Mayhem - Liturgy Of Death

Review

Soundcheck Februar 2026# 1 Galerie mit 26 Bildern: Mayhem - Death Over Europe 2026 in Berlin

Bei der anhaltenden Flut von (neuen) Black-Metal-Combos kann man wirklich schnell den Überblick verlieren. Auch, weil sich viele an den Wurzeln der zweiten Welle aus Norwegen orientieren. Und sind wir doch mal ehrlich: VENOM, BATHORY und SODOM mögen die Vorboten dieses Sub-Genres gewesen sein. Den heutigen Black Metal würde es ohne EMPEROR, DARKTHRONE und MAYHEM nicht geben.

MAYHEM machen keine Kompromisse

Seit vier Dekaden veröffentlichen letztgenannte ein Potpourri aus verschiedenen Stilen. Anfangs roh und biestig, zur Jahrtausendwende dann mit dem Meilenstein „Grand Declaration Of War“ progressiv und später wieder von Punk beeinflusst. Nicht alle Alben sind Klassiker und – das kann vorweggenommen werden – „Liturgy Of Death“ macht keine Ausnahme.

Schon der Opener „Ephemeral Eternity“ ist Chaos pur, wobei sich superschnelle Parts mit Flächen und unerwarteten Rhythmuswechseln verbinden. Eigentlich ein guter Ansatz. In den fast sieben Minuten passiert aber so viel, dass es unmöglich ist, einen roten Faden zu erkennen.

„Liturgy Of Death“: Chaos pur

Im dritten Track „Weep For Nothing“ stellt sich anfangs noch ein Gefühl der Genugtuung ein, immerhin könnte das Intro-Riff auch auf dem viel beachteten „Daemon“ (2019) gewesen sein. Attila Csihar predigt in seiner unverkennbaren, leicht verdrehten Art und Hellhammer lässt die Sticks pfeilgerade über die Toms fliegen. Den sieben Minuten Wahnsinn steht leider ein klinischer Sound entgegen, aber „Weep For Nothing“ bleibt trotzdem der Höhepunkt der Platte.

„Aeon´s End“ hat einen ähnlich guten Start, das durchgehende Geballer ist auf Dauer aber viel zu anstrengend. Gerade die Versiertheit der beiden Gitarristen Ghul und Morten dringt zu selten durch, was schade ist. Immerhin verfügen MAYHEM über ausgezeichnete Musiker, ohne die all die präzisen Breaks und Kurswechsel schlicht nicht möglich wären.

Im Norden nichts Neues

Bei aller Detailverliebtheit plätschert „Liturgy Of Death“ weitestgehend vor sich hin, wobei ausgerechnet das Schlagzeug alles zupflastert und der Zugang zur Musik, sagen wir mal, sehr sperrig ist. Da hilft auch kein vierter, fünfter Durchlauf: Man kann sich auf kein wirkliches Gefühl festlegen. Wollen MAYHEM nun Kälte verbreiten, Angst schüren, Hass anregen?

Leider verrennen sich die Norweger dabei zu oft und kramen alte Ideen aus, die früher genial waren und heute zwar immer noch toll sind, der „Aha-Effekt“ aber auf der Strecke bleibt.

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23.01.2026

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4 Kommentare zu Mayhem - Liturgy Of Death

  1. daniel sagt:

    Also mich haben nur die erste 3 Songs schon weggeblasen !! Die allein wären mir schon 8 Punkte wert selbst wenn der Rest schlechter ist ! Ich bin mir ziemlich sicher das dieses Album in meine Top 5 kommen wird ! Warten wir mal den 5/6. ab…Aber 6 Punkte sind mir jetzt schon ein kleines Ärgernis 😅

    8/10
  2. redrider sagt:

    Ich finde das teil sehr stark und vor allem gegen ende sehr abwechslungsreich….eines der besseren mayhem alben…die tour mit marduk&immolation wird der burner😉

    8/10
  3. dan360 sagt:

    Ja, das Konzert war sehr fein! Das Album hatte bis jetzt nur einen Durchgang, gefiel mir aber schon gut.. muss ich definitiv öfter hören, um die Songstrukturen zu durchblicken. „Aeon‘s End“ fand ich auf Anhieb am stärksten bisher.. für ne Wertung braucht es noch ein paar Rotationen.

  4. Hank_Shrader sagt:

    Es mag vielleicht nicht die richtige Bewertung sein, wenn man berücksichtigt wie die anderen Werke von Mayhem so einzustufen sind, aber da mich dieses Teil komplett wegbläst möchte ich die Höchstwertung 10/10 geben. Meiner Meinung nach ist nur DMDS noch besser. Kein einziger Füller, besonders zum Ende hin finde ich es auch etwas abwechslungsreich und die Produktion ist schön knackig.

    10/10