SITD - Bestie Mensch

Review

Oft sind es die ersten Sounds eines Albums, die ersten Beats, die ersten Vocals, die ersten Melodien, die entscheiden, ob einem ein Album gefallen könnte oder eben auch nicht. So auch im Fall von „Bestie:Mensch“, dem inzwischen dritten Album der deutschen Elektroformation [:SITD:]. Schon die ersten atmosphärischen Sounds von „Herbserwachen“, die klaren Beats, die zweistimmigen deutschen Vocals und die überraschende Melodik im Refrain lassen den Dark Elektro/EBM-Fan in die schon auf dem Cover gezeichnete düstere Welt von „Bestie:Mensch“ eintauchen.

Das dritte Album des Trios entpuppt sich dabei als das reifste, vielleicht erwachsenste Album bisher. Auf den Opener „Herbsterwachen“ folgt der gleichzeitig monotone wie verspielte Song „Stammheim“ und zusammen mit dem minimalistisch düster arrangierten „Telepathic“ geben [:SITD:] damit den Weg des Albums vor: Düsterer Endzeit-Elektro, gepaart mit atmosphärischen Soundteppichen und prägnanten Melodiebögen. Die Lyrics sind abwechselnd deutsch bzw. englisch gehalten, was der Abwechslung des Albums zusätzlich gut tut.

Generell ist „Bestie:Mensch“ ein Album, das nicht zu schnell langweilig wird. Dies liegt vor allem auch daran, dass erneut Carsten Jacek und Thomas Lesczenski an den Vocals zu hören sind. Das Duett bei „Herbsterwachen“ war hier nur der Anfang und die weichere Stimme von Thomas Lesczenski eröffnet dem Sound von [:SITD:] auch auf „Bestie:Mensch“ wieder neue Perspektiven. So sind „Reincarnation“ und „Displaced“ zwei leidenschaftliche und eher traurige Songs, die eben vor allem durch die Vocals von „Tom“ ihre Stimmung verleiht bekommen.

Für die „härteren“ Momente ist dann eher Carsten Jacek mit seiner rauhen Stimme verantwortlich. Den klasse Song „Kreuzgang“ gibt in einer neuen Version zu hören, auch „Direction North“ und „Silverbombs“ sind clubtaugliche Elektrokracher, die jedoch nicht in wildes EBM-Gestampfe ausarten, sondern mit ihren abwechslungsreichen und gleichzeitig immer wieder eingängigen Sounds zu gefallen wissen.

So ist „Bestie:Mensch“ unter dem Strich ein unheimlich kompaktes Album, das sich in sich harmonisch und gleichzeitig abwechslungsreich präsentiert. Es fällt schwer Kritikpunkte zu finden, also wieso sollte man dann krampfhaft welche suchen ? Ein klasse Elektroalbum, das man sich allerdings unbedingt in der limitierten Version zulegen sollte. Die Bonus-CD mit zahlreichen Remixen von [:SITD:] für andere Bands stellt an sich schon viele andere Alben in den Schatten. Stellvertretend seien hier nur die sensationellen Remixe für Bands wie PLASTIC, VNV NATION oder ROTERSAND genannt.

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08.11.2007

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1 Kommentar zu SITD - Bestie Mensch

  1. Anonymous sagt:

    Ich hab mir die Platte besorgt, nachdem ich seit Coded Message 12, die schon ziemlich geil war nix mehr von [:SITD:] gehört habe, schmeiß den Silberling in den dafür bestimmten Player, lass sie einmal durchlaufen und denke mir "LECK MICH FETT, WIE GEIL!" Ich hatte etwas von dem Niveau vom Niveau von Stronghold erwartet und war volkommen von den Socken. Ich hab selten ein Album gehört, das atmosphärisch so gut und dicht gepackt ist, weshalb ich es jedem, der sich noch unsicher ist wärmstens ans Herz lege! Meine Persönlichen Favouriten dieser Platte sind definitiv die Kreuzgang fassung 2 (die mich vom Takt und Intro her ein wenig an Snuff Machinery erinnert, nur wesentlich atmosphärischer), Propaganda (1a Refrain und auch von der Stimmung her gelungen), Displaced (Die Vocals von Tom fließen einfach klasse ein), Silver Bombs (shit, wenn ich den Song höre, nimmt die Außentemperatur um 2 Grad ab) und Floting (experimentell extrem gut gelungen und recht entspanennend). Ich bin echt gespannt was man aus dem Hause [:SITD:] in Zukunft erwarten kann!

    10/10