Blues Pills
Interview mit BLUES PILLS-Sängerin Elin Larsson

Interview

 

Für viele ist der Sänger bzw. die Sängerin der Faktor, der die wirklich guten Acts vom Durchschnitt trennt. Du hast eine sehr kraftvolle Stimme – wie hast du dein Talent entdeckt und bist du eine ausgebildete Sängerin?

Ich habe ziemlich früh entdeckt, das ich eine sehr kraftvolle Stimme habe. Aber am Anfang habe ich unheimlich viel geübt, da ich nicht wußte wie ich sie einsetzen soll, ich habe sehr brüchig und hoch gesungen als ich so 6-10 Jahre alt war, aber danach dann stärker und dunkler. Ich habe meine Eltern in den Wahnsinn getrieben, da ich pausenlos gesungen habe (haha). Bevor ich dann mit 14-15 aufs Musikgymnasium gekommen bin und jede Woche Gesangsunterricht hatte, habe ich mit einer Sängerin in meiner Heimatstadt geübt. Ich erinnere mich, das sie mir einmal sagte das ich irgendwann in der Zukunft all das verstehen würde, was sie mir mit auf den Weg gibt – und so war es dann auch ein paar Jahre später.

Deine Stimme ist bestimmt oft das Erste, was mit BLUES PILLS assoziiert wird – wie gehst du damit um? Sorgt das manchmal für Probleme innerhalb der Band?

Ich glaube allen Musikern, die in einer Rockband spielen ist bewußt das Sänger und Gitarrist die größte Aufmerksamheit abbekommen. Es wäre sicherlich problematisch, wenn ich wegen meiner Stimme unbescheiden und divenhaft wäre, aber meiner Ansicht nach ist jedes einzelne Instrument, jeder Teil der Band gleich wichtig für unseren Sound. Jedes Mal wenn ich mit Zach, Cory und Dorian spiele bläst es mich wieder völlig weg, was sie für tolle Musiker sind und welche Gefühle sie transportieren können. Dadurch geben sie mir auch die Stärke, das selbe Level zu erreichen.

Deine Stimme wird des Öfteren mit Janis Joplin verglichen, mit einer Spur Aretha Franklin – findet du das passend oder mit wem würdest du dich am ehesten vergleichen? Wer sind deine Vorbilder?

Beide gehören zu meinen absoluten Favoriten und es ist natürlich sehr schmeichelhaft, mit solch unglaublichen Sängerinnen verglichen zu werden. Ich nehme das aber nicht zu ernst, das wäre glaube ich nicht gut für mich. Ich höre aber nicht nur Musik aus den Sechzigern und Siebzigern, ich liebe zum Beispiel auch Jay Buchanan von den RIVAL SONS und natürlich Joakim Nilsson von GRAVEYARD. Die beiden sind definitiv meine beiden Favoriten von neueren Bands, zusammen mit Kristoffer Sjödahl von DEAD MAN, seine Stimme ist wunderbar. Amy Winehouse war auch eine tolle Sängerin, auch wenn ihre Musik vielleicht auf Dauer etwas langweilig werden kann. Etta James und Big Mama Thornton sind zwei weitere Favoriten, aber ein richtiges Vorbild habe ich eigentlich nicht.

Wie du schon sagtest bekommen auch die Leadgitarristen viel Aufmerksamkeit, euer Dorian ist man gerade 17 oder 18 Jahre alt – wie schafft man es in dem Alter schon derart großartig spielen zu können?

Ja, Dorian ist absolut fantastisch, er ist jetzt 18. Er hat schon als Dreijähriger angefangen, ZZ TOP zu hören und das wurde dann seine Lieblingsband. Er hat zwar ein paar Gitarrenlehrer gehabt, aber den Großteil hat er sich selbst beigebracht, indem er zum Beispiel Gitarrenmagazine aus dem Bluesbereich gekauft hat und damit geübt hat. Aber mit so einem Talent wird man geboren!


Blues Pills

 

 

BLUES PILLS bestehen aus einer Schwedin, einem Franzosen und zwei Amerikanern – wie seid ihr eigentlich zusammen gekommen? Wohnt ihr inzwischen Alle in Örebro?

Ich bin zuhause in Schweden arbeitslos geworden, hatte aber etwas Geld gespart und habe mich dann entschlossen, eine Auszeit zu nehmen um mir über einige Dinge klar zu werden. Ich bin dann alleine nach Kalifornien gezogen und habe dort Zach und Cory getroffen. Wir haben uns angefreundet und angefangen, in der Garage von Zachs Dad zu jammen und Demos aufzunehmen. Zu dem Zeitpunkt waren wir nur zu dritt, aber die Dinge kamen ins Rollen und wir haben die Chance bekommen, unsere EP auf Crusher Records zu veröffentlichen und unser Demo auf Maximum Ames Records aus Iowa. Gleichzeitig wurde uns eine Tour durch Spanien angeboten und da wir noch einen Gitarristen gesucht haben, erinnerten sich Zach und Cory an einen jungen Franzosen, den sie mal hatten spielen sehen. Also haben wir mit Dorian Kontakt aufgenommen und ihn gefragt, ob er nicht ein paar Solos für die „Bliss“ EP aufnehmen will und uns auf die Tournee begleitet. Wir haben uns dann alle in Schweden getroffen und alles lief großartig, wir hatten sowohl musikalisch als auch persönlich eine tolle Chemie. Bis dahin hatten wir nicht  weiter als bis an die EP und die Tour gedacht, aber dann wollten wir unbedingt als Band weitermachen. Am Anfang war es alles etwas schwierig mit Visa und so weiter aber jetzt, zwei Jahre später, leben wir alle in Örebro, schreiben und spielen Musik zusammen und sind eine richtige Familie geworden.

In Schweden werden junge Bands ja auch vom Staat unterstützt, wie sieht das bei euch aus?

Ja, wir profitieren auch davon, zum Beispiel haben wir die Möglichkeit, günstig einen Proberaum zu mieten – und die Leute, die da involviert sind, haben uns echt unheimlich geholfen.

Zum Abschluß noch die Frage: woher stammt eigentlich der Name BLUES PILLS?

Den haben wir von einem Kumpel aus Deutschland, er heißt Jens Hide. Er hatte einen Blog über Underground-Musik aus den Sechzigern und Siebzigern, wo wir auf den Namen gestoßen sind. Wir fragten ihn also, ob wir den nehmen können und er fand das total Klasse.

Vielen Dank, Elin – ich hoffe ihr habt eine großartige Tournee und wünsche euch das Allerbeste!

 

Für Kurzentschlossene gibt es noch die Möglichkeit BLUES PILLS auf den letzten Dates ihrer Deutschland-Tour live zu erleben:

13.11. Hannover (Faust)

14.11. Berlin (C-Club)

15.11. Würzburg (Hammer Of Doom)

Galerie mit 13 Bildern: Blues Pills - Live im Capitol Hannover 2016

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12.11.2013

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