Black Sabbath - Forbidden

Review

Das 1995 erschienene, achtzehnte und bislang letzte Studioalbum von BLACK SABBATH gilt als eines der schwächsten Post-Ozzy/Dio-Alben, doch “Forbidden” ist zu Unrecht unterschätzt. Denn mit Neil Murray und Cozy Powell holte sich Saitenhexer Tony Iommi neben Tony Martin (Vocals) und Geoff Nicholls (Keyboard) genau die Rhythmussektion zurück ins Boot, die bereits 1990 auf “Tyr” zu hören war und bei einigen Fans sogar als das beste Band-Line-Up aller Zeiten gilt. Doch die Rechnung ging, trotz einer für die Band ungewöhnlichen Kollaboration mit BODY COUNT-Frontmann Ice-T, der sein Scherflein zum dämonisch klingenden, schweren Opener “The Illusion Of Power”, der durchaus auch auf einem der ersten Alben mit Ozzy Platz gefunden hätte, beiträgt, nicht auf: Obwohl der Grunge-Hype bereits am Ende angekommen war, und die von Ernie C (BODY COUNT-Gitarrist und Produzent der Demo-Tapes, die letztendlich zum Signing von STONE TEMPLE PILOTS und RAGE AGAINST THE MACHINE führten) sehr rauh und bodenständig in Szene gesetzte Produktion gegenüber dem etwas durchwachsenen, sehr steril produzierten Vorgänger “Cross Purposes” zweifellos punkten kann, ging das Album sowohl in der Presse als auch bei den Fans ziemlich unter und am Allerwertesten vorbei.

Dabei hatte Altmeister Iommi auf Spontanität gesetzt und das Album binnen zwei Wochen komplett im Kasten. Vermutlich aber – dabei empfinde ich gerade dieses impulsive Vorgehen sehr interessant – stößt die Vielfalt an stilistisch breitgefächerten Songs nicht auf besondere Gegenliebe, genausowenig wie die diesmal insgesamt wieder äußerst düstere Atmosphäre und die schwere Dichte, die – zugegeben – in bestimmten Situationen tatsächlich anstrengend sein kann. So finden sich mit dem bereits erwähnten schweren Opener, dem ruhig und episch beginnenden und sich später zum groovenden Kopfnicker wandelnden “Can’t Get Close Enough”, dem herrlich zähen “Shaking Off The Chains” und dem herzzerreißenden “I Won’t Cry For You” einige große Höhepunkte, die bedauerlicherweise durch einige Langweiler wie zum Beispiel dem rockigen “Guilty As Hell” und einer ordinären Heavy-Walze wie “Rusty Angels” an Intensität einbüßen.

Über weite Strecken ist “Forbidden” allerdings ein ordentliches Album, das das Prädikat BLACK SABBATH verdient: Fans der Tony-Martin-Ära, denn der beweist auf diesem Werk einmal mehr seine angenehm variable Stimme, können von diesem Album kaum enttäuscht sein. Die typischen Trademarks sind vorhanden und an den technischen Fähigkeiten der Briten gibt es eh nichts zu rütteln. Schlagzeuger Cozy Powell ist erneut über alle Zweifel erhaben und auch Riff-Vater Tony Iommi ist ganz in seinem Element. Ein Glanzpunkt in der Historie der Band ist die Scheibe aber nicht.

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13.01.2010

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