Axel Rudi Pell - Circle Of The Oath

Review

Wenn jemand zum Establishment der deutschen Metal-Szene gehört, dann ist es AXEL RUDI PELL. Seit mittlerweile mehr als 30 Jahren hat der Mann mit verschiedenen Bands qualitativ hochwertige Musik abgeliefert. Mit “Circle Of The Oath“ hat er jetzt auch wieder ein neues Studioalbum am Start.

Auf ihm gibt es genau das zu hören, was die Musik des Mannes aus Wattenscheid so einzigartig macht. Denn wo kann man heute noch jene Musik hören, welche einen wesentlichen Beitrag zum Erfolg des Heavy Metal im Deutschland der 80er geführt hat? Treibende Rhythmusarbeit war damals wie heute ein Erfolgskonzept, dem sich viele teutonische Bands verschrieben haben. Axel hat es allerdings schon immer verstanden diese nicht einfach nur mit eingängigen Riffs zu kombinieren. Vielmehr stand seine Musik schon immer für einen hymnischen und bombastischen Sound, der perfekt zu den eher eingängigen Momenten gepasst hat. Und so leistet auch dieses Mal vor allem wieder die Keyboard-Arbeit von Ferdy Doernberg einen nicht zu unterschätzenden Beitrag. Zwar hält er sich vornehm zurück, so dass keiner der insgesamt zehn Songs jemals Gefahr läuft in den Kitsch abzudriften,  dennoch trägt er einen nicht zu unterschätzenden Beitrag zur Vielschichtigkeit des musikalischen Materials bei.

Dieses wird natürlich dominiert vom magischen Gitarrenspiel. AXEL RUDI PELL ist einfach ein Ausnahmekünstler auf seinem Instrument. Er versteht es perfekt, immer wieder die Stimmungen der Songs aufzunehmen und diese in eingängige Riffs und Melodien umzuwandeln. Wirklich herausragend sind aber nach wie vor seine Soli, die er mit so viel Emotionalität und Herzblut vorträgt, dass ihm auf diesem Gebiet wohl nur wenige Musiker das Wasser reichen können. Ähnliches gilt auch für seine Fähigkeiten auf dem Gebiet des Songwritings. Die einzelnen Titel sind grandios strukturiert und gehen trotz ihrer Vielschichtigkeit direkt ins Ohr. Das könnte vielleicht auch daran liegen, dass sie oftmals sehr lang geraten sind und sich somit Zeit nehmen, alles zu sagen, was gesagt werden muss. Paradebeispiele hierfür sind der eher rockig-eingängige Titeltrack und der eher epische Rausschmeißer “World Of Confusion (The Masquerade Ball Pt. II)“, der am Ende mit einer überraschenden Wende Richtung Power Metal aufwarten kann. Nur selten geht die vormals genannte Vielschichtigkeit  zu Lasten der Eingängigkeit.

Dennoch ist “Circle Of The Oath“ ohne Frage ein richtig gutes Album geworden. AXEL RUDI PELL hat auch im Jahr 2012 nichts von seinem Gespür für großartige Melodien, eingängige Rhythmen und bombastische Songs verloren. Das dabei hin und wieder die Eingängigkeit ein wenig abhanden kommt und sein Sound ein wenig angestaubt klingt, fällt da nicht mehr groß ins Gewicht.

10.03.2012

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