Lacuna Coil - Black Anima

Review

Soundcheck Oktober 2019# 6 Galerie mit 17 Bildern: Lacuna Coil - Ruhrpott Metal Meeting 2018

Gut 20 Jahre haben LACUNA COIL als Band schon auf dem Buckel und hauen mit „Black Anima“ nun ihr neuntes Studioalbum raus. Als sie Mitte/Ende der 2000er zuerst mit „Karmacode“ und schließlich mit „Shallow Life“ einen großen Schritt weg von ihrem bis dahin typischen, recht eigenwilligen, doch gerade deshalb interessanten, Stil machten, schieden sich die Geister an ihrem neuen, glatteren, amerikanischeren Sound. Seither haben LACUNA COIL an Härte zugelegt, sich dem Groove verschrieben, und könnten stellenweise gut als „Lacuna KoRn“ durchgehen. Insgesamt eine Entwicklung, die gerade für die Fans der Alben bis einschließlich „Comalies“ vielleicht nicht allzu leicht zu verdauen war. Auf „Black Anima“ zeigen sich die Italiener aber wieder eigenwillig wie eh und je, channeln sogar frühe Werke wie „In A Reverie“ und „Unleashed Memories“, und legen ihren neuen, modernen Charakter dabei trotzdem nicht ab.

„Black Anima“ überzeugt nicht von Anfang an

Das schon mehrfach genannte Adjektiv „eigenwillig“ beschreibt recht passend das Intro-Stück und Quasi-Titeltrack „Anima Nera“, das neben Synths und Piano vor allem von Cristina Scabbias Stimme getragen wird. Eine Ausnahmestimme mit hohem Wiedererkennungswert und breiter Varianz, weshalb man sich an dieser Stelle wundert, wieso sie ausgerechnet auf diese Art eingesetzt wird. Schon schwant einem Böses, was den weiteren Verlauf von „Black Anima“ betrifft. LACUNA COIL reißen das Ruder aber bereits mit dem eigentlichen Opener „Sword Of Ages“ wieder herum. Hier schwingen neben dem typischen KORN-Groove ein wenig die älteren LACUNA COIL mit, und einige weitere Stücke auf dem Album – hier seien vor allem der absolute Hörtipp „Veneficium“ und „The End Is All I Can See“ genannt – vermitteln diesen Eindruck sogar noch mehr.

LACUNA COIL bieten interessante Momente

Dies sind aber nur Anleihen, denn die Stilrichtung, die auf „Black Anima“ überwiegt, ist eindeutig der Alternative/Modern/Groove Metal, zu dem sich LACUNA COIL in den letzten zehn Jahren hinentwickelt haben. Mit den Einsprengseln ihres früheren Stils, der sich hauptsächlich in den Gitarren und den Vocals niederschlägt, sowie mit einigen experimentellen Spielereien am Keyboard zeigen LACUNA COIL, dass sie auf „Black Anima“ nicht versuchen, auf Nummer sicher zu gehen. Mit vielen, liebevollen Details gespickt, lassen vor allem unorthodoxe Songs wie das bereits als Single veröffentlichte „Reckless“ und der Titeltrack „Black Anima“ aufhorchen. Hymnische und epische Stücke („Apocalypse“, „Veneficium“) wollen nicht so recht zur mittlerweile zwar weitgehend abgeschafften, in den Köpfen aber noch präsenten Irrenhaus-Ästhetik der vergangenen Jahre passen.

Hohes Niveau – wenn auch nicht ganz durchgängig

Bei einigen Stücken misslingt LACUNA COIL dann allerdings doch der Spagat zwischen Härte und melodischer Eingängigkeit. „Under The Surface“ und vor allem „Save Me“ wirken im Vergleich zu den anderen Nummern zu simpel und geradlinig. Sie setzen auf Eingängigkeit, die ihren Zweck zu Anfang auch zu erfüllen scheint, nach ein paar Durchgängen aber in Belanglosigkeit umschwingt. Auch wenn das Niveau auf „Black Anima“ sonst durchgängig recht hoch ist, kristallisieren sich wirklich Dauerbrenner (zumindest noch) nicht heraus. „Black Anima“ ist damit sicher nicht das beste Album von LACUNA COIL, kann aber allen neuen und – je nach Gusto, was den neuen Stil betrifft – auch den meisten alten Fans ans Herz gelegt werden. Großen Spaß macht die Platte auf jeden Fall, wenn auch nicht ganz durchgängig.

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13.10.2019

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