Svart Crown - Witnessing The Fall

Review

Galerie mit 12 Bildern: Svart Crown - At The Gates Of Sethu 2013 European Tour

Ich kann mich noch gut daran erinnern, wie mich SVART CROWN im Jahr 2009 mit ihrem Debüt „Ages Of Decay“ davon überzeugen konnten, dass es auch in Frankreich Metalbands gibt, die qualitativ hochwertigen und spannenden Stoff abliefern können.

Mit dem in Rekordzeit eingespielten „Witnessing The Fall“, hat die Band nun also die Chance zu beweisen, dass sie nicht nur für eine Überraschung gut war, sondern auch längerfristig im großen Musikzirkus mitmischen kann.

Dass dies durchaus der Fall sein könnte, war nach der Leistung, die SVART CROWN auf „Ages Of Decay“ abgeliefert haben, fast schon zu erwarten. Ebenso, dass der Einstieg auf dem neuen Album einem geschwindigkeitstechnisch Mores lehren wird. Doch noch während man den Orkan, der einem da aus den Boxen entgegenschlägt verdaut, schleichen sich hinterlistig Melodien an, die unweigerlich an die Harmonielehre THE HAUNTEDs denken lassen. Waren die Thrasher der Wahl beim letzten Mal noch DEW-SCENTED, haben sich SVART CRWON auf „Witnessing The Fall“ die dezent kranken, dissonanten Leierkastenspielereien der Schweden zu Eigen gemacht. Fakt ist und bleibt aber, dass die Franzosen neben schwärzestem Death-Metal-Gebolze immer noch gerne die Thrash-Sau durchs Dorf treiben.
Besonders bei „Dogs Of Gods“ wird der Vergleich überdeutlich. Nebenbei beweist dieser Track auch, dass SVART CROWN nicht ausschließlich Vollgas geben und nur hin und wieder kurze Geschwindigkeitsstopps einlegen. Zwar beginnt das Lied auch mit Überschallblasts, schaltet nach einer Weile aber einen Gang herunter und groovt sich im Mid-Tempo ein. Im Verlauf der Platte merkt man, dass die Band am Stilmittel des krassen Gegensatzes offenbar ihre helle Freude hat. In fast jedem Song finden relativ deutlich abgegrenzte Wechsel zwischen ziemlich schnell und verhältnismäßig langsam statt. So startet zum Beispiel „An Eternal Descent“ (dessen Anfang verdächtig nach dem von „Behind The Crooked Cross“ von SLAYER klingt) krank und zäh, bis der Wahnsinn ab der Hälfte dann völlig ausbricht und die letzten zwei Minuten erbarmungslos durchgeblastet werden, wobei einem die stetig wiederholte Melodie ein Loch in den Schädel bohrt.

Der allzu offensichtliche Dynamikwechsel stört aber nicht weiter, da man eigentlich froh sein muss, dass SVART CROWN das Gaspedal nicht von Anfang bis Ende völlig durchtreten. Dadurch entsteht mehr Freiraum, um die Entwicklung, die die Band durchlaufen hat zu bemerken. So fällt einem auf, dass sich in Punkto Sound einiges getan hat, aber auch, dass das Songwriting homogener wirkt. Es scheint, als seien SVART CROWN ihrer Vision, wie bösartiger Black/Death Metal zu klingen hat, ein Stückchen näher gekommen.

18.11.2010

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