Mötley Crüe - Shout At The Devil

Review

Blast From The Past

Bereits vor ihrem Debütalbum “Too Fast For Love“ aus dem Jahr 1981 hatten MÖTLEY CRÜE in der Hardrock- und Metal-Szene ihrer Heimatstadt Los Angeles einiges an Aufsehen erregt. Der erhoffte Durchbruch gelang der Glam-Metal-Band mit der Platte allerdings nicht, obwohl sie sich recht formidabel verkaufte und zumindest die Single “Live Wire“ sich zu einem kleinen Szene-Hit entwickelte. Zwei Jahre später soll der Aufstieg in Starsphäre mit “Shout At The Devil“ endlich klappen.

Eine Frage des Images

Um ihr Ziel zu erreichen, entwickelt die Band ein rundum durchdachtes Konzept, bei dem sie nichts dem Zufall überlässt. Inspiriert von Filmen wie “Mad Max“ und “Conan der Barbar“ legen sich MÖTLEY CRÜE ein endzeitliches Barbaren-Outfit zu. Die Texte bekommen leicht satanische Züge verpasst und auf dem Cover der nächsten Platte prangert ein Pentagramm – es gilt um jeden Preis zu schocken. So durchdacht wie das neue Image entpuppt sich auch das Songwriting auf  “Shout At The Devil“.

“Shout At The Devil“ – Eine Sammlung von Hits

Nach einem düsteren Intro steigt der Titelsong mit einem waschechten Headbanger-Riff ein. Dazu gesellen sich Chöre, die für das Stadion geschaffen sind. Spätestens wenn Vince Neil seinen ersten charismatischen Schrei loslässt, ist die Sache geritzt. Aber damit hört es noch lange nicht auf. MÖTLEY CRÜE reihen auf “Shout At The Devil“ Hit an Hit.

Das ist vor allem der erhöhten Teamarbeit der Band zu verdanken. Während Bassist und Mastermind Nikki Sixx auf “Too Fast For Love“ noch fast ausnahmslos alle Songs alleine geschrieben hatte, lässt er nun weitaus mehr Einfluss seiner Bandkollegen zu.

Teamwork ist alles

So darf Gitarrist Mick Mars zur Auflockerung der Platte das Instrumental “Children Of The Beast“ beisteuern und “Red Hot“ mit einem absoluten Killerriff garnieren. Seine Soli sind dabei so roh wie der Sound des Albums.

Sixx wiederum präsentiert sich als weitaus gereifterer Songschreiber. Für “Shout At The Devil“ hat er gelernt, aus simpelsten Ideen das Maximum rauszuholen. “Bastard“, “Looks That Kill“ oder “Ten Seconds To Love“ basieren allesamt auf Riffs, die ebenso schlicht wie mitreißend sind. Virtuosität spielt für MÖTLEY CRÜE keine Rolle. Stattdessen steht die Partytauglichkeit im Vordergrund.

MÖTLEY CRÜE haben den Groove

Dafür sorgt die Einheit, die Sixx mit Schlagzeuger Tommy Lee bildete. Gemeinsam erschaffen sie einen amtlichen Groove sowie ein sattes Sound-Fundament, welches die Songs zusammenhält und das Tanzbein anregt. Zudem enthält jeder Refrain eine leicht zu merkende Textzeile, die Vince Neil wie Schlachtrufe intoniert.

Aus dem durchweg bockstarken Songmaterial stechen eine Tracks trotzdem hervor. Da ist zum einen das stampfende “Too Young To Fall In Love“, für dessen Eingangsriff jede aktuelle Sleaze-Rock-Band töten würde. Dazu kommt ein Refrain, der den perfekten Spagat zwischen Pop-Affinität und metallischer Rotzigkeit hinlegt.

Nicht zuletzt dank des dazugehörigen – und aus heutiger Sicht reichlich albernen – Musikvideos entwickelt sich “Too Young To Fall In Love“ zum Hit. Und im Jahr 2003 verschafft der Song MÖTLEY CRÜE als Teil des Soundtracks zum Videospiel “GTA: Vice City“ eine neue Generation von Fans.

Auch mal was riskieren

Mit “Helter Skelter“ wagt sich die Band zudem an einen BEATLES-Song und legt damit die Blaupause für zahllose weitere Metal-Cover von Pop-Künstlern. In der abschließenden Halbballade “Danger“ wiederum schlagen MÖTLEY CRÜE zum einzigen Mal auf dem Album etwas ernstere Töne an. Der Song setzt sich mit den oft zerplatzenden Träumen in der Welt von Hollywood auseinander und betont gleichzeitig, dass MÖTLEY CRÜE alles dafür geben, nie Teil der Abgehängten zu werden.

“Shout At The Devil“ ist das perfekte Glam-Metal-Album. Mit ihrer zweiten Platte ziehen MÖTLEY CRÜE zahllose Nachahmer nach sich und treten den Siegeszug des gesamten Genres in den 80ern los. Bis die Band noch ein Mal zu solcher Größe finden würde, sollte es ganze sechs Jahre dauern.

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27.03.2019

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