist absolut lächerlich, gibst du doch deinen milden Senf zu jeder ebenso bekömmlichen langweilerplatte ab.
      Komm klar